Katheter - Formen, Anwendung und Risiken

Als Katheter bezeichnet man ein spezielles medizinisches Instrument. Es handelt sich um ein Rohr oder einen Schlauch, oftmals aus Kunststoff, Silikon oder Gummi, das bzw. der in Hohlorgane wie etwa Blase, Darm, Magen oder Gefäße eingeführt wird, um diese zu leeren, zu füllen, zu sondieren oder zu spülen. Sie lassen sich therapeutisch als auch diagnostisch nutzen. Informieren Sie sich über Formen, Anwendung und Risiken von Kathetern.

Einsatz und Verwendungszwecke unterschiedlicher Katheterarten

Katheter - Merkmale und Funktion

Bei einem Katheter handelt es sich um ein medizinisches Instrument, das sowohl starr als auch flexibel sein kann. Man bringt ihn in Körperhöhlen oder Hohlorgane ein, um Krankheiten entweder zu diagnostizieren oder zu behandeln.

Katheter dienen zum

  • Sondieren
  • Füllen
  • Spülen oder
  • Entleeren

von Blutgefäßen oder Hohlorganen wie Magen, Darm und Blase. Auch für Herz und Ohr sind sie geeignet.

Der wichtigste Bestandteil des Katheters ist ein biegsames oder starres Rohr, das unterschiedlich lang sein kann. An beiden Seiten des Instrumentes befinden sich Öffnungen, die Katheteraugen genannt werden.

Das Legen eines Katheters wird als Katheterisierung bezeichnet.

Aufbau eines Katheters

Der Begriff "Katheter" stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "hinab senden". In der Regel sind Katheter Schläuche oder Röhrchen mit unterschiedlichem Durchmesser.

Silikon und Co. - Materialien von Kathetern

Ihr Material kann aus

  • Metall
  • Silikon
  • Kunststoff
  • Glas oder
  • Gummi

bestehen.

Charrière: Durchmesser eines Katheters

Die Wandung des Gerätes ist entweder ringförmig verstärkt oder spiralig. Den Außendurchmesser eines Katheters gibt man zumeist in French (FR) oder Charrière (Charr.) an.

Ein Charrière entspricht dabei einem Drittel Millimeter. Bei Kindern wählt man meist 8 bis 10 Ch, bei Frauen 12 bis 14 Ch, während bei Männern Katheter mit 16 bis 18 Ch eingesetzt werden. Es gibt unterschiedliche Farbcodes:

  • Charrière 8: blau
  • Charrière 10: schwarz
  • Charrière 12: weiß
  • Charrière 14: grün
  • Charrière 16: orange
  • Charrière 18: rot
  • Charrière 20: gelb
  • Charrière 22: violett

Einsatzgebiete: Wann werden Katheter gelegt?

Ein Katheter lässt sich in vielen Bereichen einsetzen und ist für die medizinische Versorgung unverzichtbar geworden. Die schlauchförmigen Instrumente kommen auf zahlreichen medizinischen Gebieten wie

  • der Urologie
  • der Radiologie
  • der Inneren Medizin
  • der Neurologie und sogar
  • der Schmerztherapie

zum Einsatz.

Katheter in der Urologie

Besonders häufig verwendete Katheter sind

Ein typisches Anwendungsfeld von Kathetern ist ein Blasenkatheter. Dabei kann mit einem Einmal-Katheter durch die Harnblase eine Urinprobe entnommen oder eine Harnstauung behandelt werden, indem man aufgestauten Urin ablässt.

Pigtail-Katheter

In der Urologie kommen häufig Pigtail-Katheter zum Einsatz. Sie sind am Ende zu einem Kringel aufgerollt; auf diese Weise soll ein Verrutschen des Katheters, wenn dieser positioniert wurde, vermieden werden.

Wird der Katheter eingeführt, verläuft ein Führungsdraht durch das aufgewundene Ende. Sobald man diesen Draht entfernt, kommt es zum Einrollen des Katheterendes. Im urologischen Bereich setzt man den Doppel-J-Katheter ein, bei dem vorderes und hinteres Ende aufgerollt sind.

Katheter in der Kardiologie

Zur Diagnose und Behandlung von koronaren Herz-Kreislauferkrankungen benutzt man einen Herzkatheter. Dabei wird ein zeitweiliger Zugang zum Blutkreislauf hergestellt.

