23. September 2010
Universitätskliniken sind große Klinikkomplexe, die sowohl die Krankheiten der Patienten diagnostizieren und behandeln als auch im Bereich der Forschung arbeiten. Die Universitäten sind aufgegliedert in viele verschiedene Abteilungen für unterschiedliche Erkrankungen. Hier werden Patienten behandelt, die Krebs haben, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, die unter Knochenbrüchen leiden, die innere Blutungen haben sowie Patienten, die unter bakteriellen oder viralen Erkrankungen leiden, Sehfehler haben, das Gehör verloren haben oder an schweren Zahnproblemen leiden.
Universitätskliniken behandeln alle Menschen, vom Neugeborenen bis hin zum alten Menschen.
Je nach Art der Beschwerden können in den Universitätskliniken eine Vielzahl verschiedener Untersuchungen durchgeführt werden. Neben der körperlichen Untersuchung werden Kreislaufparameter wie Blutdruck und Puls überprüft, ein EKG zur Messung der Herzströme geschrieben oder auch die Hirnströme während des EEGs aufgezeichnet. Daneben werden Untersuchungen wie ein Langzeit- oder Belastungs-EKG, verschiedene Lungenfunktionsprüfungen, Röntgenaufnahmen, Computer- und Magnetresonanztomografie, Ultraschalluntersuchungen, Doppleruntersuchungen, Angiografien, Endoskopien, Arthroskopien und viele weitere Untersuchungen durchgeführt.
Alle hochmodernen Therapien können in den Universitätskliniken durchgeführt werden. Hier werden sowohl Operationen mit herkömmlichem Hautschnitt als auch minimal-invasive Eingriffe durchgeführt.
Verengte Herzkranzgefäße können die Fachärzte der Universitätskliniken im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung diagnostizieren. Dazu wird ein kleiner Schnitt im Bereich der Leiste vorgenommen und der Katheter über die Arterie eingeführt. Der Arzt schiebt den Katheter bis zum Herzen vor und kann dann evtl. Engstellen feststellen. Durch den Katheter spritzt der Arzt dann ein Kontrastmittel, das es ermöglicht, Engstellen an den Gefäßen auf dem Röntgenbild sichtbar zu machen. Eine Engstelle können die Ärzte mit Hilfe eines kleinen Ballons weiten und dann einen Stent einlegen, der als Platzhalter dient, so dass sich an dieser Stelle nicht erneut eine Verengung bilden kann. Dadurch dient der Herzkatheter zum einen der Diagnostik, zum anderen jedoch auch gleichzeitig der Therapie.
Jede Universitätsklinik verfügt über ein eigenes großes Labor, in dem das Blut auf verschiedenste Bestandteile untersucht werden kann. Auch Körperausscheidungen wie Urin und Stuhl werden hier untersucht. Zudem können die Labormitarbeiter auch Gewebe von Organen z.B. auf Krebszellen untersuchen.
In der Geburtshilfe der Universitätskliniken werden schwangere Frauen betreut, die eine Risikoschwangerschaft haben. Zum einen bezeichnen Ärzte eine Mehrlingsschwangerschaft (z.B. Zwillinge) als Risiko, zum anderen aber auch Komplikationen wie z.B. frühzeitige Wehen oder ein hohes Alter der werdenden Mutter. Die Hebammen schreiben hier regelmäßig ein CTG und überwachen dadurch die kindlichen Herztöne sowie die Wehentätigkeit. Um das ungeborene Baby genauestens untersuchen zu können, werden in den Universitätskliniken hochmoderne Ultraschallgeräte verwendet, die 3- und 4-dimensionale Aufnahmen anfertigen können. Die Ärzte untersuchen dann die Organe des Babys und messen Größe und Gewicht.
Auch Geburten werden in den Universitätskliniken durchgeführt. In den Kliniken werden sowohl vaginale (normale) Entbindungen als auch Kaiserschnittgeburten durchgeführt. Bei den vaginalen Geburten können die Ärzte eine spezielle Zange oder Saugglocke zu Hilfe nehmen, um den Geburtsvorgang zu beschleunigen bzw. zu unterstützen.
Zu früh geborene Babys werden auf der Neugeborenen-Intensivstation betreut. Die kleinen Babys liegen dann in einem so genannten Inkubator (Brutkasten) und werden oftmals künstlich beatmet und durch einen Schlauch ernährt.
Neben einer Vielzahl an Untersuchungen werden auch viele Operationen in den Universitätskliniken durchgeführt. Patienten, mit einer schweren Organerkrankung benötigen in einigen Fällen eine Organtransplantation um überleben zu können. Die Ärzte der Universitätskliniken entnehmen dem Organspender das Organ und transplantieren es dem Patienten. In den meisten Fällen wurde das Spenderorgan jedoch bereits von einer anderen Klinik entnommen und per Kurier an die Universitätsklinik zur Transplantation gesandt.
