10. August 2009
Maiglöckchen sind sowohl Gift- als auch Heilpflanze und sollten nur als Fertigpräparate aus der Apotheke Verwendung finden.
Schon im Mittelalter wusste man um die hochwirksamen Inhaltsstoffe des Maiglöckchens, zur Verwendung kamen Auszüge aus den Blättern, den Blüten und der Wurzel. Doch wie viele herzwirksame Arzneipflanzen ist das Maiglöckchen sehr giftig. Zu seinen Hauptbestandteilen gehören Asparagin, Digitalis-Glykoside, Convallarin, Convallatoxin, Convallatoxol, Flavonoide und Saponine. Maiglöckchen soll das Herz stärken und bei Herzrhythmusstörungen helfen, es kann einem Schlafanfall vorbeugen, wirkt sich aber auch günstig bei niedrigem Blutdruck aus. Bei Nervenschwäche wirkt es stärkend, ist aber hauptsächlich ein Herzmittel. Es ist in einigen Fertigarzneien enthalten und man kann es auch in homöopathischer Zubereitung anwenden.
Beim Verzehr von Maiglöckchen-Pflanzenteilen kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen, diese sind unter anderem Durchfall, Erbrechen, Schwindel, Haut- und Augenreizungen bis hin zu Herzrhythmusstörungen und rasender Puls. In diesem Fall ist unverzüglich ein Notarzt zu verständigen und die Giftnotrufzentrale zu kontaktieren. Die Giftwirkung verliert sich auch kaum bei getrockneten Pflanzenteilen.
In der Parfumindustrie ist das Blütenöl des Maiglöckchens eine oft und gerne verwendete florale Duftkomponente und wird von Parfumeuren geschätzt. Auch Seifenmanufakturen nutzen den intensiven Duft.
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