Eine weitere Form ist der periphere venöse Verweilkatheter. Dabei wird eine Hohlnadel in eine Vene der zu behandelnden Person gestochen. Über diese Hohlnadel wird anschließend der Katheterschlauch in das Blutgefäß geschoben.

Damit der Schlauch nicht verrutscht, befestigt man ihn mit einem Fixierpflaster. Auf diese Weise verabreicht man dem Patienten bestimmte Medikamente oder Flüssigkeit.

Legt man einen Katheter in eine herznahe Vene, bezeichnet man dies als zentralen venösen Katheter. Auch dabei werden Medikamente oder Flüssigkeiten zur Ernährung verabreicht. Darüber hinaus kann der Druck in den großen Venen gemessen werden.

Katheter in der Anästhesie

Ein weiteres Verwendungsfeld für Katheter ist die Anästhesie, um Schmerzen zu behandeln oder eine Betäubung vorzunehmen. So werden zum Bespiel Lokalanästhetika über einen Periduralkatheter verabreicht, wodurch es zu einer Hemmung der Schmerzübertragung in den Rückenmarksnerven kommt.

Ebenso lassen sich chronische Schmerzen mit Hilfe solcher Katheter wirkungsvoll behandeln. Oftmals kann der Patient die Dosierung sogar selber steuern.

Katheter in der Radiologie

Auch für Röntgenuntersuchungen lässt sich ein Katheter gut verwenden. Dabei bringt man durch den Katheter ein Röntgenkontrastmittel in die Körperregion ein, die untersucht werden soll.

Katheter legen: Durchführung

Das Legen eines Katheters wird als Katheterisierung bzw. Katheterisieren bezeichnet. Es kann aus diagnostischen als auch aus therapeutischen Gründen erfolgen. Wie dieser Vorgang abläuft, hängt von der Art des Katheters ab - auf diesen Bereich gehen wir im weiteren Verlauf dieses Artikels ein.

Wie lange darf ein Katheter drin bleiben?

Auch die Frage, wie lange ein Katheter im Körper des Patienten verbleiben darf, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gibt Dauerkatheter sowie solche, die für einen kürzeren Tragezeitraum vorgesehen sind.

Wechseln und Pflegen von Kathetern

Auch die Pflege sowie der Wechsel von Kathetern ist in Abhängigkeit zu den verschiedenen Varianten zu sehen. Im nächsten Punkt gehen wir detaillierter darauf ein.

Unterschiedliche Arten von Kathetern

Venenkatheter

Zu den häufig verwendeten Katheterformen zählen Venenkatheter. Man teilt sie auf in zentrale und periphere Venenkatheter.

Suprapubischer und transurethraler Katheter: Zentraler Venenkatheter

Der zentrale Venenkatheter dient der Zufuhr von Nährstofflösungen, Medikamenten oder Elektrolytlösungen. Der Schlauch wird dabei bis zur oberen oder unteren Hohlvene vor dem rechten Herzvorhof eingeführt.

Je nach Verwendungs- bzw. Tragedauer unterscheidet man mehrere Varianten. Hier informieren wir ausführlich über den zentralen Venenkatheter.

Peripherer Venenkatheter

Eine andere Form des Venenkatheters ist der periphere Venenkatheter (PVK), auch Venenverweilkatheter oder Venenverweilkanüle genannt. Gemeint ist damit ein kleiner Katheter, den man in periphere Körpervenen einführt. Zusammengesetzt wird ein peripherer Venenkatheter aus einer Stahlkanüle sowie einem umhüllenden Katheter aus Kunststoff.

Verwendungszwecke des Venenkatheters

Periphere Venenkatheter sind in der Medizin weit verbreitet. Zum Einsatz gelangen sie vor allem bei der intravenösen Zufuhr von Medikamenten, Infusionen und Bluttransfusionen. Aber auch zum Piercen werden sie mittlerweile verwendet. Durch eine Spülung soll die Blutgerinnung innerhalb der Harnblase unterbunden werden.

