Frauenkliniken sind entweder eigenständige Kliniken oder sie gehören zu einem großen Komplex z.B. einer Universitätsklinik. In einer Frauenklinik werden ausschließlich weibliche Patienten untersucht und behandelt.
In den Frauenkliniken werden Patientinnen mit vielen verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen behandelt. Meist erfolgt eine Einweisung dann, wenn eine ambulante Behandlung nicht mehr möglich oder ausreichend ist.
Frauenkliniken behandeln Patientinnen, die unter Kinderlosigkeit leiden, genauso jedoch Frauen, die kurz vor der Geburt stehen. Frauenkliniken decken somit nicht nur die Gynäkologie sondern auch die Geburtshilfe ab.
Auch Schwangere, die unter vorzeitigen Wehen leiden, spezielle Ultraschalluntersuchungen benötigen oder eine Fehlgeburt erlitten haben, werden in einer Frauenklinik aufgenommen.
In der Geburtshilfe der Frauenklinik werden schwangere Frauen betreut und behandelt. Bei Risikoschwangerschaften oder aus anderen medizinischen Gründen können hier 3- und 4-D-Ultraschall-Untersuchungen durchgeführt werden oder Untersuchungen wie zum Beispiel eine Fruchtwasseruntersuchung.
In der Schwangerenambulanz werden schwangere Frauen regelmäßig untersucht und z.B. ein CTG geschrieben, bei dem die Herztöne des ungeborenen Kindes sowie die Wehentätigkeit gemessen werden.
In jeder Frauenklinik befinden sich auch mehrere Kreißsäle, in denen schwangere Frauen ihr Baby entbinden können. Die Kreißsäle sind mit allen technischen Geräten ausgestattet, die bei einer Geburt notwendig werden können (z.B. Saugglocke).
Die Frauen werden hier während und einige Stunden nach der Entbindung betreut und evtl. Wunden genäht. Hebammen oder Kinderärzte führen kurz nach der Entbindung die U1 des Neugeborenen durch.
In der Frauenklinik können die Frauen ihre Kinder während einer natürlichen Entbindung gebären oder auch per Kaiserschnitt. Meist liegen für einen Kaiserschnitt medizinische Gründe für die Durchführung vor.
Frauen, die ungewollt kinderlos sind, werden im Kinderwunschzentrum der Frauenklinik betreut. Zuerst werden die Patientinnen umfassend untersucht und je nach Befund eine Therapie zum Beispiel mit Hormonen oder Zyklus regulierenden Medikamenten begonnen. Helfen diese Maßnahmen nicht, so werden in den Frauenkliniken auch künstliche Befruchtungen wie die ICSI-Methode oder die IVF-Therapie durchgeführt.
Bei der IVF-Therapie werden die Eizelle der Frau mit den Spermien des Mannes im Reagenzglas befruchtet und die befruchteten Eizellen nach einigen Tagen der Frau wieder eingesetzt. Die Befruchtung von Eizelle und Spermium erfolgt hier ohne weiteren Eingriff im Reagenzglas.
Bei der ICSI-Therapie wird die Befruchtung der Eizelle durch die Mitarbeiter des Labors durchgeführt. Sie selektieren dazu vorher die beweglichen von den unbeweglichen Spermien und bringen ein bewegliches Spermium in die Eizelle mit Hilfe einer dünnen Nadel ein. Gelingt die Befruchtung, wird die Eizelle, wie auch nach der IVF-Therapie, der Frau wieder eingesetzt.
Auch die Behandlung von Frühgeborenen in der so genannten Neonatologie ist Bestandteil vieler Frauenkliniken.
Je nach Größe der Klinik werden hier Frühgeborene, die zum Beispiel bereits in der 35. Schwangerschaftswoche geboren wurden, medizinisch versorgt. Dazu liegen viele Frühgeborene in einem Brutkasten (Inkubator) oder einem Wärmebettchen. Teilweise müssen die kleinen Babys auch noch künstlich beatmet und ernährt werden.
Frauen, die unter gut- oder bösartigen Tumoren im Bereich der weiblichen Geschlechtsorgane leiden (z.B. Gebärmutterhalskrebs, gutartige Zyste am Eierstock), werden ebenfalls in einer Frauenklinik behandelt.
In viele Frauenkliniken ist ein Brustzentrum integriert, in dem Patientinnen mit Brustkrebs umfassend untersucht und behandelt werden.
