Rettich in der Natur, Heilkunde, Küche und alten Klostermedizin

Rettich gehört zu den ältesten bekannten Kulturpflanzen. Er ist schon seit ewigen Zeiten als Nahrungsmittel bekannt. Man verwendet ihn auf unterschiedliche Art und Weise in der Küche; neben der Nutzung als Nahrungsmittel sind aber auch seine medizinischen Effekte von Bedeutung. Lesen Sie über die gesundheitlichen Vorzüge von Rettich und holen Sie sich Tipps zur Zubereitung.

Wissenswertes zur Verwendung von Rettich

Rettich - Wirkung und Inhaltsstoffe

Rettich ist besonders als Rohkostsalat sehr beliebt, in Bayern ist er fester Bestandteil einer zünftigen Brotzeit. Es gibt verschiedene Rettich-Arten und dabei handelt es sich um einjährige oder auch zweijährige Pflanzen.

Die Wurzel wächst unterirdisch. Bei uns findet die Wurzel Verwendung und das Blattgrün wird entfernt. Im arabischen Raum werden die Blätter verzehrt und die Wurzel entsorgt.

Rettich wird fast weltweit angebaut und ist wegen seines typischen Geschmacks und der charakteristischen Schärfe beliebt. Der Rettich hat in der Regel von April bis Januar Saison. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass er fest und prall ist. Manchmal kann es auch passieren, dass der Rettich holzig ist.

Der Rettich enthält reichlich Vitamin C und einige B-Vitamine, zu seinen Hauptbestandteilen gehören auch

Gesundheitliche Vorzüge von Rettich

Schon im Altertum wusste man um die heilkräftige Wirkung des Rettichs. Er findet Erwähnung bei Hildegard von Bingen und war Bestandteil der Klostermedizin.

Rettichknolle in der Küche
Wirkt antibiotisch, krampflösend und schleimlösend

Man spricht dem Rettich einen antibiotischen Effekt zu, er wirkt zudem galletreibend und schleimlösend.

Des Weiteren hat er eine

  • adstringierende
  • blutreinigende
  • entwässernde
  • harntreibende und
  • krampflösende

Wirkung. Man genießt den Rettich frisch oder wendet kurativ den Rettichsaft an. Die Blätter finden als Teezubereitung Verwendung und man setzt einen so genannten Rettichsirup an.

Als Hausmittel bei Erkältungskrankheiten wird der Rettich ausgehöhlt, und mit etwas Honig gefüllt. Dadurch zieht er Flüssigkeit und diese nimmt man als Arznei ein.

Anwendungsgebiete von Rettich

Rettich hilft bei

Er regt den Stoffwechsel an, wirkt entgiftend und entschlackend, stärkt die Abwehr und regt die Verdauung an.

Verwendung von Rettich in der Küche

Der Rettich wird im Frühling, Sommer oder Herbst geerntet und unterscheidet sich in seiner Schärfe. Die scharfe Wurzel mit dem charakteristischen, würzigen Geschmack findet in der Küche vielseitige Verwendung.

Man schneidet ihn in dünne Scheiben, die leicht gesalzen werden, und genießt ihn als Beilage. Ein Rettichsalat wird oft mit Sahne verfeinert, welche die Schärfe mildert und für eine bessere Verwertbarkeit sorgt. Für einen Rettichsalat wird der Rettich gehobelt oder geraspelt.

Rettich wird in unseren Breitengraden fast ausschließlich roh gegessen, in einigen orientalischen Ländern entsorgt man die Wurzel und genießt die Blätter. In asiatischen Ländern wird er als Gemüse gegart. Menschen mit empfindlichen Magen allerdings sollten auf Rettich verzichten, da er schwer verdaulich ist.

Merkmale und Standorte dse Rettichs

Der botanische Name Raphanus bezeichnet den Rettich und dieser gehört zu der Familie der Kreuzblütengewächse. Umgangssprachlich nennt man ihn auch

  • Radi
  • Bierwurz
  • Bierrettich
  • Furzwurzel und
  • Retwurzel.

Es gibt mehrere Arten, die meisten sind im Mittelmeerraum beheimatet. Die drei Hauptarten sind

  • Raphanus confusus
  • Acker-Rettich und
  • Garten-Rettich,

von denen es wiederum Untertypen gibt. Dazu zählen:

  • Strand-Rettich
  • Rattenschwanz-Rettich und
  • Ölrettich.

Die krautigen Pflanzen können ein- oder mehrjährig sein, die Laubblätter sind leierförmig und fiederteilig und sehr rau. Einige Arten der Rettiche bilden unterirdische Rüben, die Pfahlwurzeln, welche borstig behaart sind. Diese sind

  • weiß
  • rot
  • rosafarben oder
  • schwarz

und gelten als der eigentliche Rettich.

Die traubigen Blütenstände mit weißen, gelben oder violetten Blüten bilden sich im Sommer meist nach der Reife der Wurzel. Anschließend erscheinen die Schoten, in denen die Samen enthalten sind. Der anspruchslose Rettich gedeiht am besten auf einem leicht feuchten Boden und einem sonnigen Standort.

Quellen:

  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen: Botanik, Drogen, Wirkstoffe, Anwendungen, Kosmos, 2004, ISBN 3440093875
  • Mannfried Pahlow: Das große Buch der Heilpflanzen: Gesund durch die Heilkräfte der Natur, Nikol Verlagsgesellschaft, 2013, ISBN 3868201912
  • Andrew Chevallier: Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2017, ISBN 3831032327
  • Bernhard Uehleke, Johannes Mayer, Kilian Saum: Handbuch der Klosterheilkunde: Neues Wissen über die Wirkung der Heilpflanzen. Vorbeugen, behandeln und heilen, Zabert Sandmann, 2008, ISBN 3898832260
  • Karin Buchart, Miriam Wiegele, Andreas Leitner: Die Natur-Apotheke: Das überlieferte und neue Wissen über unsere Heilpflanzen, Servus, 2019, ISBN 9783710401718
  • Vital Experts: HEILPFLANZEN - Das Naturheilkunde Buch, 2019, ISBN 1713160064
  • Ursel Bühring: Alles über Heilpflanzen: Erkennen, anwenden und gesund bleiben Kindle Ausgabe, Verlag Eugen Ulmer, 2007, ISBN 3800149796
  • Ursel Bühring: Heilpflanzenrezepte: Die besten aus der Freiburger Heilpflanzenschule, Verlag Eugen Ulmer, 2014, ISBN 3800179962
  • Siegrid Hirsch: Kräuter-Rezeptbuch: Hausmittel & Salben, Säfte & Marmeladen, Kräuterwein & Liköre, Essig & Öl, Freya, 2014, ISBN 3902540001
  • Peter Emmrich: Kurzcharakteristik Die Kraft der Heilpflanzen, Weg zur Gesundheit, 2017, ISBN 3925207317
  • Peter Spiegel: Das BLV Heilkräuter-Buch: Gesundheit aus der Natur, BLV, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2013, ISBN 3835409751

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