Dreimonatskoliken - Ursachen, Symptome und Behandlung

Mutter sitzt auf Lammfell, hat ihr Baby zwischen den Beinen liegen und massiert es

Dreimonatskoliken lassen sich mitunter durch eine Ernährungsumstellung sowie eine Bauchmassage abmildern - Hilfe bieten auch Kinderarzt und Schreiambulanzen

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  • von Paradisi-Redaktion

Dreimonatskoliken können schon in den ersten Lebenswochen auftreten und bis zum dritten Lebensmonat, seltener bis zum fünften oder sechsten Lebensmonat, andauern. Dieser Tatsache verdanken sie auch ihren Namen, da die Symptome oft nach drei Monaten verschwinden. Die Dreimonatskoliken stellen für Eltern und Kind eine große Belastung dar. Durch die dauernden Schreiattacken und Unruheepisoden liegen die Nerven oft blank.

Dreimonatskoliken können der ganzen Familie das Leben schwer machen. An allererster Stelle natürlich dem Baby, das unter Blähungen und Bauchschmerzen leidet.

Doch auch die nervliche Belastung für die Eltern ist nicht zu unterschätzen, schließlich sehen sie es nicht gern, wenn es ihrem Baby nicht gut geht. Die Schreiattacken sind eine wahre Nervenzerreißprobe.

Symptome

Die Dreimonatskoliken sind nicht wirklich eine Erkrankung, sondern beschreiben vielmehr einen Zustand und verschiedene Symptome. Die Babys wachsen und nehmen an Gewicht zu und andere Erkrankungen wurden von einem Kinderarzt ausgeschlossen.

Trotzdem schreien die Kinder schrill oft stundenlang und mindestens an drei Tagen die Woche, oft auch mehr. Sie ziehen die Beinchen an und ballen die Fäuste.

Das Gesicht ist dabei hochrot oder blass, die Füße meist eiskalt. Die Babys leiden unter Blähungen und einem vorgewölbtem Bäuchlein sowie den heftigen Schreiattacken.

Diese können zu jeder Tages- und Nachtzeit auftreten, häufen sich aber am späten Nachmittag und in den Abendstunden. Die Eltern sind meist ratlos und verzweifelt.

Die Kinder schreien schrill oft stundenlang
Die Kinder schreien schrill oft stundenlang

Mögliche Ursachen

Verdauungsstörungen, Reizüberflutung und Allergien als mögliche Ursache von Dreimonatskoliken
Mögliche Ursachen von Dreimonatskoliken

Sehr viele Babys sind betroffen und die Ursachen sind noch weitgehend ungeklärt. Deshalb ist auch keine gezielte Behandlung möglich.

Da unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen können, ist eine Therapie immer individuell. Möglich sind sowohl innere, als auch äußere Ursachen.

Verdauungsstörungen

Mediziner gehen davon aus, dass ein geringer Prozentsatz der betroffenen Babys an Verdauungsstörungen leidet. Noch ist das Kind in der Wachstumsphase und der gesamte Verdauungstrakt sowie alle anderen Organe entwickeln sich.

Daher ist es leicht möglich, dass es auch zu Beschwerden kommt. Der geblähte Bauch, Darmgeräusche und der Abgang von Winden sind ein Anzeichen dafür.

Zur Verdauung des Milchzuckers (Laktose) braucht es eine ausreichende Enzymaktivität im Darm. Diese kann in der Entwicklungsphase unzureichend sein und zu einer vermehrten Gasbildung im Dickdarm führen.

Luft oder Gas im Darm

Auch ein vermehrter Luft- oder Gasgehalt im Darm kann die Ursache sein, wenn das Kind zu schnell und zu hastig trinkt und vermehrt Luft schluckt oder nicht ausreichend aufstößt.

