21. Januar 2010
Als Antihistaminika werden spezielle Arzneimittel zur Behandlung von Allergien bezeichnet. Sie blockieren die Histamin-Rezeptoren im Organismus und schränken auf diese Weise die Wirkung des Botenstoffs Histamin ein.
Ziel und Zweck von Antihistaminika, die auch als Histamin-Rezeptorantagonisten oder Histamin-Rezeptorblocker bezeichnet werden, ist in erster Linie die Behandlung von Allergien. Darüber hinaus lassen sie sich aber auch gegen Magengeschwüre einsetzen.
Bei Antihistaminika unterscheidet man zwischen den vier Gruppen H1-, H2-, H3- und H4-Histaminrezeptoren. Medizinisch von Bedeutung sind jedoch nur die H1- und H2-Antihistaminika, die gegen Allergien und Magengeschwüre Verwendung finden. H1-Antihistaminika wiederum werden in 1. und 2. Generation unterteilt. Sie dienen vor allem zur Behandlung von Allergien, indem sie die Ausschüttung des körpereigenen Botenstoffs Histamin einschränken oder sogar gänzlich unterbinden. Der Botenstoff Histamin spielt eine wichtige Rolle bei Abwehrreaktionen des Immunsystems. An allergischen Überreaktionen auf bestimmte Stoffe, ist er stark beteiligt. Allergietypische Symptome wie Niesen, Schnupfen, Anschwellen der Schleimhäute, Tränen der Augen, Asthma, Durchfall, Quaddelbildung oder Juckreiz sind die Folge. Dadurch, dass die Antihistaminika die Ausschüttung von Histamin beschränken oder blockieren, kann solch eine allergische Reaktion abgemildert oder verhindert werden. Aus diesem Grund gehören die Antihistaminika zu den wichtigsten Antiallergika.
Zu den häufig eingesetzten Arzneistoffen der H1-Antihistaminika gehören u.a. Cetrizin, Clemastin, Dimetinden, Diphenhydramin, Epinastin, Fexofenadin, Loratadin sowie Mozolastin. Da die H1-Antihistaminika sehr sedierend wirken, setzt man sie kaum noch oral ein. Stattdessen kommen sie vorwiegend äußerlich in Form von Nasensprays, Augentropfen oder Salben zum Einsatz. Darüber hinaus lassen sie sich auch als Schlafmittel oder gegen die Reisekrankheit einsetzen. H1-Anthistaminika der 2. Generation haben den Vorteil, dass sie weniger müde machen. Allerdings können auch sie einige Nebenwirkungen aufweisen.
Während H1-Antihistaminika zur Behandlung von Allergien dienen, werden H2-Antihistaminika zur Therapie von Magengeschwüren oder Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt, da sie die H2-Rezeptoren, die sich in der Magenschleimhaut befinden und an der Produktion von Magensäure beteiligt sind, antagonisieren, wodurch die Sekretion der Magensäure gehemmt wird. Zu den bekanntesten Wirkstoffen gehören dabei Roxatadin, Ranitidin, Cimetedin, Nizatidin und Famotidin.
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