7. Oktober 2009
Der Kalmus war schon im Altertum bekannt und ein hochgeschätztes Arzneimittel. Man nannte ihn im alten China den Lebensverlängerer, hochwirksame Inhaltsstoffe machen ihn zu einer wertvollen Heilpflanze.
Zu den Hauptbestandteilen gehören Asaron, Asarylaldehyd, Camphen, Campher, Eugenol und Pinen. Geerntet wird die Wurzel und diese wird im März und April und von September bis November gesammelt, aus ihr gewinnt man Extrakte, Öle und Tinkturen. Zur Verwendung kommt die getrocknete Wurzel die aromatisch riecht, aber bitter und scharf schmeckt. Mit getrockneten Wurzelstückchen setzt man in der Regel einen Kaltauszug an, ein Teelöffel mit zerkleinerten Wurzelstückchen wird in eine Tasse mit kaltem Wasser gegeben, um dies einige Stunden ziehen zu lassen. Getrunken hilft es dann hauptsächlich bei Magen-Darmproblemen wie Krämpfe, Blähungen, Verstopfungen und selbst bei Magengeschwüren. Kalmus regt den Appetit an, stärkt das Zahnfleisch bei Spülungen und beugt Entzündungen der Mundschleimhaut vor. Zahnenden Kindern gibt man ein Stück Kalmuswurzel um darauf zu kauen, dies soll Linderung bringen. Wer sich das Rauchen abgewöhnen will, sollte Kalmuswurzelstückchen kauen, dann wird einem beim Rauchen übel und es ist eine Entwöhnungshilfe. Kalmuswurzel kann auch mit heißem Wasser aufgebrüht werden, um ihn als Tee zu trinken. Es gibt eine Kalmus-Tinktur, wovon mehrmals täglich einige Tropfen eingenommen werden.
In höheren Dosen sagt man dem Kalmus eine halluzinogene und berauschende Wirkung nach, verantwortlich dafür sind die Asarone die strukturell dem Meskalin ähneln. Dann können auch unerwünschte Nebenwirkungen auftreten, wie Erbrechen, Herzrasen, Schweißausbrüche und Zittern. Richtig dosiert heitert die Kalmuswurzel die Stimmung auf und wirkt stimulierend.
In der ayurvedischen Medizin Indiens hat Kalmus eine durchwärmende Eigenschaft und wird als Stärkungsmittel eingesetzt. In der Aromatherapie schreibt man ihm eine stärkende und aufbauende Wirkung zu. Da hilft das Öl bei Überforderung und Schwächezuständen. Leider steht Kalmus unter Verdacht krebserregende Stoffe zu beinhalten, deshalb ist vor einem Dauergebrauch abzuraten. Bei gleichzeitiger Einnahme von anderen Medikamenten kann es zu ungewollten Wechselwirkungen kommen. Das ätherische Öl findet sich in Mundwasser und als Aromastoff in Likören, als Zusatz von Badeölen und der Duft soll Motten vertreiben.
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