11. März 2009
Von Andreas Hadel
Der Anspruch, sich einer Diät zu unterwerfen muss nicht unbedingt im Widerspruch mit einem mehrgängigen Menü stehen, dessen kulinarisches Finale in einem aufwendigen Dessert gipfelt. Mit etwas Einfallsreichtum und einigen Kochtipps lässt sich jede noch so honigsüße Kalorienbombe in eine der Waage gefälligen Geschmacksexplosion verwandeln.

In vier simplen Schritten avancieren Sie zur unangefochtenen Fitness-Dessertköchin.
Ein guter Weg zu beginnen, ist es nach einem Rezept Ausschau zu halten, das bereits für gesundheitsorientierte Menschen gedacht ist. Das macht es zwar noch nicht unbedingt diätgerecht, allerdings können wir davon ausgehen, dass der geistige Vater des Rezepts auf Zutaten zurückgreift, die Sie ohnehin in einem auf Fitness ausgerichteten, gesunden Ernährungsplan finden. Für Sie bleibt dann nur noch die Aufgabe Kleinigkeiten am Rezept zu ändern, um den Kaloriengehalt soweit zu reduzieren, bis es in Ihren persönlichen Diätplan passt.
Suchen Sie sich am besten Rezepte aus, die als fettarm gelten und/ oder ohne Zucker auskommen. Dazu vielleicht ein hilfreicher Tipp: Studien haben gezeigt, dass je aktueller Kochbücher sind, um so mehr Kalorien weisen die Rezepte im Durchschnitt auf. Von daher kann es sehr sinnvoll sein, in den Kochbüchern Ihre Mutter zu schmökern.
Nehmen Sie bei allen Zutaten die fettarme Variante, sofern es eine gibt. Ist das nicht möglich, können Butter, Zucker, Eier, Vollmilch, Getreide und andere Lebensmittel, die nicht gerade förderlich für das Erreichen Ihrer Diätziele sind, durch etliche Alternativen ersetzt werden. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob der Austausch das eigentliche Endprodukt in Geschmack und Konsistenz zu sehr verändert, können Sie zunächst auch nur die Hälfte von der vorgesehen Menge durch eine kalorienärmere Option ersetzen. Mit der Zeit werden Sie ein sicheres Gespür dafür entwickeln, welche Produkte in welcher Menge bedenkenlos durch andere ausgetauscht werden können, ohne dabei ein völlig anderes Gericht zu zaubern.
Doch nun einige Anhaltspunkte für das Ersetzen von Zutaten:
Anstatt zu Zucker zu greifen, können Sie mit Süßstoff oder Honigkraut süßen. Wenn Sie einen Hang zu natürlichen Produkten haben, sollten Sie eher auf Honigkraut vertrauen und künstliche Süßstoffe außen vor lassen. Honigkraut kann man zwar nicht immer zu besonders erschwinglichen Preisen bekommen, aber dafür kauft man eine Pflanze, die nicht nur durch ihre Süßkraft überzeugt, sondern auch in der Medizin als Entzündungshemmer zum Einsatz kommt. Wenn Sie aus bestimmten Gründen den Zucker nicht komplett weglassen können, nehmen Sie am besten Rohrzucker. Durch seinen intensiveren Geschmack brauchen Sie davon weniger, als vom herkömmlichen Industriezucker und können so trotzdem Kalorien einsparen.
Eigelb wird in den meisten Rezepten wegen seiner Bindefähigkeiten eingesetzt und weniger wegen seines Geschmackes. Deshalb können Sie bedenkenlos Eiklar verwenden, wann immer das Rezept nach Dotter verlangt. Dabei gilt jedoch, dass sie jedes Eigelb durch zwei Eiklar ersetzen müssen, um die gleiche Bindung zu erhalten.
Wenn Ihnen der Sinn nach einem Schokolade steht, nehmen Sie im Idealfall ein Rezept, das sich ohne Probleme mit dunkler Schokolade herstellen lässt. Dunkle Schokolade enthält weniger Zucker und mehr Anti-Oxidanten als die hellbraunen Milchschokoladen.
Man kann herkömmliche Desserts nicht nur diättauglicher gestalten, indem man von diversen Zutaten geringere Mengen verwendet oder sie komplett durch Alternativen ersetzt. Sie können Ihrer Nachspeise auch durch zusätzliche Zutaten den nötigen Fitness-Pepp verleihen. Haferflocken können zum Beispiel den Ballaststoffgehalt eines Desserts ordentlich nach oben treiben. Das gesunde Getreide beugt außerdem Hungerattacken vor und kann laut aktuellen Studien den Testosteron-Spiegel positiv beeinflussen. Leinsamen ist ein weiterer Kandidat. Geschmacklich drängt er sich nicht in den Vordergrund liefert aber viele wertvolle Vitamine und Mineralien. Vergessen Sie bei diesem Schritt jedoch nie, dass zusätzliche Zutaten auch gleichbedeutend mit zusätzlichen Kalorien sind.
Wenn wir ehrlich sind, wissen wir, dass wir unseren Heißhunger auf Süßes in der Regel bereits nach einigen Bissen erfolgreich gedämpft haben. Reduzieren Sie daher deutlich die Portionsangaben von allen Zutaten, so dass Sie am Ende nur eine Mini-Version eines Käsekuchens vor sich stehen haben. Damit verhindern Sie, dass Sie sich durch Ihre Kochkünste selbst verführen und den Pfad der Diättugenden verlassen.
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