18. Juni 2007
Knoblauchpräparate sollen den Cholesterinspiegel senken und das Herz-Kreislaufsystem schützen - so das Versprechen der Hersteller. Eine amerikanische Studie brachte nun ans Tageslicht, dass die streng riechenden Pillen keinen gesundheitlichen Nutzen haben.
In einer Zeit, wo scheinbar jeder einen erhöhten Cholesterinspiegel aufzuzeigen weiß, erfreuen sich Präparate, die das tückische Cholesterin senken und damit Esssünden wiedergutmachen sollen, großer Beliebtheit. Knoblauchpillen preisen einen Rundumschutz für das Herz-Kreislaufsystem an und die Kunden danken es. Doch nun enthüllte eine amerikanische Studie, dass die Pillen außer einem schlechten Atem nicht zu bieten haben.
Bisher verwiesen die Hersteller den neugierigen Verbraucher auf Tierexperimente und zahlreiche in-vitro-Versuche, die die Wirkung ihrer Präparate belegen sollen. In einer kontrollierten Studie, die in den Archieves of Internal Medicine (2007; 167: 346-353) veröffentlicht wurde, wiesen Forscher nun nach, dass die geruchsintensiven Präparate keinen Einfluss auf den Cholesterinspiegel haben.
Die Studie war nicht die erste ihrer Art. Bereits in den letzten Jahren untersuchten Forscher die gerühmte Wirkung des Zwiebelgewächses. Sie gingen der Theorie nach, dass die Inhaltsstoffe des Knoblauchs, vor allem das Allicin, den Cholesterinspiegel senken und damit die Gefäße schützen sollen. Bisher konnten die Forscher jedoch auf kein klares Ergebnis kommen. Aus diesem Grund entschied sich das Stanford Prevention Research Center zu einer weiteren kontrollierten Studie. Hierfür wurden exemplarisch zwei unterschiedliche Knoblauch-Präparate, die Spitzenführer auf dem Kalifornischen Markt sind, unter die Lupe genommen. Beide Präparate wurden täglich von einer Gruppe von Probanden eingenommen. Eine Testgruppe bekam statt der Präparate deftige Sandwiches vorgesetzt, die üppig mit Knoblauchwürze gespickt wurden. Damit die Probanden nicht wissen, ob sie zur Präparat- oder aber zur Kontrollegruppe gehören, wurden einfach ein paar mehr Sandwiches zubereitet. So verzehrte letztlich jeder Proband täglich das intensiv gewürzte Weißbrot. Eine weitere Gruppe von Probanden schluckte zum Vergleich Placebo-Pillen.
Sechs Monate und 30000 Sandwiches später zeigte sich, dass sich die Cholesterinwerte keiner Probanden-Gruppe geändert hatten. Die Autoren der Studie raten den Verbrauchern, einen weiten Bogen um die geruchsintensiven Pillen zu machen, die frei von jeder Wirkung sind. Und für eingefleischte Knoblauchfans: Niemand muss auf das geliebte Zwiebelgewächs verzichten. Man sollte jedoch nicht davon ausgehen, dass eine ungesunde Ernährung durch eine Knoblauchzehe wettgemacht werden kann.
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