24. Februar 2010
Unter Durchblutungsmitteln versteht man Medikamente, die durchblutungsfördernd wirken. Mit ihrer Hilfe können die Fließeigenschaften des Blutes verbessert werden.
Ziel und Zweck von Durchblutungsmitteln ist die Förderung und Verbesserung der Durchblutung im gesamten Körper. Durch den Einsatz von durchblutungsfördernden Mitteln kann die Blutversorgung in den verschiedenen Körperteilen, Organen und Geweben verbessert werden. Dabei kommen verschiedene Wirkstoffe zur Anwendung, die entweder den Zufluss oder den Abfluss des Blutes verbessern sollen.
Zu den häufigsten Anwendungsgebieten von Durchblutungsmitteln gehören Krankheiten und Beschwerden wie arterielle Durchblutungsstörungen, Herzinfarkt, Gefäßverschlüsse, Venenerkrankungen, die Meniere-Krankheit, Störungen der Hirnleistung, Tinnitus und Erektionsstörungen. Darüber hinaus können auch lokal wirksame Durchblutungsmittel zum Einsatz kommen. Diese erzeugen durch Reizung der Haut einen vermehrten Zufluss an Blut und sorgen dafür, dass den behandelten Körperstellen mehr Sauerstoff und Nährstoffe zur Verfügung stehen. Eingesetzt werden örtliche Durchblutungsmittel vor allem bei Muskelverspannungen, Gelenksarthrose, Sehnenscheidenentzündungen oder entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.
Ziel sämtlicher Durchblutungsmittel ist die Verbesserung der Sauerstoffversorgung des Gewebes. Darüber hinaus soll das Absterben von Zellen verhindert werden. Dies wird erreicht durch die Erweiterung von Arterien und Venen, das Auflösen von Gefäßverschlüssen, verbesserte Fließeigenschaften des Bluts sowie durch Neubildung von Blutgefäßen.
Bei dem Einsatz von Durchblutungsmitteln unterscheidet man zwischen äußerlich und innerlich anzuwendenden Mitteln. Innerlich anzuwendende Mittel sind z.B. Prostaglandine wie Alprostadil. Diese werden mit Spritzen oder Infusionen direkt in die Blutbahn injiziert. Sie bewirken eine Erweiterung der zuführenden Blutgefäße und verhindern ein Zusammenkleben von Blutplättchen. Auch der Wirkstoff Dihydroergotoxinmethansulfonat verhindert das Zusammenkleben der Blutplättchen und erweitert die Blutgefäße, indem er bestimmte Rezeptoren des vegetativen Nervensystems blockiert. Zudem sorgt er für eine positive Beeinflussung des Hirnstoffwechsels. Dihydralazin und Hydralazin sind Wirkstoffe, die eine Absenkung des Blutdrucks durch starke Gefäßerweiterung bewirken und daher als Antihypertensiva zum Einsatz kommen. Weitere Durchblutungsmittel sind Thrombozytenaggregationshemmer wie Clopidogrel oder Acetylsalicylsäure, die ein Zusammenkleben von Thrombozyten (Blutplättchen) verhindern. Auf diese Weise können die Fließeigenschaften des Bluts verbessert werden, wodurch es auch zu weniger Blutgerinnseln kommt. Weitere Wirkstoffe, die die Fließeigenschaften des Bluts verbessern, sind Buflomedil, Pentoxifyllin, Naftidrofuryl, Moxaverin und Extrakte aus Ginkgo. Äußerlich anzuwendende Durchblutungsmittel wirken durch die Reizung der Haut, wodurch es zu einer örtlichen Erweiterung der Blutgefäße und somit zu einer besseren Durchblutung bis in tiefere Gewebeschichten kommt. Zu den eingesetzten Wirkstoffen gehören Campher, Capsaicin, Nonivamid, Nicoboxil und Benzynikotinat, die oftmals miteinander kombiniert werden.
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