1. März 2010
Als Psychopharmaka bezeichnet man spezielle Medikamente zur Behandlung von psychischen Störungen und neurologischen Erkrankungen. Sie wirken symptomatisch auf die Psyche des Patienten.
Zweck von Psychopharmaka ist die Behandlung von psychischen und neurologischen Krankheiten. Diese speziellen Arzneimittel haben eine direkte Wirkung auf das zentrale Nervensystem und können die Stimmung des Patienten positiv beeinflussen. Bestimmte Psychopharmaka werden zudem als Narkosemittel oder zur Behandlung von Symptomen organischer Erkrankungen verwendet.
Mit Hilfe von Psychopharmaka ist es möglich, vielen Patienten wieder zu Lebensfreude und einer gewissen inneren Stabilität zu verhelfen, da die Mittel angstlösend und stimmungsaufhellend wirken. Vor allem bei der Behandlung von schweren Depressionen spielen Psychopharmaka eine wichtige Rolle. Oftmals sind Störungen des Neurotransmitterhaushalts für eine psychische Erkrankung verantwortlich, sodass einige Psychopharmaka dadurch wirken, dass sie diesen gestörten Haushalt wieder ausgleichen. Andere zielen auf eine Neujustierung von physiologischen Effektorstrukturen ab. Da Psychopharmaka auf unterschiedliche Weise wirken, werden sie in verschiedene Wirkgruppen unterteilt.
Als Antidepressiva bezeichnet man Psychopharmaka, die antidepressiv wirken. Das heißt, sie haben eine stimmungsaufhellende, antriebssteigernde- oder dämpfende, beruhigende und angstlösende Wirkung. Sie wirken dadurch, dass sie in den Hirn-Stoffwechsel eingreifen und für einen längeren Verbleib von wichtigen Botenstoffen an ihren Wirkungsorten sorgen. Zur Anwendung kommen sie bei Angststörungen, Zwangsstörungen, Panikattacken, Phobien, posttraumatischen Belastungsstörungen, Antriebslosigkeit sowie gestörtem Essverhalten. Gebräuchliche Antidepressiva sind Trizyklia, Tetrazyklia, Mono-Amino-Oxidase-Hemmer (MAO-Hemmer), Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (NARI), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI) und Atypische Antidepressiva. Neben den chemischen Antidepressiva, können auch pflanzliche Stoffe wie Johanniskraut hilfreich sein. Vor allem zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen ist Johanniskraut gut geeignet.
Neuroleptika bezeichnet man auch als Antipsychotika. Sie wirken beruhigend, psychomotorisch und antipsychotisch und werden gegen bestimmte psychische Krankheiten wie Manien, Schizophrenien und Psychosen eingesetzt. Aufgrund ihrer beruhigenden Wirkung, verwendet man sie auch bei einigen Formen von Demenz. Neuroleptika wirken durch eine Blockierung der Dopamin-D2-Rezeptoren im Gehirn, wodurch es zu einer positiven Beeinflussung von Erregungs- und Angstzuständen kommt. Auch psychotische Symptome wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen können wirkungsvoll gebessert werden. Da Neuroleptika unterschiedlich wirken, unterteilt man sie in nieder potente und hoch potente Neuroleptika sowie Depot-Neuroleptika. Die Antipsychotika haben allerdings den Nachteil, dass sie zahlreiche Nebenwirkungen verursachen.
Als Tranquilizer, Sedativa, Anxiolytika oder Beruhigungsmittel bezeichnet man Psychopharmaka, die eine beruhigende und dämpfende Wirkung haben. Sie fördern den Schlaf und wirken angstlösend. Zur Anwendung kommen sie bei Angststörungen, Schlafproblemen, Stress, vegetativen Störungen, Nervosität und Unruhezuständen. Häufig eingesetzte Wirkstoffe sind Benzodiazepine wie Diazepam, Nitrazepam, Midazolam, Temazepam und Flunitrazepam, die jedoch bei längerer Anwendung zu Abhängigkeit führen können. Auch Narkotika wie Propofol oder Opioide wie Fentanyl oder Morphin zählen zu den wirksamsten Beruhigungsmitteln. Als Alternative zu den synthetischen Tranquilizern kommen auch pflanzliche Mittel wie Johanniskraut, Hopfen, Baldrian und Kava in Frage. Bei diesen besteht keine Abhängigkeitsgefahr, allerdings ist ihre Wirkung geringer als die der synthetischen Mittel.
Psychostimulanzien oder Aufputschmittel sind Psychopharmaka, die eine erhöhte Aktivität des Zentralnervensystems (ZNS) bewirken. Sie beseitigen Müdigkeit, reduzieren das Schlafbedürfnis, hemmen den Appetit und steigern die physische und psychische Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus verwendet man in der Lungenheilkunde Stimulanzien wie Theophyllin zur Behandlung von Asthma, Schlafapnoe und COPD. Typische Aufputschmittel sind Amphetamine, Ephedrin, Koffein, Adrafinil, Nikotin und Kokain. Bei dauerhafter Anwendung von Psychostimulanzien besteht die Gefahr von Abhängigkeit und Nebenwirkungen. So benötigt man bei der ständigen Einnahme von Amphetaminen mit der Zeit immer höhere Dosen der Mittel, damit man dieselbe Wirkung erreicht.
Als Phasenprophylaktika bezeichnet man Psychopharmaka, die bei bestimmten psychischen Erkrankungen neue Krankheitsphasen verhindern sollen. Zur Anwendung kommen sie bei manisch-depressiven Krankheiten, Manien, schizoaffektiven Psychosen und endogenen Depressionen. Häufig verwendet werden dabei Lithiumsalze, Valproinsäure, Lamotrigin und Carbamazepin.
Hier ist Platz für Ihre Meinung zu diesem Artikel.
Lesermeinung schreiben |
27.03.12 | |
![]() | PSYCHOPHARMAKA |
14.01.12 | |
![]() | PSYCHOPHARMAKA |
03.01.12 | |
![]() | PSYCHOPHARMAKA |
19.12.11 | |
![]() | PSYCHOPHARMAKA |
27.11.11 | |
![]() | PSYCHOPHARMAKA |
Stellen Sie eine Frage oder lesen Sie mehr im Psychopharmaka Forum

