15. September 2010

Rheumakliniken Artikel

Behandlung rheumatischer Erkrankungen in Rheumakliniken

In den Rheumakliniken werden Patienten aufgenommen und behandelt, die z.B. einen Bandscheibenvorfall haben oder hatten, die einen Haltungsschaden der Wirbelsäule haben, die an Osteoporose oder Arthrose leiden, die an Borreliose erkrankt sind, die Gicht oder chronische Kopfschmerzen haben oder Patienten, die an Morbus Bechterew, einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung oder an einer Autoimmunerkrankung leiden. Auch Patienten, die einen schweren Unfall hatten und dadurch schwere Knochenbrüche oder Gelenkverletzungen erlitten haben, können in einer Rheumaklinik aufgenommen werden.

Je nachdem, welche Diagnostik bereits durchgeführt wurde, können in den Rheumakliniken viele weitere Untersuchungen notwendig werden, damit sich der behandelnde Arzt ein umfassendes Bild über den Patienten machen kann. Die Rheumakliniken verfügen häufig über eine eigene Röntgenabteilung, in der Röntgenaufnahmen z.B. der Lunge oder auch der Knochen durchgeführt werden können. Auch eine Untersuchung der Venen, die so genannte Phlebografie, kann im Rahmen der Diagnostik notwendig werden.

Die meisten Rheumakliniken verfügen über ein eigenes Labor, in dem das Blut auf verschiedene Werte wie z.B. die Anzahl der roten und weißen Blutkörperchen getestet werden kann oder auch Urin und Stuhl der Patienten untersucht wird.

Daneben führen die Rheumakliniken Herzuntersuchungen wie das EKG oder Belastungs-EKG durch, machen Ultraschall- und Doppleruntersuchungen oder auch eine Magenspiegelung.

Die Rheumakliniken führen in der Regel sowohl Rehabilitationsbehandlungen als auch Anschlussheilbehandlungen durch. Rehabilitationsbehandlungen dienen der beruflichen Wiedereingliederung und werden von den Rentenversicherungsträgern finanziert, Anschlussheilbehandlungen werden nach schweren Krankheiten durchgeführt und von den Krankenkassen bezahlt.

Die Therapien, die in den Rheumakliniken durchgeführt werden, erfolgen entweder als Einzel- oder auch als Gruppentherapie. Wichtiger Teil jeder Therapie in den Rheumakliniken ist die Physiotherapie. Die Patienten erhalten hier Fango- und Mooranwendungen, Massagen, Krankengymnastik, manuelle Therapie, Lymphdrainage, Atemtherapie, eine Gangschulung oder Bäder.

Zusammen mit einem Sporttherapeuten treiben die Patienten sowohl in der Klinik als auch im Freien Sport. Die Bewegungen sind dabei auf die vorliegende Erkrankung abgestimmt und der Therapeut gibt Anweisungen und Ratschläge. Die Patienten trainieren hier z.B. auf einem Fahrradergometer oder schwimmen im hauseigenen Schwimmbad.

Da viele Patienten durch ihre oftmals jahrelang andauernden Schmerzen eine Schonhaltung einnehmen, wird auch Ergotherapie in den Rheumakliniken durchgeführt. Bei dieser Behandlungsform erhalten die Patienten Ratschläge und üben mit den Therapeuten, sich wieder normal zu bewegen. Zudem erhalten die Patienten auch Anregungen über eine Kunst- oder Maltherapie bzw. eine Tanztherapie, ihre Freizeit anders als bisher zu gestalten und andere Dinge kennenzulernen. Wichtiger Bestandteil der Ergotherapie ist auch das Trainieren der Fein- und Grobmotorik.

Während ihrer mehrwöchigen Behandlung in der Rheumaklinik erlernen die Patienten Entspannungsübungen wie Autogenes Training oder erhalten bei Bedarf auch eine Raucherentwöhnung.

Da die Ernährung einen großen Einfluss auf die Gesundheit ausübt, werden auch regelmäßige Schulungen von Ernährungsberatern gehalten. Die Patienten erhalten während der Schulungen einen Einblick, welche Lebensmittel gesund sind und bei welchen Krankheiten auf eine besondere Ernährung geachtet werden muss. Viele Rheumakliniken haben auch eine Lehrküche, in der die Patienten das gesunde Kochen erlernen können.

Einige Rheumakliniken bieten einen eigenen Gemüsegarten für die Patienten, in dem diese lernen, wie trotz ihrer schmerzhaften Erkrankung Gartenarbeit in gebückter Haltung möglich ist.

In einigen Rheumakliniken kann die Therapie nicht nur im Rahmen einer mehrwöchigen vollstationären Behandlung durchgeführt werden, sondern auch als teilstationäre Behandlung. Die Patienten verbringen bei dieser Behandlungsmöglichkeit den ganzen Tag in der Rheumaklinik, erhalten während dieser Zeit ihre Anwendungen und werden verpflegt. Sie übernachten jedoch nicht in der Rheumaklinik sondern fahren nach den Anwendungen wieder nach Hause.

Fachpersonal

In den Rheumakliniken arbeiten Internisten, Orthopäden, Chirurgen, Allgemeinmediziner sowie Ärzte mit den Zusatzbezeichnungen Rheumatologie, Chirotherapie, Physikalische und Rehabilitatve Medizin, spezielle Schmerztherapie, Betriebsmedizin, Sozialmedizin und Sportmedizin. Auch nicht-ärztliche Mitarbeiter wie Gesundheits- und Krankenpfleger (neue Berufsbezeichnung für Krankenschwestern), medizinische Fachangestellte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Sporttherapeuten, Kunst- und Maltherapeuten, Tanztherapeuten, Ernährungsberater, Diätassistenten und diverses Reinigungspersonal ist in den Rheumakliniken beschäftigt.

Einrichtungen

Die Rheumakliniken liegen in der Regel in ruhiger Lage in Kurorten oder etwas abseits vom Straßenlärm. In der Regel handelt es sich hierbei nicht um Akutkrankenhäusern sondern Kliniken, in denen Rehabilitationen und Anschlussheilbehandlungen durchgeführt werden. Die Kliniken verfügen über rollstuhlgerechte Patientenzimmer, diverse Untersuchungs- und Behandlungsräume sowie meist auch ein eigenes Schwimmbad, eine Lehrküche, eine Bibliothek und Seminarräume. Auch ein großer Garten gehört in der Regel zu den Rheumakliniken.

Grundinformationen zu Rheumakliniken

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Behandlung rheumatischer Erkrankungen in Rheumakliniken

Menschen mit rheumatischen Erkrankungen können sich in einer Rheumaklinik behandeln lassen.

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