7. August 2009
Von Viola Reinhardt
Was gibt es Schöneres als ein Feld mit blühenden, goldgelben Sonnenblumen vor einem strahlend blauen Himmel? Doch über den rein dekorativen Aspekt hinaus gesehen ist die Sonnenblume eine äußerst nützliche Pflanze.

Sommerzeit, Sonnenblumenzeit. Bis in den frühen Herbst hinein werden sie uns jetzt blühen, die Blumen mit dem wohlklingenden Namen Helianthus annuus. Der Name bezieht sich auf eine griechische Sage, nach der sich das Mädchen Clytia in den Sonnengott Apollon verliebte und neun Tage lang nichts anderes tat, als ihn auf seinem Sonnenwagen zu beobachten. Damit ist eine der wichtigsten Eigenschaften der Sonnenblume genannt: Sie wendet sich immer der Sonne zu. Heliotropismus nennt man diese Eigenart. Auch, wenn die alten Griechen nicht unsere Sonnenblume gemeint haben können, da diese ursprünglich aus Amerika stammt. Dort wurde sie sogar von den Inkas als Gott angebetet. Spanische Seefahrer brachten im Jahr 1552 die ersten Sonnenblumen und deren Samen mit nach Europa. Nach neuesten Funden gehen Biologen davon aus, dass es bereits 2500 vor unserer Zeitrechnung Sonnenblumen in Amerika gab.
Sonnenblumen sind nicht nur als die Laune hebende Gesteckblumen beliebt, sondern ihre Kerne werden auch gern zum Backen, für den Salat oder als Snack zwischendurch verwendet. Eine Sonnenblume im Herbst kann das Sommerfeeling zumindest für kurze Zeit zurückbringen. Heute gibt es auch Minisonnenblumen, die auch im Winter blühen und so über die trübe Zeit helfen können. Sonnenblumen im Garten sollte man hingegen nicht nach dem Abblühen entfernen, denn ihre korbblütigen Samenstände dienen vielen Vögeln als Nahrungsquelle im Winter. Außerdem sind sie meist in einer Höhe, in der Raubtiere wie Katzen keine Chance haben, die Vögel zu fangen. Man kann auch die Blüte abschneiden und auf dem Fensterbrett befestigen und den Piepmätzen so eine Winterfreude machen.
Besonders gern werden Sonnenblumenkerne zu Öl verarbeitet, auch, wenn die Ölpressung noch nicht sehr lang betrieben wird. Doch Sonnenblumenöl ist schmackhaft, hat wenig Cholesterin und ist zudem günstiger als Olivenöl. In Russland und der Ukraine ist es fester Bestandteil der Volksmedizin und auch die alternative Medizin empfiehlt Ölziehen mit Sonnenblumenöl zur Entgiftung. Das liegt daran, dass die Kerne die Fähigkeit haben, dem Boden Gifte zu entziehen. Wenn man Sonnenblumen an einer Stelle im Garten anbaut, die mit Schadstoffen belastet ist, werden die Pflanzen den Boden reinigen. Und dekorativ sieht es auch noch aus.
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