2. Januar 2009
Von K. Schumann
Durch Heinos "Blau blüht der Enzian" ist der Enzian vielen bekannt. In der Heilpflanzenkunde findet jedoch nur der zu den Bitterstoffdrogen gehörige Gelbe Enzian (Gentiana lutea) Verwendung.

Gelber Enzian
Schon im 5. und 4. Jahrhundert vor Christus war der Enzian bekannt. Er wurde bei Rheuma und Gicht eingesetzt. Im Mittelalter fand der Enzian zusätzlich bei Magenerkrankungen und als Wurmmittel Verwendung. Der berühmte Pfarrer Kneipp war sogar der Meinung, dass man mit Salbei, Wermut und Enzian eine gesamte Apotheke ersetzen kann.
Der Gelbe Enzian gehört zur Familie der Enziangewächse, die weit über 300 verschiedene Arten beinhaltet. Die bis 1 Meter hohe Pflanze mit der langen kräftigen Wurzel ist in Mittel- und Südeuropa in Höhen von 700 bis 2400 Metern heimisch. Der Enzian hat bläulich-grünliche Blätter und gelbe Blüten (Blütezeit Juli bis August/September). Vor nicht allzu langer Zeit, wurde Enzian von den Bergbauern als lästiges Unkraut betrachtet. Mittlerweile ist der Enzian in seinem Bestand so gefährdet, dass er unter Naturschutz steht.
Arzneilich verwendet werden die Wurzeln und Wurzelstöcke, die einen Bitterwert von mindestens 10000 aufweisen. Das heißt, dass Enzian in einer Verdünnung von 1:10000 noch bitter schmeckt.
Für einen Enziantee wird ein Teelöffel Enzianwurzel mit 1/4 Liter Wasser fünf Minuten gekocht. Dieser Tee sollte mäßig warm vor den Hauptmahlzeiten getrunken werden. Patienten, die den bitteren Geschmack des Tees nicht mögen, können auch auf Fertigpräparate zurückgreifen.
Die Hauptwirksubstanz des Enzians sind seine Bitterstoffe. Diese regen reflektorisch die Sekretion von Speichel- und Magensaft an. Auch die Gallesekretion wird durch Enzian beeinflusst. Somit findet der Enzian seinen Einsatz hauptsächlich als Magentonikum bei Appetitlosigkeit, Magenschwäche, Störungen der Magenentleerung, Blähungen, Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden.
Bei einem gereizten Magen oder Magen- und Darmgeschwüren sollte Enzian nicht angewendet werden. Auch Menschen mit hohem Blutdruck sowie Schwangere sollten auf Enzian verzichten. Zudem kann es bei empfindlichen Personen während der Anwendung zu Kopfschmerzen kommen.
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