Unverträglichkeiten

Manche Mediziner gehen auch von einer allergischen Reaktion aus wie etwa eine Kuhmilchallergie. Dieser Verdacht verhärtet sich, wenn schon Allergien in der Familie bestehen oder wenn die Symptome nach der Umstellung von Muttermilch auf Flaschennahrung auf Kuhmilchbasis auftreten.

Auch andere Darmerkrankungen könnten verantwortlich sein. Manche Nahrungsmittel blähen stark und können beim Baby Koliken hervorrufen, wenn noch gestillt wird. Ebenso können Nahrungsmittelallergien für die Koliken verantwortlich sein.

Reizüberflutung

In den ersten Lebensmonaten stürmen viele verschiedene Sinneseindrücke auf das Kind ein. Da kann ein sensibles Baby auch schnell einmal überfordert sein von und mit Schreien reagieren. Das Schreien ist die einzige Möglichkeit zu kommunizieren und sich auszudrücken.

Schlafmangel

Auch ein Schlafmangel kann die Ursache sein; wenn sich das Kind mit dem Einschlafen schwer tut und auch tagsüber keinen Schlaf findet, kann es schnell überreizt sein.

Anspannung der Eltern

Wenn ein Baby auf die Welt gekommen ist, müssen Kind und Eltern sich auch erst aneinander gewöhnen, bis sich eine gewisse Routine einspielt. Dies fällt oft in die Zeit, in welcher die Dreimonatskoliken auftreten. Man vermutet, dass sich eventuell die Nervosität, die Unsicherheit und die Anspannung der Eltern auf das Kind übertragen.

Dreimonatskoliken sind in der Regel nicht gefährlich und eher harmlos, aber für Eltern und Kind sehr anstrengend. Eine ruhige und harmonische Umgebung hilft dem Kind, zu entspannen.

Wie Sie Ihrem Kind bei Dreimonatskoliken helfen können

Mit "Dreimonatskoliken" bezeichnet man das Verhalten von Babys zwischen zwei und drei Monaten, die mindestens drei Stunden täglich, an mindestens drei Tagen in der Woche über einen Zeitraum von mehr als drei Wochen schreien.

Die Ursachen für diese Schreiattacken sind noch nicht geklärt. Es gibt aber einige Ratschläge und Tipps, die Sie befolgen können, um sich und Ihrem Baby die anstrengende Zeit zu erleichtern.

Achten Sie auf die richtige Ernährung

Achten Sie beim Füttern Ihres Kindes darauf, dass es nicht zu schnell isst. Zu viel verschluckte Luft kann zu Blähungen führen. Eventuell hilft es Ihrem Baby auch, wenn es mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag bekommt.

Meiden Sie auf jeden Fall blähende Lebensmittel wie Kohl oder Zwiebeln. Bei einigen Kindern wirken auch Orangensaft, Pflaumen oder Tee blähend.

In seltenen Fällen kann auch eine Kuhmilchallergie hinter den Schreiattacken stecken. Diese Möglichkeit sollten Sie durch Ihren Kinderarzt abklären lassen.

Umstellung der Ernährung

Sind die Koliken durch eine allergische Reaktion verursacht, wie etwa bei der Umstellung von Muttermilch auf Flaschennahrung, die auf Kuhmilch basiert, so kann eine Ernährungsumstellung helfen. Wenn die Mutter voll stillt, kann auch eine Ernährungsumstellung der Mutter Linderung bringen.

Auch bei stillenden Müttern kann eine Ernährungsumstellung helfen
Auch bei stillenden Müttern kann eine Ernährungsumstellung helfen

Ein geregelter Tagesablauf bringt Sicherheit

Für ein Baby ist Rhythmus sehr wichtig, deshalb sollte man versuchen, den Tagesablauf zu strukturieren. Dann werden bestimmte Dinge wie Schlafen zur Gewohnheit und vereinfachen die täglichen Abläufe. Sich wiederholende Handlungen zu bestimmten Zeiten erleichtern dem Kind den Tagesablauf und geben Vertrauen und ein Gefühl der Sicherheit.

