31. August 2009
Zu medizinischen Zwecken werden ebenfalls die Leinsamen, so wie das aus ihnen gewonnene Leinöl eingesetzt.
In der Leinsamenschale sind Schleimstoffe enthalten. Diese schützen die Schleimhäute des Magens und des Darmes und mildern Reizungen und Entzündungen. Diese Schleimstoffe lassen in Verbindung mit Wasser den Samen aufquellen, damit vergrößern sie den Darminhalt und lösen den Reflex zur Entleerung aus. Fette, die bei zerkleinerten Samen freigesetzt werden, dienen zusätzlich als Gleitmittel. So wirken sich die ballaststoffreichen Leinsamen günstig auf den Magen-Darmtrakt aus und regulieren die Verdauung. Leinsamen wirken auch Verstopfung entgegen und äußerliche Anwendung findet der gepulverte Leinsamen als Umschlag bei Hautentzündungen. Bei innerer Anwendung sollte zwei- bis dreimal täglich ein Esslöffel ganzer Leinsamen mit reichlich Wasser eingenommen werden. Eine Tagesdosis von 40 g sollte man nicht überschreiten, da sich die abführende Wirkung sonst umkehren kann. Leinsamen sollte man nicht anwenden bei drohendem Darmverschluss, einer Verengung der Speiseröhre oder akuten Entzündungen des Darms wie bei einer Colitis ulcerosa. Bei einer ungenügenden Flüssigkeitszufuhr kann es zu einer ungewollten, vorzeitigen Quellung im Rachenraum oder der Speiseröhre kommen und einer damit einhergehenden Atemnot. Das Leinöl ist vorwiegend ein Lieferant für nährstoffreiche Wirkstoffe und kann kurativ eingenommen werden.
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