Krebsforschung: Studien zu neuen Medikamenten sind häufig fehlerhaft

Wissenschaftler bemängeln Fehleranfälligkeit in vielen Studien zu neuen Krebsmedikamenten

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  • von Paradisi-Redaktion
Goldene Kapsel (Tablette) zwischen zwei Fingern mit blauen Schutzhandschuhen

Da Krebs zu den gefährlichsten Krankheiten der Gegenwart zählt, wird weltweit nach Behandlungsmöglichkeiten gesucht. Forscher stecken viel Zeit und Budget in die Entwicklung neuer Medikamente. Regelmäßig erscheinen Studien, die einen bekannten Wirkstoff in neuer Kombination oder auch gänzlich neue Wirkstoffe untersucht haben. Betroffenen und ihren Angehörigen macht das Hoffnung. Doch blicken kritische Kollegen genauer hin, zeigen sich häufig erhebliche Mängel im Aufbau und/oder der Durchführung einer Studie. Aus diesem Grund haben sich Wissenschaftler aus Großbritannien, Kanada und den USA gemeinsam für eine Anhebung der Standards ausgesprochen. Ihrer Meinung nach sollten Krebsmedikamente in der Studienphase künftig höhere Anforderungen erfüllen, um der Forschung und den Patienten wirklich zu nutzen.

Die Arbeitsgruppe hatte sich Studien der Jahre 2014 bis 2016 noch einmal angesehen. In diesem Zeitraum waren 32 Medikamente gegen Krebs so gut in insgesamt 54 Untersuchungen bewertet worden, dass Hoffnungen in die Behandlungseffekte gesetzt und sie daher zugelassen wurden. Es ist hierbei der Regelfall, dass Wirkstoffe in randomisierten Studien an Freiwillige vergeben werden. Fehler beim Versuchsaufbau, der Durchführung selbst oder der späteren Auswertung sind jedoch möglich. Die Arbeitsgruppe fand vermehrt solche Fehler.

Fehlerhafte Studien

Nur in zehn der Studien war das Gesamtüberleben der Patienten als wichtiger Erfolgsfaktor erfasst worden. Die Mehrheit der Studien orientierte sich an anderen Messwerten, die oft nur indirekt aussagen konnten, ob Patienten mit dem Medikament besser und/oder länger lebten. Bei 19 Studien und damit in 49 Prozent der Fälle bestand ein Risiko, dass die Ergebnisse verzerrt seien, da es Probleme beim Design, der Durchführung oder der Auswertung gab.

Allerdings konnte die nachträgliche Bewertung der Arbeitsmethoden nur zeigen, dass es Risiken gab und nicht, ob Verzerrungen wirklich auftraten. Im Interesse der Patienten wäre es jedoch ratsam, künftig mehr auf die Qualitätsbewertung eines Wirkstoffes zu schauen und nicht nur grob die Wirksamkeit aufzuzeigen.

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  • Bildnachweis: Wirkstoff-Tablette © Kurt Kleemann - www.fotolia.de

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