13. Januar 2011
Im Rahmen einer Osteosynthese wird ein gebrochener Knochen mit einem Metallimplantat versorgt. Nachdem der Knochen verheilt ist, kann das Implantat wieder entfernt werden.
Spricht man von einer Osteosynthese, meint man damit die operative Versorgung eines gebrochenen oder verletzten Knochens. Dabei werden Metallimplantate wie Platten, Nägel, Drähte oder Schrauben eingebracht, um die Knochenfragmente zu fixieren. Die Implantate halten die Bruchenden während des Zusammenwachsens in der richtigen Position. Durch eine Osteosynthese lässt sich der Knochen schneller wieder belasten als bei einer Gipsbehandlung. Nach der vollständigen Verheilung des Knochens haben die Implantate ausgedient und können operativ entfernt werden.
Ob das Osteosynthesematerial entfernt werden muss oder nicht, ist individuell unterschiedlich. Prinzipiell muss eine Entfernung des Implantats bei Kindern erfolgen, denn bei diesen wächst der Knochen weiter. Bei erwachsenen Patienten kann die Entfernung nötig sein, wenn es zu Druckbeschwerden oder Fremdkörpergefühlen durch das Implantat kommt oder eine Beeinträchtigung der Beweglichkeit der benachbarten Gelenke besteht. Ebenso erforderlich ist eine Entfernung bei einer Infektion oder der Lockerung des Implantats. Auch ein Durchbruch des Implantats durch die Haut nach außen ist im Bereich des Möglichen. Außerdem kann der Knochen geschwächt werden, sodass die Gefahr von erneuten Brüchen besteht.
Die Operation zur Entfernung des Osteosynthesematerials ist nicht sehr aufwendig und dauert nicht lange. Der genaue Zeitpunkt ist abhängig von der Lokalisation der Fraktur und der Art des verwendeten Implantats. Vor dem Eingriff muss der Knochen jedoch vollständig verheilt sein, was sich durch eine Röntgenaufnahme feststellen lässt. Je nach Art der Fraktur kann die Heilung zwischen vier und achtzehn Monaten dauern. Stören die Implantate nicht und treten keine Komplikationen auf, besteht auch die Möglichkeit sie im Körper zu belassen. Manchmal wird sogar von einer Entfernung abgeraten, wenn zum Beispiel die Operation zu riskant ist. In manchen Fällen entfernt man das Osteosynthesematerial auch nur teilweise.
Vor dem Eingriff müssen bestimmte blutverdünnende Medikamente für einige Tage abgesetzt werden. Auch auf das Rauchen sollte man am Tag der Operation verzichten. Die Art der Betäubung hängt von der Lokalisation des Knochenbruchs ab. In der Regel genügt eine örtliche Betäubung oder eine Leitungsanästhesie, aber auch eine Vollnarkose ist möglich.
Nachdem die zu behandelnde Stelle desinfiziert wurde, schneidet der Operateur die Haut im Narbenbereich auf und legt den betreffenden Knochen frei. Mithilfe von speziellen Instrumenten entfernt man dann das jeweilige Implantat. Anschließend vernäht der Chirurg die Wunde wieder und der Patient erhält einen Verband. Muss ein größerer Eingriff erfolgen, legt man oftmals einen Drainageschlauch an, damit es nicht zu einem Bluterguss kommt.
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