Achtung - Ärzte verschreiben viel zu oft Antibiotika

Paradisi-Redaktion
Von Paradisi-Redaktion
13. September 2010

Die ARD hat im Rahmen seines Wirtschaftsmagazins "Plusminus" zahlreiche Ärzte getestet. Sie sandten gesunde Frauen zu verschiedenen Ärzten - und 60 Prozent der Ärzte verschrieben ihnen Antiobiotika, obwohl es teilweise keinen Befund gab.

Die Frauen gaben an, eine Blasenentzündung zu haben. Bei einer wurde sogar eine Urinprobe gemacht, die ohne Befunde blieb - trotzdem erhielt sie Antibiotika. Nicht nur Infektionsforscher, sondern auch die Krankenkassen sind negativ überrascht. Teilweise wurden sogar Reserveantibiotika verschrieben - Medikamente, die erst dann wirken, wenn alle anderen Antibiotika wirkungslos sind. Dieser inflationäre Gebrauch von Antibiotika kann dazu führen, dass der Mensch Resistenzen entwickelt, die lebensgefährdende Ausmaße annehmen können.

Auch Vertreter der Krankenkassen warnen davor, zu viel Antibiotika einzunehmen. Besonders jetzt im Herbst werden sie oft gegen Erkältungen verschrieben - obwohl es sich bei Erkältungen um Virusinfektionen handelt und Antibiotika nur Bakterieninfektionen bekämpfen.