Gezieltere Therapie bei Depressionen dank Entschlüsselung unterschiedlicher Ursachen

Durch die Unterscheidung zwischen Serotonin- und Noradrenalinmangel erfolgt eine gezieltere Medikation

Von Nicole Freialdenhoven
20. März 2015

Depressive Zustände werden sowohl von Medizinern als auch von Betroffenen oft noch in einen Topf geworfen, auch wenn die Symptome unterschiedlich sind. Forscher der Universität Bern haben nun jedoch festgestellt, dass Depressionen unterschiedliche Ursachen haben können und entsprechend individuell therapiert werden sollten.

Serotonin- oder Noradrenalinmangel?

Den Wissenschaftlern gelang es erstmals zu entschlüsseln ob eine Depression durch einen Mangel an Serotonin im Gehirn entstand oder durch einen Mangel an Noradrenalin. Beides sind Botenstoffe, doch die meist verschriebenen Antidepressiva wirken jeweils nur auf einen Botenstoff: Wer das falsche Medikament bekommt, wird also keine Verbesserung seines Zustandes erfahren.

Analyse der Symptome

Die Berner Forscher konnten nun anhand bestimmter Symptome die Depression besser zuordnen: So lassen

  • Traurigkeit,
  • Hoffnungslosigkeit und
  • depressive Stimmung

auf einen Mangel an Serotonin schließen, während

eher auf mangelndes Noradrenalin zurückzuführen sind.

Zielgerichtetere Medikation

Weiterhin konnten sie zeigen, dass Serotoninmangel das stressregulierende System des Gehirns, das limbische System, beeinflusst, während Noradrenalinmangel den Teil des rechten Stirnlappens beeinflusst, der mit der Regulation von Gefühlen und Entscheidungen verbunden ist. Dank dieser Erkenntnis könnten Antidepressiva in Zukunft zielgerichteter verschrieben werden, so dass jeder Patient das Medikament erhält, das ihm wirklich hilft.