Besenginster in der Natur und Heilkunde

Der Besenginster erfreut im Frühjahr mit seinen leuchtend gelben Blüten. Der Besenginster ist nicht nur eine Zier- und Heilpflanze, sondern auch eine Giftpflanze.

Merkmale und Standorte sowie Inhaltsstoffe und Verwendung des Besenginsters als Heilmittel

Er heißt mit botanischem Namen Cytisus scoparius und er gehört zu der Familie der Schmetterlingsblütler. Volkstümlich kennt man ihn auch unter den Namen

  • Besenkraut
  • Besenstrauch
  • Gilbkraut
  • Mägdebusch
  • Mägdekrieg oder
  • Rehweide.

Obwohl er den Namensbestandteil "Ginster" trägt, gehört er nicht zu den echten Ginstern, die man lateinisch mit Genista bezeichnet, sondern zu der Gattung Cytisus, das ist Geißklee.

Merkmale

Der Besenginster erreicht in der Regel eine Wuchshöhe bis zu zwei Metern. Ganz selten wächst er als kleiner Baum und kann dann drei Meter Höhe erreichen. Der Besenginster wächst schnell und er wächst auch in die Breite.

Er ist Sommer wie Winter kahl. Dies nennt man Rutenstrauch. Die langen besenförmigen Zweige sind fünfkantig. Die wechselständigen Laubblätter sind dreigeteilt und haben kleine ovale Teilblättchen, sie sind kurz behaart.

Der Besenginster blüht von Mai bis Juni. Die kräftig gelben Blüten sitzen an Kurztrieben; viele kleine Blüten sitzen eher an den Enden der Zweige. Die abstrakte Form des Blütenkelches hat etwas ganz Eigenes; der Griffel weist eine spiralig eingerollte Form auf. Es werden eine Art Hülsenfrüchte gebildet, welche die Samen enthalten.

Standorte

Der Besenginster gedeiht auf

  • sandigem, lehmigem und sogar steinigem Boden

und besiedelt vorzugsweise

  • kalk- und nährstoffarme Böden.

Man findet ihn

  • auf Weiden
  • an Waldrändern
  • an Wegen und
  • an Böschungen.

Oft wird er auch in Gärten als Zierstrauch angepflanzt. Er ist in ganz Mitteleuropa verbreitet.

Inhaltsstoffe

Zu seinen weiteren Inhaltsstoffen gehören

Er ist in allen Pflanzenteilen giftig; verantwortlich hierfür sind vor allem die

  • Alkaloide und
  • Flavonglykoside.

Medizinische Verwendung

Zur medizinischen Verwendung kommen Blüten, Blätter und Teile der Zweige.

Besenginster zur Linderung von Herzrhythmusstörungen
Besenginster soll bei Herzrhythmusstörungen hilfreich sein

Wirkung und Anwendungsgebiete

In richtiger Dosierung hat der Besenginster durchaus heilkräftige Wirkung und deshalb ist es ratsam, auf Fertigarzneien zurückzugreifen, die ihn beinhalten und wo er richtig dosiert ist. Da wirkt er

  • harntreibend
  • entwässernd
  • wehentreibend

und soll bei

helfen.

Anwendungshinweise

Die höchste giftige Konzentration soll in den Samen sein. In der Schwangerschaft dürfen Arzneien mit Besenginsterkraut nicht eingenommen werden, da dieser wehentreibend wirkt.

Vergiftungserscheinungen

Mögliche Vergiftungserscheinungen sind

bis hin zum

In diesen Fällen ist unverzüglich ein Notarzt zu verständigen und Kontakt mit der Giftnotrufzentrale aufzunehmen.

Quellen:

  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt., Quelle & Meyer Verlag, 2011, ISBN 9783494014241
  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen, Franckh-Kosmos Verlag, 2011, ISBN 9783440129326
  • Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Der Kosmos-Heilpflanzenführer. Europäische Heil- und Giftpflanzen., Franckh-Kosmos Verlag, 1995, ISBN 344006950
  • Oliver Ploss: Cytisus scoparius (L.) LINK (Der Besenginster), Der freie Arzt, 2000, Band 41, Nr. 7
  • Thies: Spartium und Spartein. Vom Besenginster zum Antiarrhythmicum., Pharmazie in unserer Zeit, 1986, Band 15, Nr. 6
  • Andrew Chevallier: Das große Lexikon der Heilpflanzen: 550 Pflanzen und ihre Anwendungen, Dorling Kindersley Verlag GmbH, 2017, ISBN 3831032327
  • Ingrid Schönfelder, Peter Schönfelder: Das neue Handbuch der Heilpflanzen: Botanik, Drogen, Wirkstoffe, Anwendungen, Kosmos, 2004, ISBN 3440093875
  • Mannfried Pahlow: Das große Buch der Heilpflanzen: Gesund durch die Heilkräfte der Natur, Nikol Verlagsgesellschaft, 2013, ISBN 3868201912
  • Karin Buchart, Miriam Wiegele, Andreas Leitner: Die Natur-Apotheke: Das überlieferte und neue Wissen über unsere Heilpflanzen, Servus, 2019, ISBN 9783710401718
  • Vital Experts: HEILPFLANZEN - Das Naturheilkunde Buch, 2019, ISBN 1713160064
  • Ursel Bühring: Alles über Heilpflanzen: Erkennen, anwenden und gesund bleiben Kindle Ausgabe, Verlag Eugen Ulmer, 2007, ISBN 3800149796
  • Ursel Bühring: Heilpflanzenrezepte: Die besten aus der Freiburger Heilpflanzenschule, Verlag Eugen Ulmer, 2014, ISBN 3800179962
  • Siegrid Hirsch: Kräuter-Rezeptbuch: Hausmittel & Salben, Säfte & Marmeladen, Kräuterwein & Liköre, Essig & Öl, Freya, 2014, ISBN 3902540001
  • Peter Emmrich: Kurzcharakteristik Die Kraft der Heilpflanzen, Weg zur Gesundheit, 2017, ISBN 3925207317
  • Bernhard Uehleke, Johannes Mayer, Kilian Saum: Handbuch der Klosterheilkunde: Neues Wissen über die Wirkung der Heilpflanzen. Vorbeugen, behandeln und heilen, Zabert Sandmann, 2008, ISBN 3898832260
  • Peter Spiegel: Das BLV Heilkräuter-Buch: Gesundheit aus der Natur, BLV, ein Imprint von GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2013, ISBN 3835409751

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