Kinderkliniken Forum
Geschichte von meinem Enkel Noah
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und sind uns völlig ausgeliefert!
So haben wir es erlebt, ich möchte hier einen kleinen Beitrag leisten was Eltern und Ärzte vor einer geplanten Operation bei Kleinkindern bedenken sollten.
Kurze Vorgeschichte mein Enkel Noah 15 Monate Alt, vom Kinderarzt festgestellt einen Wasserbruch, auch Hydrozele genannt. Der kleine Mann wurde durch Kaiserschnitt am 10.07.2010 auf die Welt geholt und hatte schon kurz darauf die ersten Probleme. Er konnte nach dem er auf der Welt war sein Kindpech (auch: Mekonium oder Darmpech) nicht absetzen somit fingen die Sorgen mit dem kleinen Mann an.
Danach bekam er die sogenannten drei Monatskrämpfe, Belladonna, Schneidende, kolikartige, blitzartige Schmerzen. Trotz Kinderarzt besuche konnte Ihm so richtig keiner helfen, nur der liebevollen Fürsorge meiner Tochter hat er diese schlimme Zeit einiger maßen überstanden. Als wir dachten das Schlimmste sei vorbei fing er dann auch recht schnell mit den Zähnen an, so dass der kleine gar nicht richtig zur Ruhe kam.
Eines Tages dann stellte meine Tochter dann den Wasserbruch ( Hydrozele ) fest und konsultierte sofort ihren Kinderarzt, der nach Untersuchung ihr dann mitteilte dass sich dieser Wasserbruch bis zum Alter von einem Jahr noch zurückbilden könnte.
Aber dieses Glück sollte der Kleine nicht haben, auffällig bei dem ganzen Verlauf war das er immer wieder plötzlich Schrie und keiner wusste so richtig warum. Noah ist ein kleiner aufgeweckter Junge und für uns in der Entwicklung auch Altersgerecht entwickelt. Auch der behandelnde Kinderarzt bestätigte es immer bei den Vorsorgeuntersuchungen. Der Wasserbruch bildete sich leider nicht zurück, so das Noah in einer Kinderklinik vorgestellt wurde. Die Untersuchenden Ärzte dort eröffneten dann meiner Tochter und ihrem Mann das Noah um eine Operation nicht herum käme.
Wie man sich sicher vorstellen kann brechen für die Eltern, die schon einiges mit Ihrem Kind durchgemacht haben Welten zusammen. Aber um Noah helfen zu können war dieses unabdingbar wenn er nicht zum Notfall werden sollte, so wurde der kleine Mann auf die bestehende Operation nun vorbereitet. Für uns in einer guten so wie Zertifizierten Kinderklinik in Köln was sollte jetzt noch geschehen. Nach Vorsorgeuntersuchung durch den Narkosearzt der Kinderklinik sowie Kinderarzt, legte man nun den Operation‘ s Termin auf den 20.10.2010 um Uhr 07:30 fest.
Der kleine Noah sollte dann am 19.10.2010 um Uhr 22:00 Uhr das letzte mal essen und trinken, somit war der kleine Mann von 22:00 Uhr bis Morgens 07:30 Uhr nüchtern somit also 9,5 Stunden keine Nahrung auf nehmen. Für einen Erwachsenen ist dieses schon nicht ohne, aber was muss es erst für ein kleines Kind bedeuten welches es gewohnt ist morgens seine Flasche von der Mama zu bekommen und nun auf einmal nichts mehr. Der lange Weg zur Klinik wo fahren die mit mir hin warum bekomme ich nicht meine Flasche?
In der Klinik angekommen 07:30 Uhr Aufnahme auf der Kinderstation viele fremde Menschen weinende Kinder nicht gewohnte Umgebung, was geht wohl hier in einem Kind vor. Jetzt geht für das Kind und die Eltern der Stress erst richtig los, hoffentlich kommt Noah schnell dran so hofft man im Stillen. Die Tür geht auf Schwestern die nett und höflich sind versuchen die Angst zu nehmen, eine Ärztin kommt untersucht den kleinen nochmal alles o.k. Noah kommt dann gleich dran. Jetzt ist warten angesagt, die Eltern versuchen den kleinen so gut ommt dann gleich dran. Jetzt ist warten angesagt, die Eltern versuchen den kleinen so gut wie möglich zu beschäftigen und zu Bespassen. Jedes Mal wenn jemand ins Zimmer kommt schlägt einen das Herz bis zum Hals, ist es soweit muss ich jetzt von meinem geliebten Kind Abschied nehmen? Wir alles gut gehen? Nein die Schwester teilt mit das Noah noch warten muss, es ist mittlerweile schon 09:00 Uhr und der kleine bekommt Hunger und Durst.
Laut Auskunft der Schwester kommt Noah erst gegen Mittag in den OP der Kleine darf bis 09:30 noch was trinken, weiteres Warten ist angesagt, Noah wird immer unruhiger und der Hunger plagt ihn, er sucht in der Tasche von Mama nach was essbaren. Es wird immer später Mittagszeit und nichts geschieht, dass Essen für die anderen Kinder kommt, wir verschwinden mit Absprache der Schwester von der Station damit Noah nichts von Essensgeruch mitbekommt. Auf dem Arm in den Kinderwagen auch ich sein Opa wo er immer so viel Spaß mit hat kann ihn nicht mehr beruhigen und das Warten wird immer schlimmer.
