20. Mai 2010
Ein Hämatologe ist ein Facharzt für die Behandlung von Bluterkrankungen. Hämatologen sind häufig als angestellte Ärzte in einem Krankenhaus tätig.
Die Hämatologie ist die Lehre vom Blut, dessen Bestandteilen und Krankheiten. Ein Hämatologe ist auch der Facharzt für die Behandlung von Krankheiten an den blutbildenden Organen.
Die Hämatologie ist ein Schwerpunkt der Inneren Medizin. Die korrekte medizinische Bezeichnung lautet daher: Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie.
Ein Hämatologe behandelt Patienten mit gut- und bösartigen Bluterkrankungen wie z.B. einer chronischen oder akuten Leukämie (Blutkrebs), Lymphknotenkrebs, Hämophilie (Bluterkrankheit) oder Blutveränderungen jeglicher Art.
Die Arbeit von niedergelassenen und im Krankenhaus tätigen Hämatologen unterscheidet sich in etlichen Bereichen. Ein niedergelassener Hämatologe führt meist nur einen Teil der Diagnostik in der eigenen Praxis durch und überweist den Patienten zu eingehenden Untersuchungen an ein Krankenhaus. Im Krankenhaus arbeitet der angestellte Hämatologe auch auf der Intensivstation und betreut dort schwerkranke Patienten. Nach Abschluss der stationären Behandlung erfolgt die Weiterbehandlung beim niedergelassenen Hämatologen.
Ein Hämatologe führt im Rahmen seiner Diagnostik häufig eine Punktion des Knochenmarks durch. Dieses entnommene Material wird eingefärbt und anschließend unter dem Mikroskop vom Hämatologen genau untersucht.
Ein Hämatologe führt auch eine Ultraschalluntersuchung durch, um z.B. Organe wie die Milz zu begutachten. Der Facharzt achtet hier u.a. auf die Größe und die Beschaffenheit des Organes.
Auch eine differenzierte Untersuchung des Blutes gehört zum Aufgabengebiet eines Hämatologen. Der Arzt analysiert die Zusammensetzung des Blutes und kann eine evtl. Erkrankung in verschiedene Stadien einteilen und eine entsprechende Behandlung einleiten. Patienten, die unter Leukämie leiden, erhalten beispielsweise eine auf den Patienten individuell abgestellte Chemotherapie. Auch eine Transplantation von Stammzellen fällt in das Aufgabengebiet des Hämatologen.
In einigen Fällen ist es auch nötig, einen Lymphknoten zu entfernen und genau zu untersuchen. Der Hämatologe kann auf diese Weise beispielsweise einen Lymphknotenkrebs diagnostizieren.
Bei einigen Erkrankungen erhält der Patient vom Hämatologen eine Bluttransfusion mit dem Blut eines Spenders. Dies geschieht z.B. bei Patienten mit einer ausgeprägten Blutarmut (Anämie).
Ein Hämatologe wird immer auch dann konsultiert, wenn ein Patient unklare Blutwerte aufweist. Der Hausarzt kann seinen Patienten dann zu einem Facharzt überweisen. Dieser führt die notwendigen Untersuchungen durch und berichtet dem Hausarzt durch einen ausführlichen Arztbrief über die erfolgten Behandlungen und die nötige Weiterbehandlung.
Da ein Hämatologe häufig mit schwerkranken Patienten zu tun hat, braucht dieser Arzt viel Einfühlungsvermögen für seine Behandlung. Ein Hämatologe behandelt sowohl Erwachsene als auch Kinder.
Ein Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie kann sich mit einer eigenen Praxis selbstständig machen. In großen Arztpraxen kann ein Facharzt auch angestellt sein. Viele Hämatologen arbeiten auch in Krankenhäusern als angestellte Ärzte.
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