Zugangswege des peripheren Venenkatheters

Für das Einbringen eines peripheren Venenkatheters kommen mehrere Zugangswege in Betracht. Dazu gehören

  • die Unterarmvenen
  • die Handrückenvenen sowie
  • die Ellenbeugenvene (Vena cubitalis).

Blasenkatheter, z.B. Tiemann-Katheter

Der Blasenkatheter dient der retrograden Füllung der Harnblase oder der passiven Entleerung von Urin. Er kann über die Harnröhre als auch über die Bauchdecke eingeführt werden.

Dementsprechend unterscheidet man zwischen einem transurethralen und einem suprapubischen Blasenkatheter. Auch der Tiemann-Katheter zählt zu den Blasenkathetern; er hat eine abgebogene Kugelspitze und läasst sich als Einmal-, Dauer- oder Spülkatheter einsetzen.

Alle Informationen zum Blasenkatheter erhalten Sie hier.

Ureter- und Nephrostomiekatheter

Ureter- und Nephrostomiekatheter kommen im Urogenitalsystem zur Anwendung. Sie dienen zur Ableitung des Urins.

Ureterkatheter

Als Ureterkatheter bezeichnet man einen speziellen Katheter, der den Harnleiter (Ureter) von innen schient und dafür sorgt, dass der Urin entweder in die Harnblase oder nach außen abfließen kann.

Zur Anwendung kommt ein Ureterkatheter

  • nach operativen Eingriffen an dem Harnleiter, der Harnblase oder dem Nierenbecken
  • bei Verengungen oder Verlegungen der Harnblase sowie
  • palliativ bei Tumoren.

Ebenso lässt er sich zu diagnostischen Zwecken verwenden.

Innerer und äußerer Splint beim Ureterkatheter

Bei einem Ureterkatheter wird zwischen einem inneren und einem äußeren Splint unterschieden. Durch den inneren Splint, auch Pigtail genannt, kann der Harn aus der Niere in die Harnblase abgeleitet werden. Gleichzeitig schient er den Harnleiter.

Zu den Vorteilen des inneren Splints gehört, dass er äußerlich nicht sichtbar ist. Da jedoch die Ventilfunktion der Blase außer Kraft gesetzt ist, besteht das Risiko von aufsteigenden Infektionen.

Beim äußeren Splint wird der Urin vom Harnleiter über die Blase nach außen abgelassen. Oftmals legt man gleichzeitig mit einem äußeren Splint auch einen transurethralen Katheter an, an dem sich der Ureterkatheter befestigen lässt.

Des Weiteren erfolgt der Anschluss an einen gesonderten Beutel. Auch beim Anlegen eines äußeren Splints besteht die Gefahr von aufsteigenden Infektionen.

Nephrostomiekatheter

Ein Nephrostomiekatheter kommt im Rahmen einer perkutanen Nephrostomie zur Anwendung. Gemeint ist damit die äußere Ableitung von Urin aus dem Nierenbecken mithilfe eines Katheters.

Durchgeführt wird eine perkutane Nephrostomie bei Abflussbehinderungen des Urins durch das Nierenbecken. So besteht das Risiko eines Urinstaus, der die Nierenfunktion beeinträchtigt und das Organ schwer in Mitleidenschaft ziehen kann.

Verursacht wird eine Harnstauungsniere zumeist durch

Aber auch Operationen an den Harnorganen können das Anlegen eines Nephrostomiekatheters erforderlich machen.

Durchführung der Nephrostomie

Im Rahmen einer Nephrostomie sticht man zunächst unter Röntgen- oder Ultraschallkontrolle einen Nierenkelch an. Im Anschluss wird über den Nierenkelch ein Plastikschlauch im Nierenbecken platziert.

Danach bringt der behandelnde Arzt den Nephrostomiekatheter an der Haut an und verbindet ihn mit einem speziellen Urinbeutel. Der Urin kann nun über die Haut nach außen abfließen.

Ballonkatheter

Unter einem Ballonkatheter versteht man einen Katheter aus Kunststoff, der an seiner Spitze mit einem entfaltbaren Ballon ausgestattet ist. Er kommt vor allem in der Angioplastie zur Anwendung, lässt sich aber auch zur Katheterisierung der Harnblase einsetzen.