Mittlerweile zeigt die Uhr 13:15 und nichts tut sich, Noah hat nun schon seit mehr als16 Stunden und 15 Minuten nichts mehr gegessen und getrunken außer drei Schluck Wasser, wie mag der kleine Mann sich fühlen wie kann ich meine Tochter und meinen Schwiegersohn beruhigen was kann ich noch für sie tun?
Ich nehme allen meinen Mut zusammen und spreche die Schwestern und die Stationsärztin an, kommt Noah noch dran der kleine kann nicht mehr, natürlich haben sie Geduld es ist noch ein Kind vor Noah dran ( nach nun mehr 17 Stunden ) die Schwester zu uns das geht hier schon seit Wochen so dass die Kinder so lange Warten müssen, beschweren sie sich vielleicht ändert sich ja dann mal was. Für uns war dies keine befriedigende Aussage und wir machten uns zu diesem Zeitpunkt Gedanken die Operation abzusagen, sollte das lange Warten nun um sonst gewesen sein? 14:30 Uhr die Schwester kommt rein, so nun geht es los sie können dem Noah das OP Hemd anziehen ich komme dann gleich und gebe ihm was zur Beruhigung und zwei Pflaster auf die Hand. Noah bekommt jetzt den Schlaftrunk meiner Tochter und meinem Schwiegersohn steht die Angst in den Augen, auch ich muss mit mir Kämpfen das mir nicht die Tränen laufen.
14:45 Uhr der kleine liegt nun völlig apathisch in dem Kinderbett und wieder ist warten angesagt, meine Tochter und mein Schwiegersohn mit Tränen in den Augen stehen am Bett und streicheln Noah den Kopf, der kleine schaut sie mit großen Augen an ( was macht ihr mit mir? ).
Ich gehe aus dem Zimmer und warte auf dem Flur, damit Noah etwas zur Ruhe kommt und Mama und Papa ihm das Gefühl der Sicherheit geben können. 14:02 Uhr die Tür vom Flur geht auf, es ist soweit das lange Warten hat ein Ende, Noah wird um 14:02 Uhr in den OP gefahren der Abschied der Eltern ein letzter Kuss und dann schließt sich die Türe vor unseren Augen. Meine Tochter und Schwiegersohn können nicht mehr, völlig aufgelöst bricht meine Tochter in Tränen aus sie kann nicht mehr, ich versuche sie zu trösten und weiß nicht wie. Jetzt wird alles gut sage ich wir müssen jetzt stark sein, nun wird Noah geholfen.
Nun lasse ich die beiden einen Augenblick alleine und rufe Oma an die auch schon voller Hoffnung wartet das ihrem kleinen Engel geholfen wird. An dieser Stelle kann man sagen das Gefühl einer Erleichterung sowie der nicht enden wollenden Hilflosigkeit hinter sich gebracht zu haben. Dieses Glück sollte aber nicht lange anhalten, laut der Ärzte sollte die OP nur eine Stunde dauern es war nun inzwischen 14:55 Uhr und wir schauten immer nervöser zur Uhr der kleine kam und kam nicht. Beim Nachfragen bei der Schwester sagte sie uns, das Noah erst um 14:40 Uhr den ersten Bauchschnitt erhalten hätte. Die Augen meiner Tochter und meinem Schwiegersohn wurden immer größer, da ist was schief gegangen, da stimmt was nicht, was ist mit Noah? Papa die verschweigen uns was, wie sollte ich jetzt reagieren ich wusste auch nicht mehr weiter.
Es wurde 15:00Uhr es wurde 15:30 Uhr es wurde 15:50 Uhr und von dem kleinen Noah nicht zu sehen er war immer noch im OP. Ist was passiert warum sagen die nix, was machten die so lange? Nach zwei Stunden die der kleine nun im OP war nervten wir wieder die Schwestern, was ist nun wann kommt der kleine aus dem OP, man konnte nun auch die Hilflosigkeit der Schwester erkennen, aber was sollte sie auch sagen, außer haben sie noch etwas Geduld Noah ist gleich fertig. Dann endlich gegen 16:17 Uhr die erlösende Mitteilung meine Tochter sollte nun in den Aufwachraum kommen und hier ihren kleinen Engel in Empfang nehmen.
Mit Erleichterung machten wir uns auf dem Weg zum OP, die Tür ging auf da war der kleine Engel endlich wir haben ihn wieder. Das OP Team teilte uns dann an der Tür mit das Noah sofort mit auf Station in sein Zimmer könnte, da das Team vom Aufwachraum um 16:00 Uhr Feierabend hätte und mit dem kleinen alles in Ordnung sei. Wir waren unendlich Glücklich und Froh unsern kleinen Schatz wieder zu haben und eine große Last viel uns vom Herz.
Zum Schluss will ich hier noch sagen das ich unendlich Dankbar bin das alles noch so gut ausgegangen ist. Die Frage stellt sich aber trotzdem für mich, ob Kinder von erst 15 Monaten eine solch lange Zeit ohne Essen und Trinken durchhalten müssen oder ob dieses schon an Unmenschlichkeit grenzt, da Kinder Schutzbefohlene sind und Erwachsenen völlig hilflos ausgeliefert werden.
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