In der Onkologie der Frauenklinik werden Patientinnen mit bösartigen Krebserkrankungen behandelt. Je nach Art und Sitz des Tumors kann dieser durch eine Operation entfernt werden und/oder muss durch eine Chemo- bzw. Strahlentherapie behandelt werden.
Während der Chemotherapie erhalten die Patientinnen in der Frauenklinik ein spezielles Medikament, das Zytostatikum, durch eine Infusion in die Vene. Bei der Strahlentherapie werden die Strahlen direkt auf die Stelle gerichtet, an der sich der Tumor befindet.
Die Ärzte der Frauenkliniken achten während dieser Behandlungen darauf, möglichst wenig gesundes Gewebe zu zerstören und die Nebenwirkungen dieser Therapien möglichst gering zu halten.
Auch Mädchen werden in einer Frauenklinik behandelt, wenn sie unter Ausfluss leiden, angeborene Fehlbildungen an den Geschlechtsorganen haben, bereits jetzt unter Zysten zum Beispiel an den Eierstöcken leiden, vaginale Blutungen haben oder zu früh in die Pubertät gekommen sind.
Junge Mädchen, die ihre Regelblutung aus unerklärlichen Gründen äußerst unregelmäßig oder zu stark haben, werden ebenso in einer Frauenklinik behandelt wie Mädchen, die sich eine HPV-Impfung (zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs) verabreichen lassen möchten. Dieser Bereich wird Jugendgynäkologie genannt. Frauenkliniken betreiben somit auch Vorsorge.
Viele Frauenkliniken haben ein ambulantes Operationszentrum, in dem verschiedene Untersuchungen und Eingriffe ambulant durchgeführt werden. Einer dieser Eingriffe ist zum Beispiel die Kürettage, die Ausschabung der Gebärmutter. Die Frauen erhalten für den Eingriff eine kurze Narkose.
Der Gynäkologe führt hier ein Instrument in den Gebärmutterhals ein und dehnt diesen ein wenig. Teilweise wird vor der Ausschabung auch eine Hormontablette in die Scheide der Frau gelegt, um das Gewebe zu dehnen. Dies geschieht beispielsweise bei einer Ausschabung aufgrund einer Fehlgeburt.
Während der Ausschabung entfernt der Frauenarzt Gewebe der Gebärmutterschleimhaut.
Auch eine Hysteroskopie wird in der Frauenklinik ambulant durchgeführt. Dient dieser Eingriff zu Untersuchungszwecken, so kann der Arzt durch verschiedene Instrumente die Gebärmutter von innen sowie die Eileiter untersuchen.
Während dieser Untersuchung kann jedoch auch ein chirurgischer Eingriff vorgenommen werden, wenn zum Beispiel Polypen abgetragen werden müssen.
Frauen, die Inkontinenzprobleme haben, werden im Beckenzentrum der Frauenklinik behandelt. Hier kann den Frauen zum einen mit der Verordnung bestimmter Medikamente geholfen werden, zum anderen kann auch eine Operation helfen, den Beckenboden wieder zu straffen.
Betroffenen Patientinnen stehen hier auch weitere Therapiemöglichkeiten wie zum Beispiel ein Trinktraining zur Verfügung.
Besonders nach einer schweren Entbindung oder auch im höheren Alter können Frauen unter einer Beckenbodenschwäche leiden. Auch diese Krankheit wird in den Frauenkliniken therapiert.
In Frauenkliniken sind viele Mitarbeiter angestellt. Dazu gehören zum Beispiel Frauenärzte, Anästhesisten, Kinderärzte, Fachärzte für Urogynäkologie, Endokrinologen, Hebammen, Gesundheits- und Krankenpfleger (Krankenschwestern), Kinderkrankenschwestern, Säuglingsschwestern, medizinische Fachangestellte, Verwaltungsangestellte und diverses Reinigungspersonal.
Jede Frauenklinik verfügt über mehrere Stationen und Kreißsäle sowie Operationssäle, Untersuchungsräume, eine Neugeborenenstation, meist auch eine Frühgeborenenstation, einen Aufnahme- und Wartebereich, ein Brust- und Kinderwunschzentrum, einen Bereich für ambulante Operationen sowie eine Abteilung für Pränataldiagnostik (spezielle Untersuchungen des ungeborenen Babys).
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19.06.11 | |
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18.02.11 | |
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15.04.10 | |
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