Ruhige und ausgeglichene Eltern sind der größte Garant für ein zufriedenes Baby. In den Tag sollten nicht zu viele Unternehmungen gepackt werden, damit das Baby nicht überfordert wird und durch die Reizüberflutung schreit.

Lärmminimierung

Viele Babys reagieren auch auf Überreizung mit Schreien. Wenn ihr Kind unter Dreimonatskoliken leidet, sollten Sie ihm viel Ruhe gönnen. Vermeiden Sie hektische Bewegungen und Lärm.

Dies soll aber nicht heißen, dass sich Ihr Kind nicht viel bewegen soll. Im Gegenteil, Bewegung wie Babyturnen und Spaziergänge an der frischen Luft können hilfreich sein.

Pucken und wohltuende Bauchmassage

Eine alte und wieder neu entdeckte Technik ist das so genannte Pucken. Sie wird von vielen Hebammen empfohlen und soll das Kind beruhigen. Eine sanfte Massage des Bäuchleins kann auch Linderung bringen.

Blähungsmassage

Eine Wundsalbe, die aus Kräutern besteht, kann die Massage unterstützen und hilft beim Abgehen von Blähungen. Eine Blähungsmassage regt die Verdauung an und das Baby erfährt zusätzliche Streicheleinheiten.

Die Salbe erhält man in Apotheken und Hebammen können über das Pucken und eine richtige Bauchmassage informieren. Auch ein Fenchel-Kümmel-Anistee kann einen lindernden Effekt haben.

Vier-Winde-Öl herstellen

Babybauchmassagen mit dem bewährten Vier-Winde-Öl wirken beruhigend und gleichzeitig regulierend auf das Baby und vor allem auf die Verdauung. Wenn Sie sich die hilfreiche Mischung selbst zusammenstellen möchten, benötigen Sie:

  • 1 Tropfen ätherisches Fenchelöl
  • 1 Tropfen ätherisches Kardamomöl
  • 1 Tropfen ätherisches Korianderöl
  • 1 Tropfen ätherisches Kreuzkümmelöl
  • 50 ml Öl (z.B. Johanniskrautöl oder Jojobaöl)

Mischen Sie alle Zutaten zu einem Massageöl zusammen. Fertige Mischungen sind aber auch in der Apotheke erhältlich. Mit ein paar Tropfen dieses Vier-Winde-Öls massieren Sie dann sanft im Uhrzeigersinn den Bauch ihres Babys.

Aber trotz aller Tipps wird es Tage geben, an denen gar nichts hilft. An solchen Tagen halten Sie sich immer vor Augen, dass auch diese Zeit vorbeigeht.

Behandlung der Dreimonatskoliken durch einen Kinderarzt

Dreimonatskoliken sind keine eigentliche Erkrankung und die Ursachen sind noch weitgehend unbekannt. Das Kind hat Schreiattacken, ist aber ansonsten gesund und gedeiht gut. Oft zieht das Baby die Beine, ballt die Fäuste und ist nicht zu beruhigen.

Erkrankungen ausschließen

Da teilweise auch allergische Reaktionen vermutet werden, ist es in jedem Fall ratsam, einen Kinderarzt zu Rate zu ziehen. Wenn sich die Schreiattacken wiederholen, muss auch ausgeschlossen werden, ob das Kind unter anderen Erkrankungen leidet, wie etwa:

Wenn das Kind fiebert oder an Gewicht verliert, sollte man einen Kinderarzt konsultieren. Auch ist es wichtig, dass der Kinderarzt organische Schäden ausschließen kann, denn dies beruhigt die Eltern. Eventuell können neben der normalen Untersuchung auch noch andere diagnostische Untersuchungen nötig werden.

