26. Februar 2010
Als Pilzmittel oder Antimykotika bezeichnet man spezielle Arzneimittel, mit denen Pilzinfektionen behandelt werden. Sie wirken abtötend oder vermehrungshemmend.
Ziel und Zweck von Pilzmitteln, die man auch als Antimykotika bezeichnet, ist die Behandlung von Pilzinfektionen wie z.B. Nagelpilz, Scheidenpilz oder Fußpilz. Die Antimykotika können sowohl lokal als auch systemisch zur Anwendung kommen. Sie wirken abtötend (fungizid) oder vermehrungshemmend (fungistatisch).
Zu Pilzinfektionen (Mykosen) kommt es in der Regel auf der Hautoberfläche, den Schleimhäuten, den Haaren oder den Nägeln. Zu den häufigsten und bekanntesten Pilzformen gehört der Fußpilz, der oftmals beim Barfußlaufen in Schwimmbädern übertragen wird. Dabei werden die Fußsohlen und die Zwischenräume der Zehen von dem Pilz befallen und es kommt zu unangenehmen Beschwerden wie weißlichen Ausfluss und starken Juckreiz. Ein wirksames Mittel zur Bekämpfung von Pilzinfektionen sind Antimykotika. Diese wirken zumeist, indem sie die Entstehung der Zellwände der Pilze stören. Auf diese Weise werden die Pilze beim Wachstum gehemmt oder sogar abgetötet. Je nach Anwendungsart werden die Anti-Pilzmittel äußerlich auf die Haut oder Schleimhaut (topisch) oder innerlich über den Blutkreislauf (systemisch) verabreicht. Bei leichteren Fällen wie z.B. Fußpilz, kommen Sprays, Cremes, Salben oder Puder zur Anwendung, die auf die zu behandelnde Stelle aufgetragen werden, während bei schwereren Fällen auch Tabletten oder intravenöse Injektionen verabreicht werden. Je nach Wirkungsweise unterscheidet man bei Pilzmitteln zwischen Schmalspur- und Breitband-Antimykotika. Zur Anwendung kommen Antimykotika bei Krankheiten wie Dermatomykosen (Hautpilzinfektionen), Candidosen (Infektionen durch Hefepilze), Soor, Vaginalpilz, Fußpilz (Tina pedis), Nagelpilz, Organ- oder Systemmykosen, Windeldermatitis oder Pilzerkrankungen der Haare.
Moderne Antimykotika wirken zumeist dadurch, dass sie die Biosynthese von Ergosterin (Ergosterol) hemmen. Ergosterin ist ein essentieller Bestandteil der Pilzzellwände und kommt im menschlichen Organismus nicht vor. Die Anti-Pilzmittel werden von ihrem chemischen Aufbau her in unterschiedliche Wirkstoffe und Untergruppen aufgeteilt. Dazu gehören Azol-Antimykotika wie Triazole und Imidazole, die in den Stoffwechsel der Pilzzellen eingreifen und gegen eine große Anzahl von Pilzen wirksam sind, Allylamine, die die Vermehrung der Pilze hemmen oder Polyen-Antibiotika, die wichtige Stoffwechselvorgänge der Pilze blockieren. Weitere antimykotische Wirkstoffe sind Amorolfin, das die Lebensfähigkeit der Pilze hemmt, Ciclopirox, das die Pilzorganismen abtötet sowie Flucytosin, Griseofulvin und Tolnaftat, die sich hemmend auf die Vermehrung der Pilze auswirken. Bei leichten Pilzinfektionen der Haut kommt zumeist der Wirkstoff Clotrimazol zur Anwendung, der zu den Azol-Antimykotika gehört. Im Falle einer Pilzerkrankung in der Mundhöhle, wie Soor, werden zumeist Lutschtabletten mit Polyen-Antibiotika wie Amphotericin B oder Nystatin verabreicht.
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