Unter Medizinpflastern versteht man Heftpflaster mit Arzneistoffen, die man unmittelbar auf die Haut aufbringt. Man unterscheidet zwischen Reise-, Schmerz- und Hormonpflastern.
Gerade bei chronischen Erkrankungen ist es wichtig, regelmäßig Medikamente einzunehmen, was den Patienten jedoch nicht immer leicht fällt. So tun sich manche Menschen schwer damit, Tabletten zu schlucken, andere wiederum schütteln sich vor Ekel, wenn sie bittere Tropfen einnehmen müssen. Häufig wird die Einnahme zum richtigen Zeitpunkt auch schlicht und einfach vergessen. Um es Patienten leichter zu machen, eine medikamentöse Therapie zu befolgen, wurden von der Pharmaindustrie mittlerweile so genannte Medizinpflaster entwickelt.
In der Medizin bezeichnet man Arzneimittelpflaster auch als transdermale Pflaster oder transdermales therapeutisches System (TTS). Dabei handelt es sich um Heftpflaster, die wie ein normales Pflaster einfach auf die Haut aufgeklebt werden. Im Unterschied zu den herkömmlichen Pflastern enthalten transdermale Pflaster jedoch einen speziellen Arzneistoff, der nach dem Aufkleben freigesetzt und von der Haut aufgenommen wird.
Von dort aus gelangt der jeweilige Wirkstoff in die Blutbahn. Ein vorzeitiger Abbau in der Leber oder im Magen-Darm-Trakt wird auf diese Weise umgangen. Die Freigabe des Wirkstoffes erfolgt über einen längeren Zeitraum und in gleichmäßigen Mengen. Zu den bekanntesten transdermalen Pflastern gehören:
Reisepflaster werden bereits seit den 70er Jahren gegen die Reisekrankheit eingesetzt. Als Klassiker gilt dabei das Scopolamin-Pflaster. Dieses bringt der Patient fünf Stunden vor Reisebeginn an einer unbehaarten Stelle hinter dem Ohr an. Das Pflaster enthält Wirkstoffe, die gegen Übelkeit, Erbrechen und Schwindelgefühle helfen.
Allerdings ist es nach dem Aufkleben des Pflasters wichtig, sich gut die Hände zu waschen, da durch Scopolamin Sehstörungen auftreten können, wenn es mit den Augen in Berührung kommt.
Schmerzpflaster eignen sich besonders gut für die Behandlung von chronischen Schmerzen. So ermöglicht das transdermale Pflaster eine längere schmerzstillende Wirkung. Im Gegensatz zu Tabletten sind auch weniger Nebenwirkungen wie zum Beispiel Verstopfung zu befürchten, da der Magen-Darm-Trakt umgangen wird. Seit einigen Jahren sind Schmerzpflaster mit dem Wirkstoff Buprenorphin gebräuchlich, die einen Wirkungseffekt von 5–8 Stunden haben.
In den letzten Jahren haben auch Hormonpflaster an Bedeutung gewonnen. Diese verfügen über den Vorteil, dass sich der Wirkstoff erheblich geringer dosieren lässt. Erhältlich sind Hormonpflaster mit einer Dosierung für dreieinhalb und sieben Tage. Auf diese Weise braucht man das Pflaster nur ein- oder zweimal in der Woche auszuwechseln, während man Tabletten meist mehrfach täglich einnehmen muss.
Ein Nachteil von transdermalen therapeutischen Systemen ist allerdings, dass sie wesentlich teurer sind als Medikamente, die oral eingenommen werden. Daher gilt es, ihren Einsatz gut abzuwägen.
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