1. September 2010
Kurkliniken sind spezielle Krankenhäuser für Patienten, die sich nach langer Krankheit erholen müssen oder die eine stationäre Behandlung durchführen, um ihre Gesundheit zu verbessern und/oder zu stärken. In Kurkliniken werden Patienten nach einer Krebserkrankung aufgenommen, genauso wie Patienten mit zu hohem Blutdruck, Übergewicht, Herzerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Atemproblemen, Allergien, chronischen Gelenk- und Rückenschmerzen und Migräne. Auch Patienten, die einen Bandscheibenvorfall hatten oder an psychischen Erkrankungen wie dem Burn-out-Syndrom, an Depressionen, Stress oder Schlaf- bzw. Angststörungen leiden, werden in den Kurkliniken behandelt.
Zu Beginn der Kurbehandlung erfolgt ein Einführungsgespräch, in dem der behandelnde Arzt eine Anamnese erstellt. Er fragt den Patienten nach seinen Beschwerden und möglichen erfolgten Eingriffen, nach Medikamenten und weiteren Grunderkrankungen. Eine umfangreiche Diagnostik wurde in der Regel bereits ambulant beim Hausarzt und anderen Fachärzten durchgeführt, so dass diese nicht erneut in der Kurklinik erfolgen muss. Je nach Art der Beschwerden des Patienten können in einer Kurklinik jedoch weitere Untersuchungen wie eine Lungenfunktionsprüfung, eine Ultraschalluntersuchung der Organe, ein Belastungs- oder Langzeit-EKG oder eine (24-Stunden-)Blutdruckmessung durchgeführt werden. In der Regel erfolgt auch eine Blutuntersuchung. Patienten, die schlecht sehen und/oder hören erhalten in der Kurklinik auch einen Seh- bzw. Hörtest.
Welche Behandlungen in einer Kurklinik durchgeführt werden, hängt von den Beschwerden des Patienten und dem Standort der Klinik ab. Die meisten Kurkliniken haben sich auf wenige Beschwerdegebiete spezialisiert und bieten in diesen Bereichen umfangreiche Therapie an.
Patienten erhalten in der Kurklinik physikalische Anwendungen wie Massagen, Bäder, Fango, Rotlicht, Lymphdrainage, Fußreflexzonenmassage oder Krankengymnastik. Patienten mit Rückenproblemen nehmen zusätzlich an verschiedenen Kursen wie z.B. der Rückenschule, dem orthopädischen Turnen oder therapeutischen Schwimmen teil. Gestresste Patienten oder auch Patienten mit psychischen Krankheiten können in der Kur Entspannungsübungen erlernen und so ihren Alltag ruhiger gestalten.
Patienten, die übergewichtig sind oder auch Patienten mit schweren Grunderkrankungen, erhalten eine Ernährungsberatung. Oftmals wird hier auch zusammen gekocht. Die Patienten lernen hier, welche Lebensmittel gesund sind und wie diese am besten zubereitet werden.
Auch Radtouren, geführte Wanderungen und Nordic Walking wird von vielen Kurkliniken angeboten.
Viele Kurkliniken führen im Rahmen ihrer Therapie auch Akupunktur durch. Diese Behandlungsmethode aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hilft dabei, den Energiefluss im Körper des Patienten anzuregen. Dazu werden dünne Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers gestochen. Der Patient entspannt sich dann für 20 bis 30 Minuten im Sitzen oder Liegen. Anschließend werden die Nadeln vorsichtig wieder entfernt.
Kurkliniken bieten Kuren sowohl für Erwachsene als auch für Kinder an. Einige Kurkliniken führen auch Mutter-Kind-Kuren durch. Kurkliniken, die Kinder als Patienten oder Begleitpersonen aufnehmen, haben für diese Kinder in der Regel einen kleinen Kindergarten mit qualifizierten Erzieherinnen. Teilweise gibt es auch ein Schulzimmer, in dem die Kinder den versäumten Lehrstoff zusammen mit Lehrern nachholen können.
Sämtliche Kurkliniken befinden sich in ruhiger Lage in Kurorten z.B. in den Bergen oder auch an Nord- oder Ostsee.
In den Kurkliniken arbeiten u.a. Allgemeinärzte, Internisten, Orthopäden, Kinderärzte, Psychologen und Psychotherapeuten sowie Ärzte mit Zusatzbezeichnungen wie z.B. Naturheilverfahren, Sportmedizin, Diabetologie und Allergologie. Zusätzlich sind auch nicht-ärztliche Mitarbeiter wie Gesundheits- und Krankenpfleger (Krankenschwestern), medizinische Fachangestellte, Physiotherapeuten, Diät- und Ernährungsberater, medizinisch-technische Angestellte, Bademeister, Sporttherapeuten, Sportlehrer sowie Erzieherinnen, Lehrer und Reinigungspersonal in den Kurkliniken beschäftigt.
Die Kurkliniken verfügen über viele Patientenzimmer, Aufenthaltsräume, Untersuchungs- und Behandlungsräume, Physiotherapie- und Sporträume, Schulungsräume, ein Schwimmbad sowie teilweise auch Sauna und Dampfbad usw.
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