17. Juni 2010
Auf der ganzen Welt sterben etwa 600.000 Menschen nach einem Unfall, weil sie verbluten. Mittel, dass die Blutgerinnung fördert, soll nun Abhilfe verschaffen. Durch das Stoppen der Blutungen können Notärzte mehr Zeit gewinnen, um die Unfallopfer in die nahegelegenen Krankenhäuser zu bringen, sodass ein geringeres Risiko besteht, dass sie auf dem Weg dorthin verbluten.
Gerade Patienten, die an Arteriosklerose leiden und auf die Verwendung von Blutverdünnern angewiesen sind, laufen Gefahr sehr schnell zu verbluten. Die Blutgerinnsel, die bei der Arterienverkalkung entstehen sind häufig Auslöser von Schlaganfällen und Herzinfarkten. Die Durchblutungsmittel verdünnen das Blut und lösen so die Gerinnsel auf, weshalb diese Leute besonders schnell verbluten können. Durch den Einsatz des Blutgerinners Tranexamsäure befürchtete man allerdings zunächst, dass das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko für diesen Patientenkreis wieder ansteigen könnte.
In einer weltweiten Studie mit 20.000 Unfallopfern erwies sich der Blutgerinner jedoch als äußerst wirkungsvoll. Ein Sechstel mehr Patienten konnten so vor dem Tod durch Verbluten gerettet werden. Außerdem ergab sich aus der Verwendung der Tranexamsäure kein höheres Risiko für Arteriosklerosepatienten einen Infarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Das Mittel wird bereits bei schweren Operationen erfolgreich eingesetzt und soll nun auch in Notfalleinsätzen gebraucht werden.
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