26. August 2010
In einer Kinderklinik werden Babys, Kinder und Jugendliche behandelt. Auf der Neugeborenen-Intensivstation werden neugeborene Babys aufgenommen, die angeborene Erkrankungen wie z.B. Missbildungen haben oder so genannte Frühchen, die zu früh geboren wurden. Kinderkliniken behandeln zudem kleine Patienten, die unter Diabetes, einer Nierenerkrankung, Epilepsie, Herzerkrankungen, Krebserkrankungen, Allergien, von-Willebrand-Symptom, Autoimmunerkrankungen sowie Essstörungen und diverse psychische Krankheiten leiden.
In einer Kinderklinik erfolgt die Diagnostik und Therapie in enger Mitwirkung mit den Eltern der jungen Patienten. Der behandelnde Arzt fragt Eltern und Kind nach den bestehenden Beschwerden und führt dann unterschiedliche Untersuchungen wie z.B. eine Blutabnahme, eine Untersuchung von Urin und Stuhlgang, ein EKG, eine Ultraschalluntersuchung, eine Computertomografie-, Magnetresonanztomografie- oder eine Röntgenaufnahme durch. Bei Kindern, bei denen eine Allergie vermutet wird, wird ein Allergietest durchgeführt. Beim so genannten Prick-Test werden mögliche Allergie auslösende Substanzen auf die Haut getropft und jeweils leicht eingeritzt. Die Lösung kann so in den Körper gelangen. Reagiert das Immunsystem der Kinder allergisch auf einen oder mehrere dieser Stoffe, so rötet sich die Hautstelle leicht.
Kinder, die psychische Probleme haben, sprechen mit einem Psychologen oder Psychotherapeuten ausführlich darüber. Dies geschieht meist im spielerischen Rahmen.
In einer Kinderklinik werden sowohl gesunde Babys, die gerade geboren wurden als auch kranke Säuglinge betreut. Die gesunden Babys werden regelmäßig gewickelt und gewogen und die Vorsorgeuntersuchungen (U-Untersuchungen) durchgeführt. Meist wird die Mutter drei bis fünf Tage nach der Geburt nach Hause entlassen, so dass die gesunden Babys nur diese Zeit auf der Neugeborenenstation verbringen.
Kranke Neugeborene werden auf einer eigenen Station behandelt. Babys, die mit einem Herzfehler zur Welt kamen, werden in der Kinderklinik operiert. Auch ein Leistenbruch kommt bei Babys häufiger vor und wird in den Kinderkliniken operativ behandelt.
Babys, Kinder und Jugendliche, die eine schwere Nierenerkrankung haben, benötigen eine künstliche Blutwäsche um überleben zu können. Dazu werden die jungen Patienten an eine Maschine angeschlossen, die die Arbeit der kranken Nieren übernimmt und das Blut künstlich filtert. Dazu wird das Blut durch einen speziellen Filter geleitet, der die Giftstoffe herausfiltert. Anschließend wird das Blut wieder zurück in den Körper geleitet. Oftmals ist im Rahmen einer schweren Nierenerkrankung auch eine Nierentransplantation notwendig. Das Kind erhält dann die Niere eines Organspenders.
Auch kleine Krebspatienten werden in den Kinderkliniken behandelt. Viele Tumorarten können durch eine Operation beseitigt werden. Meist ist anschließend eine Chemotherapie notwendig, bei der die Kinder ein spezielles Medikament (Zytostatikum) durch eine Infusion erhalten.
Kleine Patienten, die unter Leukämie (Blutkrebs) leiden, benötigen oftmals auch eine Knochenmark- oder Stammzelltransplantation. Auch diese wird in den Kinderkliniken durchgeführt. Eine Stammzelltransplantation muss dann vorgenommen werden, wenn die eigenen Zellen durch die zuvor durchgeführten Behandlungen (z.B. Chemotherapie) soweit zerstört wurden, dass der Körper wieder neue Zellen benötigt. Sowohl bei der Knochenmark- als auch bei der Stammzelltransplantation kommen häufig Familienangehörige als passende Spender in Frage. Anderenfalls werden Stammzellen oder Knochenmark eines Organspenders verwendet.
Kinder, die aufgrund ihrer Erkrankung viel Blut verloren haben oder vom Körper zu wenig Blut gebildet wird, benötigen oftmals auch eine Bluttransfusion. Die Ärzte überprüfen dazu vor der Transfusion das Spenderblut auf Kompatibilität mit dem Blut des kleinen Patienten. Besteht eine Übereinstimmung, so erhält das Kind das Spenderblut in eine Vene z.B. am Arm verabreicht.