Ballonangioplastie

Verwendet werden Ballonkatheter im Rahmen der Perkutanen Transluminalen Coronaren Angioplastie (PCTA). Dieses Verfahren ist auch unter den Bezeichnungen Ballondilatation oder koronare Ballonangioplastie bekannt.

Bei der Angioplastie handelt es sich um eine medizinische Methode zur Beseitigung von Gefäßeinengungen (Stenosen). Bei einer Ballonangioplastie führt man den Ballonkatheter mithilfe eines Führungsdrahtes über die Oberschenkelarterie bis zur verengten Stelle im Herzkranzgefäß.

Durch eine Röntgenkontrolle via Bildschirm hat der behandelnde Arzt jederzeit Einblick über den Ablauf des Geschehens. Um die Lage des Ballons genau kontrollieren zu können, wird ein Röntgenkontrastmittel injiziert.

Mithilfe des Kontrastmittels und einer Kochsalzlösung bläht man den Ballon für ungefähr zehn bis dreißig Sekunden auf. Auf dieses Weise kann das verengte Blutgefäß erweitert werden. Diesen Vorgang wiederholt man so lange, bis die Gefäßerweiterung abgeschlossen ist.

Das Verfahren macht sich die Elastizität der Blutgefäße zunutze. Bei rund 90 Prozent aller Patienten verläuft die Ballondilatation erfolgreich.

Medikamenten-beschichtete Ballonkatheter

Eine Weiterentwicklung der Ballonkatheter stellen die medikamenten-beschichteten Ballonkatheter dar. Diese beschichtet man an ihrer Oberfläche mit einem bestimmten Medikament. Dieses Mittel wird dann an der Gefäßengstelle aufgetragen.

Stentkatheter

Spricht man von Stents, sind damit gitterförmige, kleine Gefäßstützen gemeint. Diese werden mithilfe eines speziellen Katheters in ein zuvor aufgedehntes Blutgefäß eingesetzt. Durch den Stent lässt sich die Gefäßwand mechanisch stabilisieren und einer weiteren Verengung vorbeugen.

Einsetzen des Stents

Das Einsetzen eines Stents erfolgt mit einem Herzkatheter. Nach dem ersten Aufweiten der verengten Gefäßstelle mithilfe eines Ballons, tauscht man den Herzkatheter gegen einen Ballonkatheter, der einen aufmontierten Stent enthält, aus und platziert den Stent-Ballon an der Engstelle.

Über einen Röntgenmonitor kontrolliert der Arzt den Ablauf. Schließlich wird die Schutzhülle des Stents entfernt und das Gefäßgitter in die richtige Position gebracht. Während der Implantation injiziert man dem Patienten ein blutgerinnungshemmendes Mittel, um die Ablagerung von Blutplättchen zu verhindern.

Wenn Sie sich genauer über Stents informieren wollen, lesen Sie unseren separaten Artikel zum Thema.

Herzkatheter

Bei einem Herzkatheter handelt es sich um einen elastischen, dünnen Kunststoffschlauch. Er wird bei einer Herzuntersuchung eingeführt, um eine Messung des Drucks in den herznahen Gefäßen oder den Herzkammern durchzuführen. Dazu benutzt man entweder einen Mikrodruckwandler oder einen externen Druckwandler, der mit einem Registriergerät ausgestattet ist und sich an der Spitze des Katheters befindet.

Funktionen des Herzkatheters

Durch eine Herzkatheteruntersuchung ist es möglich,

  • die beiden Herzkammern sowie die Vorhöfe darzustellen und auszumessen
  • die Herzklappenfunktionen zu beurteilen
  • mögliche Verengungen oder Verschlüsse der Gefäße zu erkennen oder
  • angeborene Herzfehler zu diagnostizieren.

Methoden: Unterschiedliche Herzkatheterverfahren

In der Kardiologie unterscheidet man zwischen zwei Herzkatheterverfahren. Dies sind der Rechtsherz-Katheter (venöser Katheter) und der Linksherz-Katheter (arterieller Katheter).

Rechtsherz-Katheter

Beim Rechtsherz-Katheter wird zunächst eine Vene in der Leistenbeuge punktiert. Nach der Punktion führt der Arzt über eine Kanüle eine dehnbare Führungssonde ein. Über die Führungssonde wird dann nach dem Entfernen der Kanüle der Herzkatheter eingeführt.