Untersuchungsbereiche

Wenn in der Familie Allergien bestehen, sollte der Arzt darüber informiert werden. Auch die Essgewohnheiten des Kindes, Nahrung und Stuhlgang sind für den Arzt wichtig.

Mögliche Ursachen, wenn keine Erkrankung vorliegt

Wenn das Kind so anhaltend schreit, muss es dafür auch eine Ursache geben. Diese herauszufinden, ist das vorrangige Ziel, um dann weiter damit umgehen zu können. Es muss nicht immer nur ein körperliches Unwohlbefinden sein, das Kind kann zum Beispiel auch unter Schlafmangel leiden, wenn es sich schwer tut einzuschlafen und auch tagsüber keinen Schlaf findet.

Zusätzlich kann das Baby überreizt sein. Auch Spannungen innerhalb der Familie können dem Baby zu schaffen machen oder es findet keine Ruhe.

Hilfe akzeptieren

Ein Kinderarzt kann mit Rat und Tat zur Seite stehen und seine Erfahrungen im Umgang mit Dreimonatskoliken weitergeben. So genannte Schreiambulanzen und auch bestimmte Beratungsstellen für Eltern und Baby sind spezialisiert und können die Eltern unterstützen. Auch Hebammen verfügen über ausreichende Erfahrung und können immer gute Tipps geben, wie die Eltern mit dem Baby umgehen können.

Tipps gegen die Dreimonatskoliken junger Babys

Dreimonatskoliken nehmen durch Zärtlichkeiten und kleinere Trinkmengen am Tag ab

Oberkörper eines neugeborenen schlafenden Babys in weißer Kleidung
newborn baby, only a couple of hours old © Melissa Schalke - www.fotolia.de

Quälende Koliken in den ersten Lebensmonaten eines Babys lassen viele Familien verzweifeln. Das Kleine schreit, hat Schmerzen, sein Bauch ist hart. Ursache: Ärzte vermuten, dass die Kinder durch die Reizüberflutung nach der Geburt gestresst sind. Säuglinge, die mit der Flasche ernährt werden, schlucken oft auch zu viel Luft. Doch Resignation muss nicht sein, erklärt das Apothekenmagazin BABY&Familie.

Tipps

Das hilft: der richtige Sauger, der weder ein zu großes noch zu kleines Loch hat. Das Fläschchen nicht direkt vor dem Trinken schütteln. Lieber mit dem Füttern warten, bis sich alle Luftbläschen im Fläschchen aufgelöst haben. Fertignahrung kann auch mit blähungslinderndem Anis-Fenchel-Kümmel-Tee statt mit Wasser angesetzt werden. Häufige kleine Trinkmengen über den Tag verteilt, schonen den jungen Darm.

Kuscheleinheiten und Herumtragen

Hat alles nicht geholfen, nützt nur Ruhe bewahren, schmusen, streicheln, schaukeln. Viele Eltern schwören auf Tragen in der Fliegerstellung. Das Baby liegt dabei mit dem Bauch auf dem Unterarm von Mama oder Papa. Kleiner Trost: Meist verschwinden die so genannten Dreimonatskoliken um die 15. Lebenswoche herum von selbst.

Was hinter Dreimonatskoliken steckt und was dagegen hilft

Dreimonatskoliken sind harmlos - Vorbeugende Tipps dagegen

Schreiender Säugling in weißen Babysachen
crying baby © Galina Barskaya - www.fotolia.de

Viele Eltern erleben in den ersten drei Monaten eines Säuglings eine Phase, in dem er meistens gegen Abend untröstlich zu schreien beginnt, die Beinchen anzieht und bis zur Erschöpfung schreit. Der Kinderarzt beruhigt dann meistens: Es seien Dreimonatskoliken, anstrengend für Kind und Familie, aber zum Glück harmlos.

