15. Februar 2010
Als "Pille danach" bezeichnet man ein Hormonpräparat, das hoch dosiert ist. Die Pille gilt als Notfalllösung, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.
Ziel und Zweck der "Pille danach" ist die Verhütung einer ungewollten Schwangerschaft trotz ungeschützen Geschlechtsverkehrs. Zur Anwendung kommt sie, wenn während einer fruchtbaren Phase ungeschützter Geschlechtsverkehr stattgefunden oder ein anderes Verhütungsmittel nicht funktioniert hat. Das kann passieren, wenn z.B. ein Kondom geplatzt, ein Diaphragma verrutscht ist oder die Einnahme der Antibabypille vergessen wurde. Um wirksam zu sein, muss die so genannte "Pille danach" möglichst rasch eingenommen werden. Je schneller sie zur Anwendung kommt, desto größer ist auch die Aussicht auf Erfolg. Wichtigster Wirkstoff der Pille ist das Gestagenderivat Levonorgestrel. Diese Substanz muss spätestens 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden, um noch wirksam zu sein. Mittlerweile steht mit Ulipristalacetat noch ein zweiter Wirkstoff zur Verfügung, der sogar noch 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden kann. Bei der "Pille danach" handelt es sich nicht um eine Abtreibungspille, da es nicht zur Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutter kommt. Diese Einnistung erfolgt erst sieben bis acht Tage nach der Befruchtung. Die Wirkung der "Pille danach" wird also schon wesentlich früher erzielt.
Die Wirkungsweise von Levonorgestrel ist nicht genau bekannt. Es wird davon ausgegangen, dass es durch den Wirkstoff zu einer Hemmung des Eisprungs und somit auch der Befruchtung kommt. Wird das Mittel rechtzeitig eingenommen, liegt die Erfolgsquote bei ca. 84 Prozent. Der neue Wirkstoff Ulipristalacetat, der ein synthetischer Progesteron-Rezeptor-Modulator ist, wirkt dadurch, dass er die Andockstellen für das Sexualhormon Progesteron im Organismus besetzt, wodurch das Progesteron in seiner Wirkung behindert wird. Dadurch kommt es zu einer Unterdrückung von wichtigen Proteinen, die für den Beginn einer Schwangerschaft von größter Bedeutung sind. Da Ulipristalacetat ein neuer Wirkstoff ist, liegen bislang nur wenige Studien zu dem Präparat vor. Es gilt aber als ebenso wirksam wie Levonorgestrel.
In Deutschland ist die "Pille danach" verschreibungspflichtig. Sie kann also nur gegen Vorlage eines ärztlichen Rezepts in der Apotheke erworben werden. Je nach Präparat sollte die Einnahme von ein bis zwei Pillen nach zwölf Stunden, spätestens aber nach 72 Stunden bei Levonorgestrel und 120 Stunden bei Ulipristalacetat nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr erfolgen. Da die Pille nur für den Notfall vorgesehen ist, darf sie innerhalb des gleichen Monatszyklus nicht mehrmals eingenommen werden. Die Hormonbelastung für den Körper wäre ansonsten zu groß.
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