In manchen Fällen legt man die Vene auch durch einen geringfügigen Hautschnitt frei und nimmt dann die Punktion vor. Unter Röntgenkontrolle wird der Herzkatheter über das Blutgefäßsystem bis zur rechten Herzkammer vorgeschoben.

Über den Herzkatheter hat der Arzt die Möglichkeit,

  • Blut abzunehmen
  • ein Röntgenkontrastmittel zu injizieren oder
  • eine Druckmessung der rechten Herzkammer sowie der Lungenschlagader durchzuführen.
Linksherz-Katheter

Der Linksherz-Katheter ähnelt im Prinzip dem Rechtsherz-Katheter. Allerdings wird bei dieser Methode anstelle einer Vene eine Arterie in der Leistengegend punktiert. Danach führt man den Herzkatheter in die linke Herzkammer ein und platziert ihn am linken oder rechten Herzkranzgefäßabgang. Durch den Einsatz eines Röntgenkontrastmittels können die Herzkranzgefäße auf dem Bildschirm sichtbar gemacht werden.

Therapeutische Anwendung der Herzkatheter

Ein Herzkatheter eignet sich aber auch zur therapeutischen Anwendung. So können mit ihm Erweiterungen der Herzkranzgefäße sowie das Implantieren von Stents durchgeführt werden.

Voruntersuchungen

Vor einer Herzkatheter-Untersuchung sind verschiedene Voruntersuchungen wichtig. Dazu zählen unter anderem

Außerdem darf der Patient am Untersuchungstag nichts essen.

Periduralkatheter

Als Periduralkatheter bezeichnet man einen Katheter, der bei einer Periduralanästhesie (PDA) zur Anwendung kommt. Dabei werden die Nervenwurzeln im Periduralraum betäubt.

Periduralanästhesie

Die Periduralanästhesie zählt zu den rückenmarksnahen Anästhesieformen. Bei diesem Verfahren wird eine Betäubung durch die Blockade der Nervenwurzeln, die aus dem Rückenmark austreten und den Periduralraum durchziehen, vorgenommen. Zur Anwendung kommt sie vor allem bei Operationen an den Beinen, dem Brustkorb oder dem Bauchraum.

Der Periduralraum

Im Periduralraum befinden sich zahlreiche Blutgefäße sowie Bindegewebe und Fettgewebe. Außerdem fungiert er als eine Art Polsterung für das Rückenmark. Eine direkte Verbindung zwischen dem Rückenmark und dem Periduralraum gibt es allerdings nicht.

Die Nervenwurzeln, die aus dem Rückenmark austreten, ziehen sich abschnittsweise durch den Periduralraum. Genau an dieser Stelle setzt die Periduralanästhesie an.

Durchführung und weitere Anwendungsgebiete der Periduralanästhesie

Mithilfe eines schmalen Periduralkatheters injiziert man dem Patienten ein Schmerzmittel in den Periduralraum. Auf diese Weise kommt es zu einer Unterbrechung der Schmerzleitung, sodass der Patient keinen Schmerz mehr verspürt.

Falls erforderlich, lässt sich mithilfe des Periduralkatheters jederzeit eine weitere Dosis des Anästhetikums verabreichen. Aus diesem Grund eignet sich eine Periduralanästhesie besonders gut für Operationen, die längere Zeit in Anspruch nehmen. Bei größeren Eingriffen besteht auch die Möglichkeit, die Periduralanästhesie mit einer Vollnarkose zu kombinieren.

In manchen Fällen legt man Periduralkatheter ausschließlich zur Schmerzbehandlung an. Dazu gehören zum Beispiel die Wehen während des Geburtsvorganges. Nach Operationen können die Patienten durch den Periduralkatheter früher aufstehen, was positive Auswirkungen auf die Wundheilung hat.

Komplikationen der Periduralanästhesie

Die Periduralanästhesie mit einem Periduralkatheter gilt als sehr sicheres Verfahren, sodass nur selten Komplikationen wie

  • Nervenschäden
  • Verletzungen der Blutgefäße
  • Infektionen an der Punktionsstelle oder
  • allergische Reaktionen

auftreten.

