13. Dezember 2010
Von Andreas Hadel
Man sollte annehmen, dass zerdrückte Bananen, geriebene Süßkartoffeln und pürierte Karotten nur für kleine Babys sind, die noch lernen müssen, richtig zu kauen. Aber offenbar scheint Babybrei auch für die bekannten Gesichter Hollywoods ein beliebtes Nahrungsmittel zu sein. Zumindest dann, wenn es darum geht, das eine oder andere Kilo auf mal eben auf die Schnelle zu verlieren.
Der letzte Schrei in Sachen Diät hat in Hollywood diesmal nicht mit Kohlsuppe, Apfelessig oder wundersamem Dauerfasten zu tun. Dieses Mal soll es Babybrei richten, wenn die Stars auf dem Zelluloid trotz Breitbildformat immer noch, nun ja, zu breit aussehen. Die Anhänger dieser Diät essen nichts anderes als zerquetschtes Gemüse, gemahlenen Fleischbrei und alles andere, was im Babynahrungsregal in kleinen Dosen so zu finden ist.
Jennifer Aniston soll eine der prominentesten Vertreterinnen der Babybrei-Diät sein. Um für ihren Film "Just Go With It" in absoluter Topform vor der Kamera stehen zu können, soll sie pro Tag 14 Portionen Babybrei sowie eine ausgewogene Mahlzeit, die aus einer fettarmen Proteinquelle und viel Gemüse bestand, gegessen haben.
Obwohl Jennifer mit dieser Taktik angeblich in einer Woche knapp vier Kilogramm verloren haben soll, sind Ernährungsexperten skeptisch, welchen Effekt die Babybrei-Diät auf lange Sicht für den Körper eines erwachsenen Menschen haben kann. Natürlich kann eine extreme Kalorienverknappung innerhalb kurzer Zeit zu einer rapiden Gewichtsabnahme führen. Aber gleichzeitig kann sie auch den Stoffwechsel verlangsamen und den Organismus veranlassen, trotz weniger Kalorien an seinen Fettreserven festzuhalten.
Eine typische Frühstücksportion Babybrei bestehend aus pürierter Banane, Apfelmus, etwas Haferflockenbrei sowie zerkleinerten Pfirsichen und Birnen, beinhaltet gerade einmal 240 Kalorien. Andere Sorten, die aus Karotten, grünen Bohnen, Erbsen, Süßkartoffeln und zerkleinerter Fruchtpastete hergestellt wurden, bringen es immerhin auf 460 Kalorien. Davon sind aber 85 Gramm Zucker und nur sechs Gramm Protein. Rechnet man nun noch eine ausgewogene Mahlzeit dazu, kommt ein Babybrei-Diätiker auf weniger als 1200 Kalorien pro Tag. Hinzu kommt, dass die Anteile der zugeführten Makronährstoffe alles andere als optimal verteilt sind.
Die meisten Gesundheitsverbände und Ernährungsexperten geben die Empfehlung aus, dass Personen, die einen aktiven Lebensstil führen, zwischen 1700-2000 bei Damen bzw. 2300-2600 Kalorien pro Tag bei Herren zu sich nehmen sollten. Die empfohlene Kalorienmenge steigt natürlich mit der Höhe der körperlichen Belastung pro Tag.
Abgesehen von der niedrigen Kalorienmenge und dem damit verbundenen Risiko, sich nicht nur schwach und unausgeglichen zu fühlen, sondern langfristig auch Zeichen einer Mangelernährung wie Haarausfall, schlechtes Hautbild u.Ä. zu bekommen, kann das Befolgen der Babybrei-Diät auch noch zu anderen Konsequenzen führen.
Da nicht gekaut werden muss und auch der Magen kaum mit Inhalt gefühlt wird, kann sich nur schwer ein Gefühl der Befriedigung nach der "Mahlzeit" einstellen. Personen, die sich an Diäten wie dieser ausprobiert haben, berichteten davon, dass sie praktisch von einer Dose Brei zur nächsten gierten und sich den Tag über kaum auf etwas anderes konzentrieren konnten, als endlich die nächste Dose aufzumachen, weil der Essdrang schlicht nicht besänftigt wurde.
Bei einer ausgewogenen Diät spielen wasserreiche Speisen wie Brokkoli, Gurken, Pilze etc. eine große Rolle, da sie den Magen füllen ohne viele Kalorien zu beinhalten. Nur so lässt sich über einen längeren Zeitraum eine reduzierte Nahrungsaufnahme durchhalten ohne ständig das Gefühl zu haben, man müsste nach etwas Essbarem suchen.
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