8. September 2009
In der Pflanzenheilkunde findet die Birke hauptsächlich bei Erkrankungen des Blasen- und Nierenbereichs Anwendung.
Zu ihren Hauptbestandteilen gehören unter anderem ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Harz, Flavone, Saponine, Terpene wie Betulin, Betulinsäure und Vitamin C. Zur medizinischen Verwendung kommen die Blätter und die Blattknospen. In der Regel wird sie als Teezubereitung eingenommen, hier wirkt sie hauptsächlich blutreinigend, anregend und harntreibend, so dass sie hervorragend bei Stoffwechselerkrankungen angewendet werden kann. Bekannt ist auch ein Anzapfen des Stammes um den Birkensaft zu gewinnen, diesen verwendet man kurativ gegen Gicht und rheumatische Beschwerden. Bei Hautleiden sollen Waschungen und Bäder mit einem Birkenaufguss helfen. Birkenkohle ist in der Apotheke erhältlich und hilft bei Durchfall. Auf dem Land war der Birkensaft auch ein Kosmetikum für eine schöne Haut und glänzendes Haar.
Die Rinde der Birke verwest sehr schwer und sie ist für Nässe fast undurchlässig, deshalb wurde sie zu früheren Zeiten als Unterlage für Schwellen, Balken und Dachziegeln verwendet. Birkenholz ist ein begehrtes Furnierholz und wird auch oft zu Sperrholz verarbeitet. Es besitzt keine große Tragkraft, wurde aber in Wagnereien und Tischlereien vielseitig benutzt, so wurden etwa Wäscheklammern, Leitern und Stühle hergestellt. Traditionell wurden Kinderwiegen aus Birkenholz gefertigt. Auch als Brennholz ist das Birkenholz beliebt, da es durch ätherische Öle auch in frischem Zustand brennt. Die Rinde wurde ebenfalls vielfältig benutzt, zum Beispiel zur Herstellung von Spanschachteln. Besenbinder benutzten Zweige und Äste, um Besen zu fertigen. Auch im Deich- und Wasserbau fand das Birkenreisig als Befestigungsmaterial Verwendung. Das so genannte Birkenpech diente als Klebstoff.
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