"Blähende" Lebensmittel vermeiden

Ob als Gründe Blähungen überwiegen oder ob sich das Kind von den Eindrücken und Reizen des Tages befreit, ist nicht geklärt, schreibt das Apothekenmagazin „BABY und Familie“. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, das Kind vor Blähungen zu schützen. Wenn Mütter stillen, können sie testen, ob es dem Baby besser geht, wenn sie auf Lebensmittel wie Bohnen, Linsen oder Kohl verzichten. Auch Vollmilch gilt hier als blähend.

Vorbeugende Tipps gegen Koliken

Besser verträglich für das gestillte Kind sind Quark und Joghurtprodukte. Bekommt das Baby das Fläschchen, ist es wichtig, die Öffnung im Sauger so zu wählen, dass es möglichst wenig Luft schluckt. Manchmal hilft ein Ventilsauger aus der Apotheke. Vorbeugend gegen die Koliken wirken Tropfen mit Simeticon oder Tees mit Anis, Fenchel und Kümmel. Diese können auch dem Fläschchen zugemischt werden.

Entspannung und Tee bei schreienden Säuglingen mit Dreimonatskoliken

Baby bekommt Bauchmassage von Mutter
massage of a stomach © Alexander Oshvintsev - www.fotolia.de

Schreiende Säuglinge rauben dann den Eltern den letzen Nerv, wenn es scheinbar keinen Grund dafür gibt: die "Dreimonatskoliken".

Oft liegt dieser tatsächlich nicht vor, das Geschrei ist bloß Ausdruck von Unruhe. Wenn allerdings tatsächlich Verdauungsprobleme wie Blähungen vorliegen, ist dies normal, da sich das Neugeborene erst noch an die Nahrungsaufnahme gewöhnen muss.

Die Tatsache, dass ein Säugling ca. ein Fünftel des eigenen Körpergewichtes in Flüssigform zu sich nimmt, bedingt eben Probleme im Verdauungstrakt. Vermeindlich beruhigendes Stillen stellt dann meist den entgegengesetzten Effekt ein. Tees zur Krampflösung und Präparate mit Kümmelanteil stellen hier die bessere Lösung dar.

Ruhe bewahren bleibt aber erste Elternpflicht, um das Kind nicht "anzustecken". Erst bei Fieber, langanhaltenden Krämpfen oder Blut im Stuhl sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wenn Babys wegen Bauchschmerzen schreien

Die Beschwerden sind in der Regel nach spätestens drei Monaten vorbei

Gesicht eines schreienden Säuglings
screaming infant - two days old. © Adam Przezak - www.fotolia.de

Oft lassen sich die Babys, wenn sie schreien, kaum beruhigen, denn der Grund sind Bauchschmerzen, beziehungsweise Blähungen.

Von Dreimonatskoliken sind meistens Junges betroffen

So sind auch oftmals die Eltern mit ihren Nerven am Ende und wissen nicht mehr, was zu tun ist, denn das Kind ist satt und hat auch frische Windel bekommen.

Dieser Zustand kann, wie auch Barbara Mühlfeld vom hessischen Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte berichtet, sogar drei Monate andauern, weshalb man diesen Zustand auch als Dreimonatskoliken bezeichnet. Meistens sind die Jungen betroffen, was vielleicht an den Genen liegen kann, aber dies ist nicht erwiesen.

Eltern sollten Ruhe bewahren

Die Eltern sollten versuchen in dieser Zeit möglichst die Ruhe zu bewahren, vielleicht kann auch jemand aus der Familie einmal für ein paar Stunden auf das Baby aufpassen.

Zur Beruhigung sollte man aber das Kind nicht dauernd herumtragen, weil es sonst so zur Gewohnheit wird, aber auf keinen Fall das Kind in irgendeiner Weise stark schütteln, weil dies sogar zu Hirnblutungen und somit bleibenden Schäden führen kann.