Tubenkatheter

Tubenkatheter oder Ohrkatheter setzt man zur Erweiterung einer verengten Tube ein. Sie ähneln dem Ballonkatheter.

Als Tube, Ohrtrompete oder Eustachi-Röhre bezeichnet man die röhrenartige, paarige Verbindung zwischen dem Nasenrachen und dem Mittelohr. Sie ist wichtig für die Belüftung des Innenohrs sowie für den Druckausgleich. Bei ca. einem Prozent aller Bundesbürger liegt eine Verengung der Tube vor, was sich bei Luftdruckänderungen durch einen quälenden dumpfen Druck bemerkbar macht.

Darüber hinaus kann es zu Hörstörungen mit veränderter Geräuschwahrnehmung kommen. Ohne Behandlung besteht die Gefahr von chronischen Mittelohrentzündungen und Schwerhörigkeit.

Einsetzen des Tubenkatheters

Konnten Tubenfunktionsstörungen bislang nur durch den Einsatz von Nasensprays behandelt werden, gibt es mittlerweile ein modernes Verfahren, bei dem ein spezieller Katheter eingesetzt wird, um die verstopfte Tube zu erweitern. Als Vorbild dient dabei der Ballonkatheter, mit dem man in der Kardiologie die Herzkranzgefäße erweitert.

Zu diesem Zweck wurde das System an die Größenverhältnisse innerhalb des Ohrs angepasst. So wird ein modifizierter PCTA-Katheter mit einem speziellen Endoskop in die Ohrtrompete eingeführt. Dabei schiebt man den Katheter langsam und dosiert vor, um Verletzungen von sensiblen Strukturen zu vermeiden.

Für den Patienten gilt das minimal-invasive Verfahren als schonend. Im Vorfeld des Kathetereingriffs erfolgt eine Tubomanometrie, die zur präzisen Beurteilung der Tubenfunktion dient. Der Ablauf der Katheterbehandlung ähnelt der Ballondilatation mit einem Ballonkatheter.

Im Rahmen der Behandlung dehnt man den knorpeligen Tubenanteil auf ca. einen Millimeter aus. Auf diese Weise lassen sich die Ohrenbeschwerden bis zu 70 Prozent beseitigen. Zu beachten ist jedoch, dass sich die Engstelle nicht im knöchernen Tubenanteil befindet, sondern im knorpeligen Bereich. Mittlerweile bieten 30 Kliniken in Deutschland eine Behandlung mit dem speziellen Ohrkatheter an.

Shaldon-Katheter

Beim Shaldon-Katheter handelt es sich um einen Dialysekatheter, der zu den zentralen Venenkathetern zählt. Benannt wurde er nach dem britischen Mediziner Stanley Sheldon.

Aufbau des Shaldon-Katheters

Der Shaldon-Katheter besteht aus einem Kunststoffschlauch mit zwei Lumen. Diese entsprechen einem venösen sowie einem arteriellen Schenkel. Während aus dem arteriellen Schenkel das Blut in das Dialysegerät fließt, wird es durch den venösen Schenkel wieder zurück in den Körper geleitet.

Einsatzgebiete des Shaldon-Katheters

Zur Anwendung kommt der Shaldon-Katheter bei einer akuten Dialyse (Blutwäsche). Da die Einsatzbereitschaft eines Dialyseshunts zwischen drei und sechs Wochen in Anspruch nimmt, muss die Zeit bis dahin mit einem Dialysekatheter überbrückt werden.

Zugangswege des Shaldon-Katheters

Als Zugangswege für den Katheter stehen

  • die Vena subclavia sowie
  • die Vena jugularis interna

zur Verfügung. Über eine der beiden Venen wird der Shaldon-Katheter in die obere Hohlvene eingeführt. Ein weiterer möglicher Zugang besteht über die Leistenvene. Von dieser Option wird jedoch nur selten Gebrauch gemacht, da das Risiko von Komplikationen dabei höher ist.

Demers-Katheter

Ein weiterer Dialysekatheter ist der Demers-Katheter. Ebenso wie der Shaldon-Katheter dient er dazu, bei Nierenschwäche den Zeitraum bis zum Anlegen eines Dialyseshunts zu überbrücken. Auch er zählt zu den zentralen Venenkathetern und lässt sich sogar für eine dauerhafte Dialyse verwenden.

