26. Mai 2010
Kinderpsychiater behandeln verschiedenartige psychische Störungen von Kindern. Häufig sind Kinderpsychiater in speziellen Kinderkliniken tätig.
Ein Kinderpsychiater behandelt Kinder bis zum Jugendlichenalter. Kinderpsychiater sind durch ihre Ausbildung jedoch gleichzeitig auch Jugendpsychiater und behandeln somit nicht nur Kinder sondern auch Jugendliche bis zu einem Alter von etwa 21 Jahren.
Meist werden die Kinder von einem Kinderarzt zum Kinderpsychiater überwiesen. Um das Kind richtig behandeln zu können, muss der Kinderpsychiater zuerst diagnostizieren, welche Beschwerden, Probleme oder Krankheiten das Kind hat. Dazu führt er ein ausführliches Gespräch mit dem Kind und den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten. Im Gespräch versucht der Kinderpsychiater die Schwächen und Stärken des Kindes herauszufinden und fragt nach den genauen Lebensumständen. Für den Kinderpsychiater ist z.B. wichtig, ob die Eltern geschieden sind, ob das Kind geschlagen oder vergewaltigt wurde, ob das Kind Geschwister hat, welche Medikamente das Kind einnimmt usw. Im Rahmen seiner Diagnostik fragt der Kinderpsychiater auch, wie das Kind im Kindergarten bzw. der Schule zurechtkommt und wie die schulischen Leistungen sind.
Besonders bei kleinen Kindern erfolgt die Diagnostik meist spielerisch. Im Spiel erfährt der Kinderpsychiater die seelische Verfassung seines jungen Patienten und kann psychische Krankheiten wie z.B. eine Psychose ausschließen. Auch die sprachlichen Fähigkeiten kann der Kinderpsychiater dadurch gut einschätzen. Teilweise sind im Rahmen der Diagnostik auch spezielle Entwicklungstests notwendig. Diese werden häufig am Computer durchgeführt und testen z.B. die Konzentrationsfähigkeit des Kindes oder finden die Ursache für eine Lese-/Rechtschreibschwäche heraus.
Bevor eine Behandlung beginnen kann, muss meist auch eine körperliche Untersuchung erfolgen. Diese wird in der Regel beim Kinderarzt und/oder einem Neurologen durchgeführt. Zusammen mit diesen Befunden und seinen Eindrücken stellt der Kinderpsychiater eine Diagnose und erstellt einen Behandlungsplan.
Je nachdem, welche Probleme das Kind hat, erfolgt die Behandlung ambulant oder stationär sowie in einer Einzel- oder Gruppensitzung. Der Kinderpsychiater führt mit dem Kind Entspannungsübungen durch, spricht mit dem Kind über dessen Probleme, verordnet wenn notwendig Medikamente und bezieht auch die Eltern, den Kindergarten oder die Schule in die Therapie mit ein. Bei vielen Krankheiten arbeitet der Kinderpsychiater eng mit anderen Berufsgruppen wie z.B. Logopäden oder Ergotherapeuten zusammen.
Ein Kinderpsychiater wird immer dann aufgesucht, wenn das Kind z.B. einen sexuellen Missbrauch erlebt hat, wenn es ein Trauma hat, wenn Krankheiten wie z.B. eine Magersucht bestehen, wenn das Kleinkind nicht sauberwerden will, bei Kindern mit Autismus usw.
Kinderpsychiater können sowohl selbstständig in der eigenen Praxis als auch in einem Krankenhaus angestellt sein. Viele große Kliniken haben spezielle Stationen für die Kinder- und Jugendpsychiatrie, auf denen dann ausgebildete Kinderpsychiater arbeiten.
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