Die Brombeere in der Natur, Heilkunde und Küche

Medizin muss nicht immer bitter sein. Das zeigt die Brombeere (Rubus fruticosus), die auch als Heilpflanze gilt. Sie hilft unter anderem gegen Durchfall, Flechte, Wassersucht oder Hautausschlag. In den Knospen, Blättern und Früchten stecken die Wirkstoffe wie Gerbstoff oder ätherische Öle. Am meisten Freude macht es, wenn man direkt frisch von der Hecke nascht. Aus den Blättern kann ein heilkräftiger Tee zubereitet werden.

Merkmale, Standorte, Inhaltsstoffe und Verwendung der Brombeere als Heilmittel und in der Küche

Die Brombeere, die mitunter auch als Kratzbeere bezeichnet wird, hat ein kräftig-fruchtiges Aroma. Im August sind die Früchte reif und am Wegrand sieht man Klein und Groß bei der Suche nach der frischen Köstlichkeit.

Die Echte Brombeere, auch Gewöhnliche oder Gemeine Brombeere genannt heißt mit botanischem Namen Rubus fructicosus und gehört zu der Familie der Rosengewächse. Volkstümlich kennt man sie auch unter den Namen

  • Brambeere
  • Bramel
  • Brämel
  • Brombesing
  • Bromedorn
  • Bromelbeere
  • Brumenbeere
  • Frombeere
  • Hirschbollen
  • Kratzbeere
  • Kratzelbeere
  • Moren
  • Nur
  • Rahmbeere und
  • Schwarzbeere.

Neben seinem kulinarischen Wert hat die Brombeere aber auch eine heilende Wirkung. Ihre Inhaltsstoffe machen sie zu einem schleimlösenden und blutreinigenden Naturheilmittel, das auch noch gegen Weissfluss oder gegen Hautunreiten hilft. Die Gerbstoffe in den Blättern sind ein Mittel gegen Durchfall und Magen-Darmkatarrh. Wer eine Erkältung hat, der sollte Brombeeren zu sich nehmen. Die medizinischen Kräften stecken nicht nur in den Früchten, sondern gleichfalls in den jungen Blättern, die im April bis Juni gesammelt werden und dann im Dunkeln getrocknet werden sollten. Das Kauen der Blätter soll gegen Zahnfleischbluten helfen.

Zusammen mit Himbeerblättern ergeben Brombeerblätter einen köstlichen Tee zum Genießen.

Merkmale

Brombeere mit anderen Beeren

Die mehrjährige Pflanze gehört zu den Kletterpflanzen und kann eine Wuchshöhe bis zu drei Metern erreichen. An den Stängeln wachsen Dornen und die Stängel verholzen mit der Zeit. Die wechselständigen und gefiederten Laubblätter sind gezähnt und auf der Oberseite glatt und dunkelgrün, die Unterseite ist heller und weißfilzig.

Zwischen Juni und September erscheinen weiße bis leicht rosafarbene kleine Blüten, welche in Trugdolden stehen. Aus den Blüten entwickeln sich ab August die essbaren und schwarzen Früchte, die in der Botanik Sammelsteinfrüchte genannt werden. Sie haben einen säuerlichen Geschmack und je reifer sie werden umso süßer werden sie.

Standorte

Die Brombeere wird gerne in Gärten kultiviert, sie wächst aber auch wild

  • an Waldrändern
  • auf Lichtungen und
  • in Hecken und Gebüschen.

Sie ist in Europa, Nordafrika, Vorderasien und Nordamerika verbreitet. Die Brombeere bevorzugt

  • einen kalk- und stickstoffreichen Boden

und sie gedeiht am besten

  • an einem sonnigen bis halbschattigen Standort.

Inhaltsstoffe

Zu ihren Hauptbestandteilen gehören unter anderem

Medizinische Verwendung

Zur medizinischen Verwendung kommen die Früchte und die Blätter.

Wirkung

3 Brombeeren und Brombeerblätter

Die Brombeere wirkt

  • adstringierend
  • blutreinigend
  • blutstillend
  • harntreibend
  • schleimlösend
  • milchbildend
  • wehentreibend und
  • tonisierend.

