22. Juni 2010
Onkologen sind Fachärzte für die Diagnostik und Behandlung von Krebserkrankungen. Onkologen können sowohl in einer Arztpraxis als auch in einem Krankenhaus tätig sein.
Onkologen, die richtige Bezeichnung heißt Facharzt für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie, kennen sich bestens im Bereich der Krebserkrankungen aus. Diese Fachärzte diagnostizieren Krebserkrankungen, behandeln sie und betreuen die Patienten in der Rehabilitationsphase. Onkologen arbeiten jedoch auch im Bereich der Prävention (Vorbeugung) von Krebserkrankungen.
Onkologen erforschen die Entstehung von Krebserkrankungen und durch welche Faktoren eine bösartige Erkrankung begünstigt werden kann. In diesem Bereich betreiben die Onkologen Aufklärungsarbeit, in dem sie z.B. Vorträge über die Raucherentwöhnung zur Verhinderung von Krebserkrankungen wie z.B. den Lungenkrebs halten.
Niedergelassene Onkologen können jedoch auch verschiedenartige Untersuchungen im Rahmen einer Krebsvorsorgeuntersuchung durchführen. Dazu gehört die Ultraschalluntersuchung, aber auch z.B. die Darmspiegelung (Coloskopie) zur frühzeitigen Erkennung von Darmkrebs. Zur Vorbereitung vor einer Darmspiegelung muss der Patient eine Lösung trinken, die den Darm reinigt. Der Onkologe führt dann einen langen dünnen Schlauch mit einer Lichtquelle über den Enddarm des Patienten ein und schiebt ihn durch den Darm hindurch. So kann der Arzt den Darm und dessen Schleimhaut begutachten und Veränderungen sofort erkennen. Sofern dies notwendig ist, kann der Onkologe auch Gewebeproben entnehmen und unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersuchen lassen.
Neben den bereits genannten Untersuchungen wie Ultraschall und Darmspiegelung kann ein Onkologe weitere Untersuchungen im Rahmen seiner Diagnostik durchführen, sofern diese nicht bereits von einem anderen Facharzt durchgeführt wurden. Der Onkologe tastet den Bauch des Patienten ab, nimmt dem Patienten Blut ab und lässt es im Labor u.a. auf spezielle Krebswerte untersuchen oder entnimmt eine Gewebeprobe. Im Bereich der Diagnostik ist die differenzierte Untersuchung des evtl. bösartigen Tumors äußerst wichtig, um die weitere Therapie genau planen zu können. Anhand der Untersuchungsergebnisse kann der Onkologe feststellen, in welchem Stadium der Krebserkrankung sich der Patient befindet.
Im Rahmen der Therapie stehen den Onkologen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten der Krebserkrankung zur Verfügung. In vielen Fällen wird der bösartige Tumor während einer Operation entfernt. Hier arbeiten Onkologen eng mit Chirurgen zusammen. Nach der chirurgischen Entfernung eines bösartigen Tumors führen die Onkologen meist eine Chemo- und/oder Strahlentherapie durch. Bei einigen Patienten werden diese Therapien auch als alleinige Behandlungsmaßnahme zur Krebsbehandlung durchgeführt. Zusätzlich verordnet der Onkologe spezielle Medikamente.
Je nachdem, wie groß ein bösartiger Tumor ist und wo er genau sitzt, kann der Onkologe seinen Patienten heilen oder nur noch die Beschwerden lindern. Kann ein Patient nicht mehr geheilt werden, so unternimmt der Onkologe alles, um dem totkranken Patienten die Beschwerden zu erleichtern. Drückt der Tumor beispielsweise auf ein Organ, so kann eine teilweise Entfernung für den Patienten Linderung verschaffen, ohne ihn dadurch heilen zu können. Zusätzlich verordnet der Onkologe hier auch starke Schmerzmittel, so dass der Patient keine Schmerzen leiden muss.
Krebspatienten, die im Krankenhaus behandelt wurden, werden ambulant von einem niedergelassenen Onkologen weiter betreut. Der Onkologe übernimmt dann auch die regelmäßig notwendigen Nachsorgeuntersuchungen. Dazu nimmt der Onkologe bei jeder Untersuchung Blut ab und führt verschiedene Untersuchungen durch, um feststellen zu können, ob der bösartige Tumor erneut gewachsen ist oder ob sich Metastasen gebildet haben.
Onkologen behandeln sowohl Erwachsene als auch Kinder. Es gibt jedoch auch spezialisierte Kinder-Onkologen, die sich besonders mit Krebserkrankungen bei Kindern auskennen. Grundsätzlich ist ein gutes Einfühlungsvermögen Voraussetzung für die Tätigkeit eines Onkologen, da diese Fachärzte überwiegend mit Krebspatienten zu tun haben. Teilweise kann der Onkologe trotz seines Fachwissens den Patienten nicht mehr helfen und muss ihn und seine Angehörigen medizinisch und menschlich in der schweren Zeit begleiten.
Ein Onkologe kann selbstständig in der eigenen Praxis tätig sein oder als angestellter Arzt in einem Krankenhaus, in einer Rehabilitationsklinik oder in der Forschung arbeiten.
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