Keine Panik bei einer Säuglingskolik - Handeln Sie ruhig und vernünftig

Was Eltern zur Linderung der Dreimonatskolik beitragen können

Schlafendes Baby mit leicht geöffnetem Mund liegt an Brust der Mutter unter hellgrüner Fleecedecke
Mother holding sleeping baby girl © Kati Molin - www.fotolia.de

Natürlich ist es der Alptraum aller jungen Eltern das ihrem neusten Familienmitglied etwas zustößt. Es ist daher auch verständlich, dass viele in Panik verfallen, wenn der Säugling Anzeichen einer Kolik zeigt. Doch es ist sehr wichtig, dass Sie ruhig bleiben und das Richtige tun. Zunächst einmal muss man eine Säuglingskolik erkennen können. Jedes Baby schreit und das auch unabhängig von der Tageszeit. Doch wenn der oder die Kleine mehr als drei Wochen fast jeden Tag mehrere Stunden am Tag schreit, ist etwas nicht in Ordnung.

Gründe für eine Kolik

Mehrstündiges Schreien über Wochen hinweg, deutet auf eine Dreimonatskolik, oder eben auch Säuglingskolik, hin. Tatsächlich erwischt es jedes dritte Neugeborene. Was genau dem jungen Magen so übel mitspielt, ist nicht klar. Man geht davon aus, dass der Magen-Darm-Trakt noch nicht so ausgebildet ist, dass er die Muttermilch gut verarbeiten kann. Auch das viele Luftschlucken beim Nuckeln bekommt dem jungen Bauch noch nicht so richtig. Das Resultat sind Bauchschmerzen, die das Baby dann zum Schreien bringen.

Maßnahmen gegen die Schmerzen

Was kann man als Eltern dagegen tun? Wichtig ist, dass der Säugling keinen zu hektischen Tagesablauf hat, denn das bedeutet Stress und Stress kann die Probleme verschlimmern. Lassen Sie keine laute Musik laufen und setzen Sie das Kind nicht dem Fernseher aus. Besser ist viel Wärme, Körperkontakt und die Stimmen der Eltern. Wenn das Baby schon alt genug ist, kann man ihm auch kleine Mengen Tee geben, das beruhigt den Magen.

In Absprache mit dem Kinderarzt kann man auch in der Apotheke spezielle Mittel gegen die Säuglingskolik kaufen.

Die Schreistörung hat vermutlich mit der Entwicklung der Darmflora zu tun

Bakterien sorgen für die Bildung vieler Gase und führen damit zu schmerzhaften Blähungen

Gesicht eines schreienden Säuglings
screaming infant - two days old. © Adam Przezak - www.fotolia.de

Viele Babys schreien in den ersten Monaten ihres Lebens sehr viel, was vielen Eltern nicht nur den Schlaf raubt, sondern in ihnen auch Sorgen auslöst. In der Regel verschwindet das Problem allerdings von allein, während die Säuglinge größer werden.

Blähungen und Bauchschmerzen als Auslöser

Die Schreistörung wird oft auch "Dreimonatskolik" genannt, denn Mediziner gehen schon länger davon aus, dass das Schreien und Weinen mit der Verdauung zu tun hat. Vermutlich haben die Kinder Blähungen und Bauchschmerzen und äußern ihre Beschwerden auf diese Weise.

Diese Theorie scheint sich zu bestätigen, denn Forscher haben herausgefunden, dass die Kolik vermutlich mit der Entstehung der Darmflora zu tun hat. Neugeborene besitzen noch keine fertig ausgebaute Darmflora, denn die Bakterien müssen sich erst nach und nach ansiedeln. Dieser Vorgang verläuft oft nicht ohne Probleme, sodass vorübergehend die Verdauung der Neugeborenen sehr empfindlich ist.

DNS-Test gibt Rückschlüsse auf Darmflora

Bisher ist diese Theorie allerdings noch nicht belegt, es gibt lediglich Indizien. Forscher haben dafür DNS-Tests bei Baktieren durchgeführt. Sie nahmen Stuhlproben von Neugeborenen, isolierten daraus die Bakterien und bestimmten deren Erbgut.

