26. Februar 2010
Unter Magenmitteln versteht man Medikamente, die gegen Magenbeschwerden eingesetzt werden. Dabei kommen sowohl synthetische als auch pflanzliche Wirkstoffe zur Anwendung.
Ziel und Zweck von Magenmitteln ist die Behandlung von Beschwerden im Magenbereich. Dies können Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfe, Sodbrennen, Aufstoßen, Völlegefühl, Entzündungen der Magenschleimhaut oder Magengeschwüre sein. Um solchen Magenbeschwerden entgegen zu wirken, gibt es eine Reihe von speziellen Arzneimitteln, die gut wirksam sind.
Ein häufig vorkommendes Magenleiden ist Sodbrennen. Bei leichten Beschwerden sind so genannte Antazida hilfreich, die kurzzeitig die Säure im Magen neutralisieren. Dabei werden die Magensäureproduktion sowie ihre Freisetzung nicht beeinflusst. Verwendet werden zumeist Carbonathaltige Antazida wie Magnesiumcarbonat oder Calciumcarbonat, Schichtgitterantazida wie Magaldrat oder Hydrotalcit, Magnesium-Aluminium-Silikate sowie Magnesiumhydroxid oder Aluminiumhydroxid. Liegen mittelschwere Beschwerden vor, kommen H2-Blocker zur Anwendung, die für eine Hemmung der Säureproduktion sorgen. Dazu gehören z.B. Famotidin, Nizatidin, Ranitidin und Roxatidin. Handelt es sich um starke Beschwerden, können Protonenpumpenblocker eingesetzt werden, die dafür sorgen, dass die Produktion der Säure im Magen vollkommen lahm gelegt wird. Auf diese Weise kann die Säure die Magen- und Darmschleimhaut nicht mehr angreifen und es kommt schon nach kurzer Zeit zu einer Linderung der Beschwerden. Häufig verwendete Wirkstoffe sind Esomeprazol, Lansoprazol, Omeprazol, Pantoprazol und Rabeprazol. Protonenpumpenblocker werden auch zur Behandlung von Magengeschwüren und einer Infektion mit Heliobacter pylori eingesetzt. Dabei kombiniert man sie oftmals mit Antibiotika wie Amoxicillin und Clarithromycin. Die Protonenpumpenhemmer wirken, indem sie ein Klima im Magen schaffen, das es den Antibiotika möglich macht, das Bakterium abzutöten oder sein Wachstum zu hemmen. Verabreicht werden die Präparate zumeist in Form von magensaftresistenten Tabletten oder Kapseln. In manchen Fällen sind auch Infusionen möglich.
Zur Behandlung eines Reizmagens können auch pflanzliche Magenmittel zur Anwendung kommen, die sich vor allem für leichte Beschwerden eignen. Dazu gehören Extrakte von Artischockenblättern, die gegen Völlegefühl helfen, Extrakte der Gelbwurz, ätherische Öle wie Kümmelöl oder Pfefferminzöl, die krampflösend wirken oder Kombinationspräparate mit Schleifenblumen-Extrakten, die hilfreich gegen Magenschmerzen und Blähungen sind.
Um Übelkeit, Brechreiz und Verdauungsstörungen zu behandeln, werden oftmals Prokinetika, die auch als Antiemetika bezeichnet werden, eingesetzt, die dafür sorgen, dass der Rhythmus der Magenentleerung wiederhergestellt wird. Außerdem unterdrücken sie Übelkeit und Brechreiz. Zu den bewährten Wirkstoffen gehören Domperidon, Bromoprid und Metoclopramid.
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