Fenchel in der Natur, Heilkunde und Küche

Der Fenchel gehört zu den alteingesessenen Gewürz-, Gemüse- und Arzneipflanzen. Fencheltee ist hauptsächlich als Babytee bekannt, wo er die Bauchschmerzen der Allerkleinsten lindern soll. Doch die vielseitige Pflanze hat noch einige andere Vorteile aufzuweisen. Ob als Gemüse, Salat oder auch als Würzmittel, Fenchel zeigt sich als Allroundtalent von der Knolle bis zur Blüte und ist schon seit dem 9. Jahrhundert als Heilpflanze bekannt. Lesen Sie über die Wirkung und Verwendungsmöglichkeiten von Fenchel.

Wirkung und Anwendung von Fenchel

Fenchel - Wirkung und Inhaltsstoffe

Der Fenchel heißt mit botanischem Namen Foeniculum vulgare und er gehört zu der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Volkstümlich kennt man ihn auch unter den Namen

  • Brotsamen
  • Enis
  • Femis
  • Fenikl
  • Fenis
  • Fenkel
  • Finchel und
  • Frauenfenchel.

Zu den Bestandteilen des Fenchels gehören zum einen zahlreiche ätherische Öle, die sich in

  • der Frucht
  • dem Kraut und
  • der Wurzel.

finden lassen. Zu diesen Ölen gehören beispielsweise Anethol, Fenchon, Pinen, Myrcen, Camphen und Limonen. Des Weiteren enthält der Fenchel

Gesundheitliche Vorzüge von Fenchel

Zur medizinischen Verwendung kommen die Samen und die Wurzel. In der Regel wird der Fenchel als Teezubereitung eingenommen. Man kann ihn aber auch als

verwenden.

Der Fenchel wirkt

  • antibakteriell
  • appetitanregend
  • entspannend
  • harntreibend
  • leicht abführend
  • krampflösend
  • kräftigend
  • milchbildend
  • menstruationsfördernd und
  • schleimlösend.

Anwendungsgebiete von Fenchel

Er findet hauptsächlich Anwendung bei

Fencheltee hilft be Erkältungskrankheiten und Husten, bei Verstopfung und Menstruationsbeschwerden.

Bei Halsentzündungen kann man mit Fencheltee gurgeln, der Fenchel dient zudem zur Pflege von unreiner und fettiger Haut. Bei Augenentzündungen kann mit Fenchelwasser gespült werden.

In der Aromatherapie findet der Fenchel auch Anwendung in der Duftlampe, wo man ihn mit Wasser verdampft; hier hat er eine tröstende Wirkung. Auch in homöopathischer Zubereitung wird der Fenchel gebraucht.

Fenchel als Hausmittel

In der Heilkunde kommt Fenchelöl bei Husten und Katarrhen, aber auch bei Blähungen zur Anwendung. Für Säuglinge und Kleinkinder sollte man das Fenchelöl auf keinen Fall pur verwenden, sondern entweder als Fenchelhonig oder eben verdünnt mit einem Trägeröl.

Fenchelhonig ist ein gutes Hustenmittel zum Lösen von festsitzendem Schleim. Wenn Säuglinge unter Blähungen leiden kann man mit verdünntem Fenchelöl den Bauch im Uhrzeigersinn massieren, dadurch wird die Durchblutung und die Darmtätigkeit gefördert und so die Verkrampfung gelöst.

Verwendung von Fenchel in der Küche

Fenchelknolle als Gemüse
Die Fenchelknolle kann als Gemüse in einer Vielzahl von Variantionen zubereitet werden

Die Knolle ist eine sehr leckeres und vielseitiges Gemüse, Fenchel enthält ätherische Öle, die Vitamine A, C, E, K, die B-Vitamine und Folsäure sowie die Mineralien Calcium, Eisen, Phosphor, Kalium und Magnesium. Durch die Kombination dieser Inhaltsstoffe trägt Fenchel dazu bei Fett- und Giftstoffe im Darm zu binden und kann sich von daher günstig auf das Cholesterin auswirken. Während man die Knolle selbst als Gemüse zum Kochen verwenden kann, werden die Blätter eher als Gewürz gesehen.

Die Fenchelknolle schmeckt roh, ganz dünn geschnitten und mit einer Vinaigrette oder auch gedünstet als Gemüse, auch sehr lecker mit Käse überbacken. Besonders gut passt Fenchel zu vielen Fischgerichten.

Da Fenchel sehr intensiv nach Anis schmeckt, braucht man schon fast keine anderen Gewürze mehr. Die Fenchelknollen lassen sich

  • als Rohkost
  • gekocht oder
  • gebraten

verspeisen. Aus den Fenchelknollen wird ein Gemüse zubereitet, welches als Beilage gereicht wird. Man kann den Fenchel aber auch als Salat zubereiten. Fenchelknollen passen als Einlage zu Suppen und Eintöpfen.

Die Blätter geben den Gerichten eine typische Würznote und die Samen werden ähnlich wie Anis verwendet. So werden sie zum Beispiel in Brot gebacken. In der Spirituosenindustrie benutzt man den Fenchel zum Aromatisieren, etwa von Absinth und Pasis.