Zugangswege des Demers-Katheters

In der Regel führt man den Demers-Katheter auf der rechten Körperseite über

  • die Vena jugularis externa oder
  • die Vena jugularis interna

ein und schiebt ihn bis zum rechten Vorhof vor. Mithilfe einer Dacron-Muffe, die man unter der Haut implantiert, erhält der Katheter einen sicheren Halt. Außerdem lässt sich dadurch die Infektionsgefahr beträchtlich verringern.

Swan-Ganz-Katheter

Der Swan-Ganz-Katheter wurde 1970 von den amerikanischen Kardiologen Harold Jeremy Swan und William Ganz entwickelt. Man bezeichnet ihn auch als Pulmonalarterienkatheter oder Pulmonaliskatheter.

Anwendungsgebiete des Swan-Ganz-Katheters

Der Swan-Ganz-Katheter dient zur Messung

  • des Drucks im rechten Herzen und in der Pulmonalarterie
  • des Herzzeitvolumens sowie
  • des Pulmonalarterienverschlussdrucks.

Verwendung findet er sowohl in der Intensivmedizin als auch in der Anästhesie. So dient er bei schwerkranken Patienten dazu, deren Herz-Kreislaufsituation zu überwachen.

Durch die Druckmessung des rechten Herzens ist es möglich, die Funktionen der linken Herzhöhlen und der Lunge zu überprüfen. In der Anästhesie setzt man den Swan-Ganz-Katheter bei Herz- und Gefäßoperationen ein.

Fogarty-Katheter

Bei dem Fogarty-Katheter, der nach dem amerikanischen Chirurgen Thomas J. Fogarty benannt wurde, handelt es sich um einen dünnlumigen Katheter aus Kunststoff, der rund 75 Zentimeter lang ist. An seinem Ende befindet sich ein Ballon, den man mit einer NaCI/Heparin-Lösung füllen kann. Zur Anwendung kommt er im Rahmen einer arteriellen Embolektomie, bei der Blutgerinnsel aus einem Blutgefäß entfernt werden.

Funktion des Fogarty-Katheters

Während der Embolektomie nimmt der behandelnde Arzt zunächst eine Punktion an einer geeigneten Arterie vor. Dann schiebt er den Fogarty-Katheter hinter den Embolus, füllt den Ballon an der Spitze des Instruments mit der NaCI/Heparin-Lösung und entfernt das Blutgerinnsel aus dem betroffenen Gefäß.

Portkatheter

Unter einem Portkatheter oder Port versteht man ein implantiertes Kathetersystem, das durch die Haut punktiert wird. Durch den Port schafft man einen dauerhaften Zugang zu den venösen bzw. arteriellen Gefäßen oder Körperhöhlen wie dem Bauchraum.

Implantiert wird der spezielle Katheter zumeist ins Unterhautfettgewebe. Informieren Sie sich hier im Detail über den Portkatheter.

Quellen:

  • Ulrich von Hintzenstern: Praxisbuch Invasives Hämodynamisches Monitoring, Urban & Fischer Verlag, 2014, ISBN 3437316044
  • Hans Walter Striebel: Operative Intensivmedizin: Sicherheit in der klinischen Praxis, Schattauer, 2014, ISBN 3794528956
  • Jörg Braun, Roland Preuss: Klinikleitfaden Intensivmedizin: Mit Zugang zur Medizinwelt, Urban & Fischer Verlag, 2019, ISBN 3437237640
  • Nicole Menche: PFLEGEN: Biologie Anatomie Physiologie, Urban & Fischer Verlag, 2017, ISBN 3437254030
  • Johannes-Martin Hahn: Checkliste Innere Medizin, Thieme, 2018
  • Roland Hennes, Herbert A. F. Hofmann: Ports: Versorgungsstandards - Implantationstechniken - Portpflege, Springer, 2015, ISBN 366243640X
  • Veronika Sagmeister: BASICS Kardiologie, Urban & Fischer Verlag, 2016, ISBN 3437421891
  • Karsten Hartmann, Jens Alm, Franz-Xaver Breu, Uldis Maurins, Stefanie Reich-Schupke: Endovenöse Verfahren, Schattauer, 2014, ISBN 379453087X

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