8. Juli 2010
Tropenmediziner sind Fachärzte für die Behandlung von Tropenkrankheiten. Tropenmediziner können selbstständig oder angestellt tätig sein.
Die Tropenmedizin kann von allen Ärzten im Rahmen einer Weiterbildung als Zusatzbezeichnung erworben werden. Die richtige Berufsbezeichnung heißt dann z.B. "Facharzt für Allgemeinmedizin mit der Zusatzbezeichnung Tropenmedizin".
Tropenmediziner sind Spezialisten auf dem Gebiet der Tropenerkrankungen. Zu den Tropenerkrankungen zählen viele verschiedene Krankheiten, die durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten übertragen werden. So gehören z.B. die Malaria, Tollwut, Typhus, oder Wurmerkrankungen dazu. Auch die Versorgung von Verletzungen, die durch giftige Tiere der Tropen entstehen, gehören zum Aufgabengebiet des Tropenmediziners. Wichtiger Teil der Tätigkeit eines Tropenmediziners ist die Vorbeugung vor derartigen Erkrankungen. Menschen, die einen beruflichen oder privaten Aufenthalt in tropischen Gebieten planen, können sich vor Beginn der Reise bei einem Tropenmediziner informieren, welche Impfungen notwendig sind und welche Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden sollen. Der Tropenmediziner führt diese Reiseimpfungen (z.B. Malaria, Typhus, Hepatitis) auch selbst durch. Je nach Art der Impfung werden sie als Spritze oder Tablette verabreicht. Die durchgeführten Impfungen werden in den Impfpass eingetragen. Im Rahmen der Prophylaxe einer Tropenerkrankung informiert der Tropenmediziner den Patienten auch über Hygienemaßnahmen und wie eine Ansteckung vermieden oder verringert werden kann.
Z.B. für Berufsgenossenschaften führen Tropenmediziner auch so genannte Tropentauglichkeitsuntersuchungen durch. Während dieser Untersuchung stellt der Facharzt fest, ob der Patient aus gesundheitlichen Gründen für einen längeren Aufenthalt in den Tropen geeignet ist.
Kehrt ein Urlauber mit einer Tropenkrankheit zurück, so führt der Tropenmediziner umfangreiche Diagnostikmaßnahmen durch. Er nimmt dem Patienten Blut ab und untersucht Stuhl und Urin. Der Patient wird eingehend körperlich untersucht sowie ggfs. weiterführende Untersuchungen wie z.B. eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Unter dem Mikroskop kann der Tropenmediziner erkennen, wenn sich im Stuhlgang Parasiten wie z.B. Würmer befinden.
Je nach Art der diagnostizierten Erkrankung kann eine ambulante Behandlung erfolgen oder es ist eine stationäre Behandlung in einem Krankenhaus notwendig. Viele niedergelassene Tropenmediziner haben Belegbetten in Krankenhäusern, so dass sie ihren Patienten auch im Krankenhaus selbst weiterbehandeln können. Die Patienten erhalten dort Infusionen und Medikamente wie z.B. Antibiotika. Bei ansteckenden Krankheiten kann es auch notwendig sein, dass der Patient im Krankenhaus in Quarantäne kommt, um das Personal und andere Patienten nicht zu infizieren. Der Tropenmediziner ist in diesem Fall auch dafür zuständig, dass sich die Krankheit, die sonst nur in den Tropen vorkommt, nicht in andere Länder ausbreitet und so zu einer Epidemie wird.
Tropenmediziner können sich mit einer Praxis selbstständig machen. Teilweise schließen sich auch mehrere Kollegen zu einer Gemeinschaftspraxis zusammen. Viele Tropenmediziner arbeiten jedoch auch in Krankenhäusern oder tropenmedizinischen Instituten als angestellte Fachärzte.
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