Trizyklische Antidepressiva erhöhen das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung

Ärzte sollten Trizyklische Antidepressiva nicht leichtfertig verschreiben

Von Melanie Ruch
3. Dezember 2010

Eine Studie des University College in London zeigte, dass die Einnahme von trizyklischen Antidepressiva das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant erhöhen kann. Für die Studie wurden die gesundheitlichen Daten von rund 15.000 Personen ab 35 Jahren aus dem Scottish Health Survey mit den Angaben zu ihrem Lebensstil abgeglichen.

Der Survey enthielt Daten zur Krankheitsgeschichte und zu medikamentösen sowie psychiatrischen Behandlungen der Patienten. Keine der Personen litt unter Herz-Kreislauf-Problemen. Acht Jahre lang wurden die Studienteilnehmer beobachtet. Innerhalb dieses Zeitraums kam es zu insgesamt 1.434 Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter den Patienten.

Antidepressiva bedacht einnehmen

Die Untersuchungen der Forscher zeigten, dass das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung der Studienteilnehmer, die eine Behandlung mit trizyklischen Antidepressiva erhalten hatten, um durchschnittlich 35% erhöht war. Für die Studienteilnehmer, die mit den neueren Serotonin-Wideraufnahmehemmern behandelt wurden, bestand hingegen kein erhöhtes Risiko eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen.

Sie stellten jedoch auch fest, dass ein gesunder rauchfreier Lebensstil mit ausreichend Bewegung und ausgewogener Ernährung das erhöhte Risiko durch die trizyklischen Antidepressiva ausgleichen konnte. Dennoch sollten Ärzte mit dem Verschreiben solcher Antidepressiva sehr vorsichtig sein, warnen die Forscher.