Säureblocker erhöhen beim Kind späteres Asthmarisiko

Vorsicht beim Einsatz verschreibungspflichtiger Säureblocker bei Sodbrennen in der Schwangerschaft

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  • von Paradisi-Redaktion
Frau hält eine blaue Kapsel-Tablette zwischen den Fingern

Viele Frauen leiden besonders gegen Ende der Schwangerschaft an Sodbrennen. Der Grund ist die Ausdehnung der Gebärmutter, denn die darüber liegenden Organe werden zusammengedrückt und das lässt Magensäure aufwärts steigen. Die Einnahme von Säureblockern hilft im akuten Fall, sollte aber mit Bedacht erfolgen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass für das Ungeborene eine erhöhte Gefahr auf späteres Asthma besteht.

Verschreibungspflichtige Säureblocker erhöhen Asthmarisiko

Die schwedische Studie wertete 1,6 Millionen Daten aus. Von der Geburt des Kindes an lag die Nachbeoachtung bei mindestens fünf und maximal 14 Jahren.

Hatten die Mütter während der Schwangerschaft sogenannte H2-Rezeptor-Antagonisten gegen ihr Sodbrennen genommen, stieg die Asthmawahrscheinlichkeit beim Kind um 46 Prozent. H2-Rezeptor-Antagonisten sind verschreibungspflichtig und werden vom Arzt dann empfohlen, wenn rezeptfreie Mittel gegen Sodbrennen nicht den gewünschten Effekt haben.

Eine weitere Gruppe der Säureblocker sind die Protonenpumpeninhibitoren, kurz PPI. Auch sie müssen vom Arzt verschrieben werden und erhöhten in der Studie die Asthmagefahr der Kinder um 30 Prozent.

Ursache noch nicht geklärt

Warum die Säureblocker diese Wirkung haben, kann die Studie nicht sagen. Die Forscher vermuten einen Zusammenhang zwischen mütterlicher Magensäure und Allergenen:

Es ist gut denkbar, dass die Magensäure eine schützende Funktion hat und bei normaler Aktivität die Ungeborenen vor Allergenen schützt. Wird die Magensäure jedoch durch Medikamente künstlich neutralisiert, verpufft auch die Schutzwirkung auf das Kind. Die vorhandenen Antigene werden nicht mehr von der Magensäure zerstört, sondern wandern ungehindert in den Darm. Dort nimmt die Darmschleimhaut sie auf, gibt sie an das mütterliche Blut weiter und über den Blutkreislauf der Mutter gelangen die Antigene bis zum Fötus. Das könnte das Immunsystem des Kindes frühzeitig prägen.

Erste Studien mit Tieren haben diesen Erkläransatz untermauert, allerdings weiß man noch nicht, ob die Ergebnisse direkt auf den Menschen übertragen werden können.

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