Patienten mit einer schweren Nierenerkrankung erhalten eine Dialyse, bis ein Spenderorgan zur Verfügung steht. Bei dieser künstlichen Blutwäsche wird das Blut des Patienten durch ein Gerät mit einem speziellen Filter geleitet, der die Giftstoffe aus dem Körper filtert und somit die Arbeit der Nieren übernimmt. Das gereinigte Blut wird dem Körper anschließend wieder zugeführt.
Patienten, die sich einen Knochenbruch zugezogen haben, werden meist operativ versorgt. Bei einem glatten Bruch wird z.B. die Extremität in Gips gelegt und dadurch ruhig gestellt. Komplizierte Brüche werden meist durch Schrauben versorgt, die nach einigen Monaten im Rahmen einer weiteren Operation wieder entfernt werden.
Auch Krebspatienten werden in den Universitätskliniken umfassend betreut. Hat der Patient einen großen und/oder unzugänglichen bösartigen Tumor, so wird die Stelle meist zuerst bestrahlt, so dass der Tumor verkleinert wird. Anschließend wird er im Rahmen einer Operation entfernt. Die meisten Patienten erhalten danach eine Chemo- und/oder eine (weitere) Strahlentherapie. Auch die Nachsorgeuntersuchungen werden in den Universitätskliniken durchgeführt. Der Patient wird dann in regelmäßigen Abständen genau untersucht, so dass die Ärzte so früh wie möglich ein erneutes Tumorwachstum oder Metastasen feststellen können.
Schwerkranke Patienten werden auf der Intensivstation der Universitätsklinik rund um die Uhr ärztlich überwacht. Die meisten Patienten können auf dieser Station nicht oder nur unzureichend selbstständig atmen, so dass sie ganz oder teilweise beatmet werden müssen. Dies geschieht entweder durch einen Schlauch im Mund oder in der Nase. Bei der CPAP-Beatmung erhält der Patient lediglich eine Atemunterstützung, wenn die eigene Atmung nicht ausreichend ist.
In den Universitätskliniken sind viele verschiedene Fachärzte sowie nicht-ärztliche Mitarbeiter tätig. Hier arbeiten z.B. Allgemeinärzte, Internisten, Internisten mit den Schwerpunktgebieten Gastroenterologie, Onkologie, Hämatologie, Rheumatologie und Pneumologie, Fachärzte für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Augenärzte, Hautärzte, Chirurgen, Herzchirurgen, Kinderärzte, Kinderherzchirurgen, Urologen, Gynäkologen, Psychiater, Laborärzte, Pathologen, Anästhesisten, Kinderanästhesisten, Radiologen, Nuklearmediziner sowie Ärzte mit den Zusatzbezeichnungen Akupunktur, spezielle Schmerztherapie, Sportmedizin, Notfallmedizin, Transfusionswesen, Intensivmedizin u.a. Die Ärzte werden von den Gesundheits- und Krankenpflegern (neue Berufsbezeichnung für Krankenschwestern), Kinderkrankenschwestern, Operationsschwestern, Intensivschwestern, Hebammen, medizinischen Fachangestellten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Kunsttherapeuten, Sporttherapeuten, Sozialpädagogen, Verwaltungsmitarbeitern, Labormitarbeitern und diversen Reinigungs- und Küchenkräften unterstützt.
Die Universitätskliniken verfügen über viele Patientenzimmer, die auf unterschiedliche Abteilungen aufgeteilt sind. Jede Abteilung hat eigene Untersuchungs- und Behandlungsräume sowie meist auch eine Intensivstation. Auch Operationssäle mit Operationsmikroskopen und Lasern sind in den meisten Abteilungen vorhanden. In der Gynäkologie befinden sich mehrere Kreißsäle für die Entbindungen. Jede Universitätsklinik verfügt über eine Notaufnahme und einen Hubschrauberlandeplatz.
Aufgrund ihrer Größe sind die Universitätskliniken in verschiedene Fachabteilungen unterteilt. Dazu gehören die Chirurgie, die Augenklinik, die Hals-Nasen-Ohrenklinik, die Innere Medizin, die Onkologie, die Anästhesiologische Klinik, die Frauenklinik, die Gastroenterologie, die Gefäßchirurgie, die Hautklinik, die Herzchirurgie, die Kinderklinik, die Kinderherzchirurgie, die Kardiologie, die Kopfklinik, die Mund-Zahn-Kiefer-Klinik, die neurologische Klinik, die Psychiatrie, die orthopädische Klinik, die radiologische Klinik, die Unfallchirurgie und viele weitere Abteilungen.
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26.07.11 | |
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31.01.11 | |
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