26. Juli 2005
Schönheits-OPs sind eine Sache der Frau? Das war mal. Wie Statistiken zeigen, statteten im vergangenen Jahr 70.000 Männer in Deutschland zwischen 40 und 50 Jahren einem Schönheitschirurgen einen Besuch ab. Eine Augenlidstraffung, ein Face-Lifting, eine Nasenkorrektur sowie eine Fettabsaugung waren dabei die häufigsten Wünsche. Die Gesundheitsvorsorge hingegen ist für sie ein eher lästiges Thema.
Günstig ist so ein Eingriff natürlich nicht - bis zu 3.000 Euro gibt der Mann von heute durchschnittlich für eine Veränderung seines Körpers aus. Der Grund? Auch Männer möchten jünger aussehen und erhoffen sich durch eine Schönheitsoperation höhere Chancen sowohl im Privat- als auch im Berufsleben.
Während der Schönheitswahn unter den männlichen Deutschen boomt, ist in Sachen Gesundheitsvorsorge eine deutliche Flaute zu erkennen. Vorsorgeuntersuchungen, welche gesetzliche Krankenversicherungen alle zwei Jahre für Männer über 35 Jahren erstatten, werden kaum wahrgenommen.
Dass einem die Gesundheit nicht besonders wichtig ist, sehen Experten nicht als Grund an; vielmehr hapere es nach wie vor an einer gründlichen Aufklärung darüber was möglich ist und vor allem was notwendig ist. Diesen Gesundheitscheck des Körpers könne man nicht mit dem regelmäßigen Gang zum Zahnarzt vergleichen, so die Kritiken.
Wie die Zahlen der Krankenkassen gezeigt haben, nehmen nur 15 Prozent der Männer über 40 Jahre die Gesundheitsvorsorge wahr, um auf diese Weise Krankheiten wie Krebs, Bluthochdruck oder einem Herzinfarkt vorzubeugen. Neben dem Aspekt der Gesundheitsvernachlässigung spiele auch der finanzielle Aspekt eine Rolle, denn jährlich werden für diese Erkrankungen Beträge in Milliardenhöhe ausgegeben.
Doch die Zahlen könnten sich bald ändern, denn immer mehr Arbeitgeber schicken ihre Mitarbeiter zu den erforderlichen Gesundheits-Checks. Dies stelle auch einen "nicht unwesentlichen Wettbewerbsfaktor dar", so die Meinung der Ärzte.
Mittlerweile bieten Krankenhäuser eine solche Untersuchung an, die besonders gründlich und trotzdem schnell vor sich geht. An einem Tag werden Patienten sozusagen von oben bis unten untersucht und haben nach wenigen Stunden die Ergebnisse vorliegen. Ein beratendes Gespräch vor und nach den Checks ist natürlich mit inbegriffen.
Man hofft, dass sich durch solche Präventionsmaßnahmen mehr Menschen ihrer Gesundheit widmen und nicht alle erdenklichen Schönheitsideale vorziehen.
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