Lagerung von Fenchel

Fenchel benötigt eine kühle Lagerung: bestenfalls bewahrt man ihn im Kühlschrank (im Gemüsefach) auf. Die optimale Lagertemperatur liegt zwischen 0 und 5 °C, bei einer Luftfeuchtigkeit von 90 bis 95 %.

Eigenschaften und Standorte von Fenchel

Die mehrjährige krautige Pflanze kann eine Wuchshöhe von bis zu zwei Metern erreichen. Die Samen in den Blütendolden sind die bekannten Fenchelsamen, die als Tee, besonders in der Kinderheilkunde, Verwendung finden. Sie werden bei Blähungen, aber auch bei Katarrhen der oberen Luftwege, zum Lösen von festsitzendem Schleim, eingesetzt. Aber auch in kräftigem Schwarz- und Vollkornbrot kann man sie gemahlen oder auch ganz als Brotgewürz mitbacken. Sie fördern zusammen mit Kümmel auch die Bekömmlichkeit des Brotes.

Fenchelsorten

Von dem Echten Fenchel oder Garten Fenchel gibt es drei Sorten:

  • den Gemüsefenchel (auch Knollen- oder Zwiebelfenchel<)
  • den Gewürzfenchel (auch Süßfenchel) und
  • den Wilden Fenchel (auch Bitterfenchel).

Sie unterscheiden sich in ihrem Wuchs und der Art der Verwendung. Der aufrecht wachsende runde Stängel ist kahl und bläulich gestreift, er verzweigt sich im oberen Bereich.

Der Fenchel bildet unterirdisch die Fenchelknolle. Die gefiederten Laubblätter sind haarfein geschlitzt. Die kleinen gelben Blüten sitzen ab Juli in großen Dolden, aus ihnen bilden sich später die kleinen Früchte.

Ursprünglich kommt der Fenchel aus dem Mittelmeerraum und zählt zu den ältesten Kulturpflanzen. In Mitteleuropa kommt er auch verwildert vor, wird aber in vielen Hausgärten kultiviert und auch kommerziell angebaut. In Deutschland ist der Fenchel zwischen Juni und September erntefrisch zu haben.

Am besten gedeiht der Fenchel auf einem gut feuchten, nährstoffreichen und basenreichen Lehm- oder Lößboden. Er bevorzugt einen sonnigen Standort. Verwildert findet man ihn auf Magerrasen, an Weinbergen und Schuttplätzen.

Schädlingsbefall und Erkrankungen bei Fenchel

Zu den Schädlingen und Krankheiten, die den Fenchel befallen können, zählen:

  • Bakterien: Pseudomonas-Fäule (Pseudomonas syringae) und Erwinia-Fäule (Erwinia carotovora)
  • Pilze: Echter Mehltau (Erysiphe umbelliferarum), Cercosporidium-Flecken (Cercosporidium punctum) und Sclerotinia-Fäule (Sclerotinia minor und S. sclerotiorum)
  • Physiologische Schäden: Braune Ränder, vorzeitige Blütenbildung und Frost
  • Schädlinge: Schnecken, Thripse, Fadenwürmer und Blattläuse.

Quellen:

  • Andrew Chevallier: Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2017, ISBN 3831032327
  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen: Botanik, Drogen, Wirkstoffe, Anwendungen, Kosmos, 2004, ISBN 3440093875
  • Mannfried Pahlow: Das große Buch der Heilpflanzen: Gesund durch die Heilkräfte der Natur, Nikol Verlagsgesellschaft, 2013, ISBN 3868201912
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, 1990, ISBN 3800134543
  • Karin Buchart, Miriam Wiegele, Andreas Leitner: Die Natur-Apotheke: Das überlieferte und neue Wissen über unsere Heilpflanzen, Servus, 2019, ISBN 9783710401718
  • Vital Experts: HEILPFLANZEN - Das Naturheilkunde Buch, 2019, ISBN 1713160064
  • Ursel Bühring: Alles über Heilpflanzen: Erkennen, anwenden und gesund bleiben Kindle Ausgabe, Verlag Eugen Ulmer, 2007, ISBN 3800149796
  • Ursel Bühring: Heilpflanzenrezepte: Die besten aus der Freiburger Heilpflanzenschule, Verlag Eugen Ulmer, 2014, ISBN 3800179962
  • Siegrid Hirsch: Kräuter-Rezeptbuch: Hausmittel & Salben, Säfte & Marmeladen, Kräuterwein & Liköre, Essig & Öl, Freya, 2014, ISBN 3902540001
  • Peter Emmrich: Kurzcharakteristik Die Kraft der Heilpflanzen, Weg zur Gesundheit, 2017, ISBN 3925207317
  • Bernhard Uehleke, Johannes Mayer, Kilian Saum: Handbuch der Klosterheilkunde: Neues Wissen über die Wirkung der Heilpflanzen. Vorbeugen, behandeln und heilen, Zabert Sandmann, 2008, ISBN 3898832260
  • Peter Spiegel: Das BLV Heilkräuter-Buch: Gesundheit aus der Natur, BLV, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2013, ISBN 3835409751

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