Anwendungsgebiete

Die Brombeere findet Anwendung bei

  • entzündlichen Prozessen
  • Fieber
  • Durchfall und anderen Magen-Darmbeschwerden,

sie lindert

und hilft bei

Anwendungsart

Äußerliche Anwendung kann sie finden in Form von

  • Umschlägen und
  • Waschungen

bei Wunden, Hautausschlag und Hautunreinheiten. Brombeeren werden am besten frisch gegessen, ansonsten werden die Blätter

  • als Teezubereitung

eingenommen. Man kennt auch

  • eine Brombeerblättertinktur.

Brombeerblätter sind in Tees enthalten, die der Geburtsvorbereitung dienen und in Teemischungen zur Milchbildung. Brombeerblättertee sollte deshalb nur zu Ende der Schwangerschaft getrunken werden.

Verwendung in der Küche

Aus Brombeeren werden gerne

gekocht, es werden

  • Brombeerweine
  • Brombeerschnäpse und
  • Brombeersäfte

hergestellt. Mit frischen Brombeeren können

Brombeeren dienen auch der

  • Fruchteisherstellung.

Der leicht sauere Geschmack kann mit Zucker oder Honig abgemildert werden.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten

Die Brombeere wurde zu früheren Zeiten

  • als Färbemittel

verwendet, sie fand auch

  • bei der Lederherstellung

Verwendung. In der Parfüm- und Kosmetikindustrie finden

  • Brombeerdüfte und -aromen

Verwendung.

Quellen:

  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen, Franckh-Kosmos Verlag, 2004, ISBN 3440093875
  • Anfred Pedersen, Heinrich E. Weber: Atlas der Brombeeren von Niedersachsen und Bremen (Gattung Rubus L. subgenus Rubus). In: Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen, Niedersächsisches Landesamt für Ökologie, 1993, ISBN 392232164X
  • Peter Mayr: Brombeere. Das schwarze Gold des Waldes, Der Naturarzt, 2003, Band 143, Nr. 9
  • Birgit Classen: Rubus fruticosus agg. L - Die Brombeere, Zeitschrift für Phytotherapie, 2008, Band 29, Nr. 01
  • Andrew Chevallier: Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2017, ISBN 3831032327
  • Mannfried Pahlow: Das große Buch der Heilpflanzen: Gesund durch die Heilkräfte der Natur, Nikol Verlagsgesellschaft, 2013, ISBN 3868201912
  • Karin Buchart, Miriam Wiegele, Andreas Leitner: Die Natur-Apotheke: Das überlieferte und neue Wissen über unsere Heilpflanzen, Servus, 2019, ISBN 9783710401718
  • Vital Experts: HEILPFLANZEN - Das Naturheilkunde Buch, 2019, ISBN 1713160064
  • Ursel Bühring: Alles über Heilpflanzen: Erkennen, anwenden und gesund bleiben Kindle Ausgabe, Verlag Eugen Ulmer, 2007, ISBN 3800149796
  • Ursel Bühring: Heilpflanzenrezepte: Die besten aus der Freiburger Heilpflanzenschule, Verlag Eugen Ulmer, 2014, ISBN 3800179962
  • Siegrid Hirsch: Kräuter-Rezeptbuch: Hausmittel & Salben, Säfte & Marmeladen, Kräuterwein & Liköre, Essig & Öl, Freya, 2014, ISBN 3902540001
  • Peter Emmrich: Kurzcharakteristik Die Kraft der Heilpflanzen, Weg zur Gesundheit, 2017, ISBN 3925207317
  • Bernhard Uehleke, Johannes Mayer, Kilian Saum: Handbuch der Klosterheilkunde: Neues Wissen über die Wirkung der Heilpflanzen. Vorbeugen, behandeln und heilen, Zabert Sandmann, 2008, ISBN 3898832260
  • Peter Spiegel: Das BLV Heilkräuter-Buch: Gesundheit aus der Natur, BLV, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2013, ISBN 3835409751

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