Kinder, die an der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus leiden, werden im Rahmen spezieller Schulungen darauf vorbereitet, wie die Krankheit ihr Leben verändert. Regelmäßig überprüfen die Ärzte bei diesen Patienten den Zuckerspiegel und lernen auch den Kindern, selbst ihren Blutzucker zu kontrollieren. Einigen Kindern kann auch eine Insulinpumpe eingesetzt werden, die selbstständig eine voreingestellte Menge Insulin an den Körper abgibt.
Viele der Kinder mit schweren Erkrankungen können geheilt werden. Ein Teil ist jedoch so schwer erkrankt, dass auch mit den modernsten Methoden eine Heilung nicht möglich ist. In diesem Fall wenden die Kinderkliniken die so genannte Palliativmedizin an. Für die kleinen Patienten wird hier alles getan, um die letzte Lebenszeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Teils geschieht dies durch die Verabreichung von Schmerzmitteln, teilweise auch durch Operationen. Bei diesen Operationen wird beispielsweise ein Teil eines Tumors entfernt, so dass das Kind wieder besser atmen kann. Das Fortschreiten der Krebserkrankung kann durch diesen Eingriff jedoch nicht beeinflusst werden.
In einer Kinderklinik arbeiten viele Ärzte wie z.B. Kinderärzte, Kinderkardiologen, Orthopäden, Kinderchirurgen, Herzchirurgen, Anästhesisten, Psychologen usw. Auch viele nicht-medizinische Mitarbeiter sind in den Kinderkliniken tätig. Dazu gehören Kinderkrankenschwestern und –pfleger, Operationsschwestern, speziell für die Intensivstation ausgebildete Kinderkrankenschwestern, Säuglingsschwestern, Physiotherapeuten, Ernährungsberater, Ergotherapeuten, Heilpädagogen, medizinische Fachangestellte, Verwaltungsmitarbeiter, Reinigungspersonal sowie Erzieher, Krankenhausclowns und Lehrer.
Eine Kinderklinik unterscheidet sich in ihrer räumlichen Gestaltung meist deutlich von einem Krankenhaus für erwachsene Patienten. Neben den verschiedenen Stationen für unterschiedliche Krankheitsbereiche (Onkologie, Säuglingszimmer, Neugeborenen-Intensivstation etc.) und der Intensivstation sowie den Untersuchungs- und Behandlungszimmern gibt es in Kinderkrankenhäusern auch einen Kindergarten sowie ein Schulzimmer. Die Kinder, die nicht bettlägerig sind, können hier im Kindergarten spielen, basteln und malen. Schulpflichtige Kinder können in separaten Schulzimmern, die sich im Kinderkrankenhaus befinden, ihrem Gesundheitszustand entsprechend lernen und ein wenig des Stoffes nachholen, den sie durch ihre schwere Erkrankung versäumen. Kinder, die das Bett hüten müssen, erhalten Besuch von einer Lehrkraft und können im Bett lernen.
Auch die Krankenhausclowns besuchen die jungen Patienten regelmäßig und schaffen es, sie von ihrer Krankheit abzulenken und zum Lachen zu bringen.
Zusätzlich stehen in den Kinderkliniken auch Zimmer für die Eltern schwerkranker Kinder zur Verfügung.
Kranke oder extrem zu früh geborene Babys werden rund um die Uhr auf der Neugeborenen-Intensivstation betreut. Hier stehen Inkubatoren (umgangssprachlich auch Brutkasten genannt) mit Anschlüssen für Beatmungsmaschinen zur Verfügung.
Jede Kinderklinik verfügt über eine Notaufnahme, in der die Kinder beim ersten Arzt-Patienten-Kontakt aufgenommen werden, wenn es sich um einen Notfall handelt. Zudem verfügen die meisten Kinderkliniken über einen Hubschrauberlandeplatz.
Kinderkliniken behandeln ihre Patienten nicht nur vollstationär, sondern auch teilstationär oder ambulant. Dazu stehen jeweils eigene Zimmer bzw. Stationen zur Verfügung, in denen die Kinder z.B. tagsüber behandelt werden und abends nach Hause gehen dürfen.
Viele Kinderkliniken bieten auch Spezialsprechstunden an. Hier werden z.B. Kinder einbestellt, die eine lange stationäre Behandlung in der Kinderklinik hinter sich haben und nun ambulant behandelt werden können. So gibt es z.B. Sprechstunden für ADHS-Patienten, für Kinder mit Allergien oder auch für Kinder mit Mukoviszidose.
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