8. Februar 2010
Als Heuschnupfenmittel bezeichnet man Medikamente zur Behandlung von allergischer Rhinitis (Heuschnupfen). Zu den wirksamsten Mitteln gehören Antihistaminika und Kortison.
Ziel und Zweck von Heuschnupfenmitteln ist die Behandlung und Linderung von Heuschnupfen (allergischer Rhinitis). Dabei kommen vor allem Nasensprays, Tabletten und Augentropfen zur Anwendung.
Heuschnupfen ist ein weit verbreitetes Problem. Mehr als 20 Prozent der Bevölkerung leidet unter der pollenbedingten allergischen Rhinitis. Dabei kommt es zu unangenehmen Symptomen wie Fließschnupfen, Niesreiz, Augentränen, Juckreiz und verstopfter Nase. Als Folge dieser Beschwerden entstehen oftmals auch Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit. Die Betroffenen leiden durch diese zahlreichen Symptome unter einer deutlichen Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität. Um dem entgegen zu wirken, kommen drei Therapiemöglichkeiten in Betracht: Karenz, also die Meidung des Allergens, eine spezifische Immuntherapie (SIT), die auch als Hyposensibilisierung bezeichnet wird sowie der Einsatz von Medikamenten.
Spezielle Präparate gegen Allergien sind Antiallergika, die auch gegen Heuschnupfen zur Anwendung kommen. Dazu gehören vor allem Mastzellstabilisatoren und Antihistaminika. Mastzellstabilisatoren bewirken, dass weniger von dem Botenstoff Histamin, der sich zum Teil in den Mastzellen ablagert, freigesetzt wird. Histamin ist verantwortlich für zahlreiche allergische Symptome wie Schnupfen, Niesen, Juckreiz oder Augentränen. Da die Mastzellstabilisatoren jedoch nicht für die Bekämpfung von akuten Symptomen geeignet sind, muss bereits zwei bis drei Wochen vor Beginn der Pollensaison mit ihrer Anwendung begonnen werden. Danach wendet man das Mittel viermal täglich, während der gesamten Pollensaison, in Form von Nasensprays oder Augentropfen an. Da die Nasenschleimhäute durch die ständige Anwendung nicht geschädigt werden, eignen sich Mastzellstabilisatoren gut zur Langzeit-Therapie.
Für die Behandlung von akuten Beschwerden kommen Antihistaminika zum Einsatz. Diese sind in der Lage die Ausschüttung von Histamin im Körper umgehend zu blockieren oder einzuschränken. Dadurch ist es möglich eine allergische Reaktion zu verhindern oder zumindest abzumildern. Verabreicht werden Antihistaminika in Form von Nasensprays, Augentropfen oder Tabletten. Dabei kommen zumeist H1-Antihistaminika der 2. Generation zum Einsatz, da sie weniger müde machen als H1-Antihistaminika der 1. Generation.
Noch wirksamer als Antihistaminika sind topische Glukokortikoide (Kortison). Dabei werden Wirkstoffe wie Budesonid, Flunisolid, Fluticason oder Mometason eingesetzt. Sie bewirken, dass sämtliche nasalen Symptome unterdrückt werden. Darüber hinaus wirken sie, im Gegensatz zu Antihistaminika, auch gegen eine verstopfte Nase. Dafür wirkt das Kortison langsamer als die Antihistaminika. Oftmals werden Antihistaminika und Kortison zur effektiveren Behandlung miteinander kombiniert. Zur Anwendung kommen die Glukokortikoide in Form von Nasensprays und Augentropfen.
Weitere Mittel gegen Heuschnupfen sind herkömmliche Nasensprays- oder Tropfen, die für ein Abschwellen der Nasenschleimhaut sorgen. Diese können allerdings nur für einen kurzen Zeitraum eingesetzt werden. In der Homöopathie benutzt man auch pflanzliche Stoffe wie Pfahlrohr oder indisches Lungenkraut zur Behandlung von Heuschnupfen.
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