8. Juli 2010
Eine von einem Leipziger Kinderarzt initiierte Studie zeigt auf, dass pflanzliche Arzneimittel - sogenannte Phytopharmarka - in Deutschland bei Eltern zur Behandlung ihrer erkrankten Schützlinge auf dem Vormarsch sind.
Die Befragung der Eltern von insgesamt 413 Kindern hat ergeben, dass eine immer größere Anzahl der Erziehungsberechtigten bei bestimmten Krankheitsbildern ihrer Kinder auf Phytopharmaka zurückgreifen. Besonders bei Bauchschmerzen und grippalen Infekten sind pflanzliche Arzneimittel beliebt - hier behandeln ganze 85,5 Prozent der Befragten ihre Schützlinge pflanzlich. Dies geschieht meist allerdings nicht auf Anraten eines Heilpraktikers (4,2 Prozent), sondern man vertraut auf den Kinderarzt (80,2 Prozent). In England werden die gleichen Symptome nur zu 28 Prozent mit Phytopharmaka behandelt, in den USA sind es lediglich 10 Prozent.
Dabei äußerten die befragten Eltern kein Misstrauen gegenüber der "Schulmedizin" - 39,3 Prozent empfanden pflanzliche Medikamente als ebenso wirksam wie nicht-pflanzliche. 21,9 Prozent rechneten letzteren eine größere Wirksamkeit zu. Den meisten war jedoch besonders eine natürliche Behandlungsweise mit wenigen Nebenwirkungen wichtig. Zwei Drittel von ihnen bewerteten den Behandlungserfolg mit pflanzlichen Arzneimitteln als "gut" oder "sehr gut", fast alle würden wieder darauf zurückgreiden (96,3 Prozent).
Auffällig war auch, dass jene Eltern, die Gebrauch von Phytopharmaka machten, meist einen höheren Bildungsstand hatten als jene, die sich ausschließlich der "Schulmedizin" bedienten. Zudem sind in den alten Bundesländer pflanzliche Arzneimittel offenbar verbreiterer als in den neuen.
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