27. Oktober 2011
Ein Tierversuch hat nun bewiesen, was Mediziner schon länger vermutet haben. Eine Studie mit jungen Müttern hatte vor Kurzen gezeigt, dass es eine auffällige Korrelation zwischen der Medikamenten-Einnahme der Mutter und späteren Entwicklungsstörungen der Kinder gibt. Besonders häufig kam es beim Nachwuchs zu ASD (der Autismusspektrums-Störung), wenn die Mütter während der Schwangerschaft Serotonin-Wiederaufnahmehemmer hatten nehmen müssen.
Diesen Zusammenhang wollte man auf den Grund gehen und begann mit einem Tierversuch. Man verabreichte an trächtige Ratten ein Antidepressiva und überwachte dann die Entwicklung der Jungtiere. Bei den medizinischen Untersuchungen stellten die Forscher dann fest, dass das Gehirn der jungen Ratten von der Medikamentenvergabe an die Muttertiere eindeutig beeinflusst worden war.
Durch die Einnahme der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wird die Wirkung der Hormone Serotonin, Dopamin und Noradrenalin im Körper verstärkt. Diese biologische Beeinflussung wirkt besonders dann stark auf den Fötus, wenn die Medikamente auch noch im letzten Drittel der Schwangerschaft genommen werden. Indem das Kind ebenfalls mit den Wirkstoffen in Kontakt kommt, verändert sich die normale Entwicklung des Gehirns und dies auch nachhaltig bis nach der Geburt. Bei den Ratten zeigte sich dies durch einen unnatürlich geringen Spieltrieb. Sie waren weniger aktiv und ließen die Neugier vermissen, die ihrer Art eigentlich angeboren ist. Zudem waren die Tiere wesentlich schreckhafter als eine Kontrollgruppe.
Diese Verhaltensabweichungen lassen sich mit der ASD beim Menschen vergleichen. Die Forscher gehen daher davon aus, dass Antidepressiva während der Schwangerschaft tatsächlich ein direkter Auslöser für autistische Störungen sind.
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