Insgesamt konnte man so bei zwölf Säuglingen erste Rückschlüsse auf deren Darmflora ziehen. Alle Kinder waren ausgewählt worden, nachdem die Eltern angegeben hatten, dass die Kinder mindestens drei Stunden am Tag am Schreien seien.

Damit man eine Kontrollgruppe hatte, nahm man noch Stuhlproben von zwölf ruhigen Säuglingen. Die Bakterien unterschieden sich in den zwei Gruppen stark voneinander. Die schreienden hatten noch keine gut ausgebildete Darmflora. Am häufigsten fand man bei ihnen zudem die Art Proteobacteria und genau diese Bakterien sorgen für die Bildung vieler Gase und führen damit zu Blähungen.

Probiotika zur Behandlung von Säuglingskoliken - und das Schreien hat ein Ende?

Mutter in weißem Bademantel hält ihr schreiendes Baby im Arm, ein Schnuller liegt auf dem Bauch
Crying newborn baby © sborisov - www.fotolia.de

Gebrüll ohne Ende – fast jedes fünfte Baby schreit extrem oft. Und lange. Mediziner vermuten dahinter Säuglingskoliken, die den Kleinen nach jedem Stillen stundenlange Schmerzen verursachen. Eine Studie weist nun darauf hin, dass Schreibabys durch Probiotika geholfen werden könnte.

Denn die Darmflora bei kolikanfälligen Säuglingen unterscheidet sich von der Verdauung anderer Kinder. Zwar gleicht sich die Besiedelung nach einigen Monaten an. Diese Zeit kann für Eltern und Baby jedoch quälend lang werden. Mit Probiotika lässt sich die Schreidauer möglicherweise verkürzen.

Um die Wirkung verschiedener Präparate zu vergleichen, haben australische Forscher insgesamt zwölf Studien mit fast 1300 Kindern ausgewertet. Ergebnis: Probiotika können zwar nicht in allen Fällen helfen, drei Studien zeigen jedoch einen klaren Erfolg. Eine weitere Therapiestudie mit der sogenannten Formula-Diät weist auf einen möglichen Nutzen der Behandlung hin.

Bislang gibt es also kein klares Urteil über die Probiotika-Therapie. Zudem sind die bisherigen Daten schwer vergleichbar. Aktuell laufen aber noch fünf große Studien, von denen Kinderärzte neue Beweise erhoffen.

Probiotika helfen nicht generell bei Koliken

Gesicht eines schreienden Säuglings
screaming infant - two days old. © Adam Przezak - www.fotolia.de

Probiotika helfen nicht generell bei Magen- und Darmkoliken. Zu diesem Ergebnis kamen nun australische Forscher, die für eine Untersuchung 12 verschiedene Studien heranzogen, welche letztendlich zu widersprüchlichen Ergebnissen führten. Demnach sind Probiotika mit Lactobacillus reuteri erfolgreich bei gestillten Babys. Kinder, die mit der Flasche gefüttert werden, zeigen hingegen keine Reaktion auf die Probiotika. Um eindeutige Ergebnisse zu erhalten, sind laut den australischen Forschern weitere Untersuchungen notwendig.

Bei den Probiotika handelt es sich im Mikroorganismen, die bestimmten Lebensmitteln beigemischt werden, um die Verdauung zu optimieren. Dazu gehören in erster Linie Milchgetränke, Quark und Joghurts.

Wirksames Mittel gegen Koliken noch nicht gefunden

Die Forscher sind enttäuscht, dass es nach wie vor kein wirkliches Hilfsmittel bei Koliken gibt. Eltern sollten stets den Kinder- und Jugendarzt aufsuchen, wenn ihr Nachwuchs an Koliken leidet. Oftmals treten die teils sehr schmerzhaften Krämpfe im Alter zwischen sechs Wochen und drei Monaten auf.

