18. Januar 2010
Von Viola Reinhardt
Die Gefäße des Menschen unterliegen im Laufe seines Lebens vielen Anforderungen, die durch eine genetische Veranlagung, einen Unfall oder eine auftretende Erkrankung Defekte erleiden können, die zu weitreichenden Beschwerden führen können. Stents leisten bei Gefäßdefekten eine wirkungsvolle Unterstützung im Rahmen der Behandlung und Behebung bestehender Beschwerden. So ermöglichen sie die Stabilisierung der Gefäßwand ebenso als auch das Offenhalten der Arterien und somit einen uneingeschränkten Blutfluss.
Eines der wichtigsten Einsatzgebiete der Stents stellt die Schaufensterkrankheit dar. Hierbei lösen verengte Beinarterien heftige Schmerzen beim Gehen aus. Zudem stirbt das Gewebe aufgrund der Unterversorgung nach zu nach ab, was auch unter der Bevölkerung recht gut als "Raucherbein" bekannt ist. Stents erweisen sich als Retter in der Not und können solch ein Gewebeabsterben verhindern. Eine neue Form der Stents beinhält zusätzlich die Möglichkeit nach und nach den integrierten Wirkstoff Paclitaxel abzugeben und somit einen neuerlichen Gefäßverschluss zu unterbinden.
Auch bei einem Glaukom, bekannt im Volksmund als Grauer Star, finden Stents ihren effektiven Einsatz. Bei dieser Augenerkrankung liegt ein zu hoher Augendruck vor, der bis zu einer Erblindung führen kann. Therapeutisch werden zunächst Medikamente eingesetzt, allerdings kann bei einer fortgeschrittenen Erkrankung eine Operation nötig werden. Eine neuartige OP-Methode ist hierbei der Einsatz von Mikro-Stents. Diese ultrafeinen Röhrchen werden im inneren Augenwinkel eingesetzt und ermöglichen dadurch das Abfließen des Kammerwassers in den natürlichen Abfluss des Auges.
Eine dritte Erkrankung, bei der Stents eingesetzt werden, ist das sogenannte Aneurysma, die mehr als 200.000 Menschen in Deutschland betrifft. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine sackartige Erweiterung einer Ader, die durch eine krankhafte Schwäche der Gewebewand auftritt. Aneurysmen sind deshalb so gefährlich, da sie wesentlich leichter ein Blutgerinnsel hervorrufen können, die zu einer nachfolgenden Verschließung weiterer Adern führen und bei einem Platzen durchaus den Tod des Betroffenen auslösen. Eine neue Methode, bei der der Chirurg mittels eines Katheters eine schlauchförmige Stent-Prothese bis zur Aussackung einbringt, ermöglicht eine schonende Behandlung für den Patienten, die dazu führt, dass der betroffene Arterienabschnitt wieder zu einer normalen Größe gelangen kann.
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