21. Januar 2010
Unter Antiretroviralen Mitteln versteht man Medikamente, die die Vermehrung von Retroviren blockieren. Sie kommen vor allem bei der Behandlung von HIV (AIDS) zum Einsatz.
Zweck von antiretroviralen Medikamenten (ARV) ist die Hemmung der Vermehrung von Retroviren, damit diese sich nicht weiter im menschlichen Organismus ausbreiten können. Die Präparate kommen vor allem im Rahmen einer Hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) zur Anwendung, um eine Infektion mit HIV (AIDS) zu behandeln.
Als Retroviren bezeichnet man Viren, die eine Zelle, in die sie eingedrungen sind, dazu bringen nicht mehr ihre eigene DNA herzustellen. Stattdessen wird die DNA des Retrovirus produziert. Diese Umprogrammierung hat zur Folge, dass immer mehr schädliche Retroviren entstehen, sodass diese sich schließlich im ganzen Körper ausbreiten. Auf diese Weise können bestimmte Krebserkrankungen oder die Immunschwächekrankheit AIDS (HIV) ausgelöst werden. Mit Hilfe von antiretroviralen Medikamenten ist es möglich die Neuproduktion von Retroviren zumindest zu verlangsamen. Darüber hinaus wirken sie sich stärkend auf das Immunsystem aus, damit mehr Abwehrkörper gegen die Retroviren gebildet werden können.
Haupteinsatzgebiet von antiretroviralen Mitteln ist die Autoimmunkrankheit HIV (AIDS). Durch die Anwendung der Medikamente kann die fortwährende Produktion von HI-Viren verlangsamt werden, wodurch sich eine Erkrankung an AIDS lange, oftmals um mehrere Jahre, hinausschieben lässt. Geheilt oder gestoppt werden kann AIDS auch mit den antiretroviralen Medikamenten nach wie vor nicht, da sich das HI-Virus, das zu den Retroviren gehört, immer noch nicht vollständig zerstören oder aus dem Organismus entfernen lässt. Die Therapie von HIV muss also lebenslang durchgeführt werden. Die Behandlung erfolgt zumeist als Hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART), bei der verschiedene antiretrovirale Medikamente miteinander kombiniert werden.
Zu den verschiedenen antiretroviralen Arzneistoffgruppen, die zum Einsatz gelangen, gehören Nukleosidanaloge Reverse Transkriptasehemmer (NRTI) und Nicht Nukleosidanaloge Transkriptasehemmer, die die ersten antiretroviralen Mittel auf dem Markt waren und die verhindern, dass sich das Viren-Enzym Reverse Transkriptase reproduzieren kann, wodurch eine Vermehrung des HI-Virus verhindert wird. Weitere Arzneistoffe sind Protease-Hemmer, die das Enzym HIV Protease blockieren und dadurch eine Vermehrung des HI-Virus in einem späten Lebenszyklus unterbinden, Fusionshemmer, die eine Verschmelzung von Virus- und Zellmembran verhindern, CCR5-Antagonisten, die das Eindringen von HI-Viren in die Immunzellen unterbinden, wodurch neue Zellen vor einer Vireninfektion geschützt werden können sowie Integrase-Hemmer, die eine Hemmung des Virenenzyms Integrase bewirken, wodurch sich das Viruserbgut nicht in das menschliche Erbgut einbinden kann.
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