16. April 2009
Der Meerrettich ist nicht nur eine Gemüse- und Gewürzpflanze, sondern auch eine bewährte und geschätzte Arzneipflanze.
Sein Geschmack ist pfefferig scharf und beim Reiben der Wurzel treibt er die Tränen in die Augen. Die geriebene Wurzel wird konserviert, teilweise mit Sahne verfeinert und ist so im Handel in Gläsern erhältlich. Seltener wird der Meerrettich gerieben und getrocknet. Die frisch geriebene Wurzel besitzt eine größere Geschmacksintensität. Sie wird zum Verfeinern von Soßen, Suppen, Dips und Quark genommen. Meerrettich serviert man zu Eiern, Fisch und Fleisch. In der Regel wird der Meerrettich kalt verwendet, seltener gibt es Rezepte, in denen er eine Zutat für warme Soßen ist, dann sollte er erst kurz vor dem Servieren zugefügt und nicht mehr aufgekocht werden, da er sonst erheblich an Aroma verliert.
Zu seinen wichtigsten Inhaltsstoffen gehören ätherische Öle, Allylsenföl, Allicin, Asparagin, Arginin, Alloxurbasen, Flavone, Glucosinolate, Kampferol, Mineralstoffe, Oxydase, Senföle, organische Schwefelverbindungen, Pentosan, Quercetin und Vitamine, unter anderem Vitamin C. Zu medizinischen Zwecken verwendet man am besten auch den frisch geriebenen Meerrettich, die Wurzel wird vorher gewaschen und geschält. Er wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, harntreibend, schleimlösend und schweißtreibend. Meerrettich stärkt das Immunsystem, hilft bei Grippe und Erkältungen, lindert Nebenhöhlenentzündungen, Mandelentzündungen und neuralgische Beschwerden. Bei Blasen- und Nierenbeckenentzündungen, Magengeschwüren und Schilddrüsenerkrankungen ist Meerrettich eher kontraindiziert. Meerrettich wirkt sich aber positiv aus bei Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Blähungen und Verstopfung. Äußerliche Anwendung findet er durch Breiumschläge, da hilft er bei Muskelschmerzen, Insektenstichen, Halsschmerzen und Zahnschmerzen. Meerrettich ist in einigen Fertigarzneien enthalten. Ein altes Hausmittel wird von manchen Menschen gerne genutzt indem sie bei Erkältungen einen dicken Rettich aushöhlen, das Loch mit Honig füllen, es einige Stunden ziehen lassen, um den Honig dann löffelweise einzunehmen. Dies soll schnell Linderung bringen.
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