29. Juni 2010
Ein Sexualtherapeut berät und behandelt Patienten mit sexuellen Problemen oder Störungen. Die meisten Sexualtherapeuten sind selbstständig tätig.
Die Berufsbezeichnung Sexualtherapeut ist nicht geschützt, d.h., dass sich im Prinzip jeder Sexualtherapeut nennen kann. Es gibt jedoch einige Institute, die eine fundierte Ausbildung anbieten.
Ein Sexualtherapeut diagnostiziert und behandelt sämtliche sexuelle Störungen wie z.B. Erektionsprobleme des Mannes, Orgasmusprobleme oder Libidostörungen. Auch Transsexuelle, die eine medizinische Beratung wünschen, können sich an einen Sexualtherapeuten wenden. Pädophil veranlagte Menschen können ebenfalls von einem Sexualtherapeuten behandelt werden.
Sexualtherapeuten behandeln sowohl Paare gemeinsam als auch jede Person einzeln. Da viele Probleme in der Partnerschaft darauf zurückgehen, dass die Partner zu wenig miteinander sprechen, steht das Gespräch zwischen dem Sexualtherapeuten und dem Paar meist im Vordergrund. Die Partner sprechen ausführlich darüber, welche Vorstellungen und Wünsche sie im sexuellen Bereich haben und wie diese umgesetzt werden können. Der Sexualtherapeut erarbeitet im Rahmen der Paartherapie ein individuelles Konzept.
Patienten, die unter einer sexuellen Störung leiden, führen zuerst ein Gespräch mit dem Sexualtherapeuten. Er fragt dabei, welche Beschwerden der Patient hat, ob Grunderkrankungen bestehen, ob der Patient Medikamente einnimmt und wie der Partner auf die Probleme reagiert. Für den Sexualtherapeuten ist wichtig zu wissen, welche sexuellen Erfahrungen der Patient bisher gemacht hat, welche Beziehung zu den Eltern und Geschwistern besteht, ob der Patient sich in einer Partnerschaft befindet und welchen Stellenwert die Sexualität dort einnimmt usw.
Wenn ein Patient Grunderkrankungen hat und bestimmte Medikamente einnehmen muss, so kann dies die Ursache für die sexuellen Störungen sein. In vielen Fällen kann der Sexualtherapeut hier Medikamente verordnen, die die Störung verbessern können.
Neben verschiedenen Medikamenten können auch andere Faktoren die Ursache für die sexuellen Probleme sein. Der Sexualtherapeut kann den Patienten hier genau informieren, dass Genussmittel wie Alkohol und Drogen negative Auswirkungen auf das Sexualleben haben.
Sexualtherapeuten sind wichtige Ansprechpartner für pädophil veranlagte Menschen. Viele Patienten haben Angst davor, etwas zu tun, was sie später bereuen würden und wenden sich daher an einen Sexualtherapeuten mit dem Wunsch einer Therapie um Schlimmeres zu verhindern.
Ein Sexualtherapeut berät auch Paare mit unerfülltem Kinderwunsch. Der Sexualtherapeut kann das Paar hinsichtlich der Gründe beraten und ggfs. an Fachärzte überweisen.
Neben langen Gesprächen, Paartherapien und Medikamenten gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten, die dem Sexualtherapeuten zur Verfügung stehen. So bieten einige Sexualtherapeuten Massageworkshops an. Hier lernen Paare z.B. erotische Massagetechniken.
Ist die Ursache der Sexualstörung z.B. ein sexueller Missbrauch, so reicht die alleinige Beratung durch den Sexualtherapeuten nicht aus. Dieser Patient benötigt eine umfassende Psychotherapie. Ist der Sexualtherapeut auch Psychotherapeut, so kann die Behandlung gleich dort stattfinden.
Einige Sexualtherapeuten behandeln die sexuellen Störungen auch durch Akupunktur. Der Therapeut sticht dazu hauchdünne Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers und regt so den Energiefluss an.
Es gibt nur wenige Sexualtherapeuten in Deutschland. Die wenigen ausgebildeten Sexualtherapeuten sind meist selbstständig in der eigenen Praxis tätig oder arbeiten als angestellte Therapeuten in einer großen Praxis. Einige Krankenhäuser beschäftigen jedoch auch angestellte Sexualtherapeuten, besonders wenn diese eine Facharztausbildung haben.
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