Ergebnisse der Studie widersprüchlich

Es wurden 1.825 Säuglinge in den 12 Studien untersucht. Einige bekamen Probiotika, andere Placebos und wiederum andere gar nichts. Die Aussagen der Studien sind widersprüchlich. So besagen die Ergebnisse von sechs Studien, dass Probiotika geholfen haben und die anderen sechs konnten keinen Zusammenhang erkennen, ob sich Probiotika auf Säuglinge positiv auswirken oder nicht. Es sind weitere Studien erforderlich, um ein aussagekräftiges Ergebnis präsentieren zu können.

Probiotika können Babys vor der Säuglingskolik schützen

Männerhand, in der eine Baby-Hand liegt
Baby hand in father's palm © Dmitry Pichugin - www.fotolia.de

Viele Eltern müssen sich mit dem Thema "Säuglingskolik" auseinandersetzen. Dies bedeutet, dass ihre Babys in den ersten Lebensmonaten starke Schmerzen im Magen-Darm-Trakt haben, wenn sie Nahrung verdauen. Eine solche Kolik ist gerade bei den Neugeborenen alles andere als selten, da der Organismus sich erst auf diese Form der Nahrungsaufnahme einstellen muss.

Aufbau der Darmflora

Bisher hat die Medizinwelt noch nicht erschöpfend erklären können, wie Säuglingskoliken entstehen, aber man bringt sie mit dem langsamen Aufbau einer Darmflora in Verbindung. Die Idee dahinter: Zunächst hat ein Neugeborenes noch keine etablierte Darmflora und damit keine Bakterien, die bei der Verdauung der Nahrung und der Gewinnung der Nährstoffe helfen. In den ersten Lebensmonaten beginnt diese sich zwar aufzubauen, doch es dauert seine Zeit, bis sie ein gesundes Gleichgewicht gefunden hat. In der Zwischenzeit kann das Verdauen für die Kleinsten daher sehr schmerzhaft werden.

Vergabe von Probiotika

Forscher dachten sich auf der Basis dieser Überlegung, dass man Säuglingskoliken eigentlich behandeln können müsste, in dem die Babys in den ersten Lebensmonaten Probiotika bekommen. In diesen sind viele hilfreiche Bakterien enthalten, die beim Trinken direkt in den Magen-Darm-Trakt gelangen und den Aufbau einer gesunden Darmflora beschleunigen sollten.

Studie mit Probiotika

Man testete diese Vermutung in einer Studie mit 554 Neugeborenen. Die Mütter bekamen dafür ein bereits vorbereitetes Fläschchen, von dem sie jeden Tag fünf Tropfen entnehmen und dem Kind geben sollten. Die Eltern wussten allerdings nicht, ob es sich dabei wirklich um Probiotika handelte, oder um eine Flüssigkeit frei von Bakterien.

So konnte man eine Kontrollgruppe erstellen. Nun wurde über drei Monate hinweg dokumentiert, wie häufig und stark die Kleinkinder ihre Schmerzen äußerten und wie gut der Stuhlgang funktionierte. Die Probiotika konnten dabei in jedem Punkt überzeugen. Schreiattacken gingen von 71 Minuten auf 38 Minuten zurück und Stuhlgang erfolgte 4,2 mal am Tag, statt nur 3,6 mal.

Grundinformationen und Hinweise zu Dreimonatskoliken

  • Dreimonatskoliken - Ursachen, Symptome und Behandlung

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Quellenangaben

  • Bildnachweis: babymassage © Nicole Effinger - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: White Paper Notes © Giraphics - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: crying baby © Galina Barskaya - www.fotolia.de
  • Bildnachweis: Baby feeds on MOM's breasts © Artranq - www.fotolia.de

Autor:

Paradisi-Redaktion - Artikel vom (zuletzt überarbeitet am )

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