19. Mai 2010
Ein Geriater beschäftigt sich mit den Krankheiten ältere Menschen. Meist sind diese Ärzte in Krankenhäusern tätig.
Ein Geriater ist ein Facharzt in einem Bereich der Medizin wie z.B. der Inneren Medizin mit der Zusatzbezeichnung Geriatrie.
Die Geriatrie ist die Altersmedizin und beschäftigt sich mit den Beschwerden und Erkrankungen der älteren Menschen. Nicht verwechselt werden darf die Geriatrie mit der Palliativmedizin, die sich mit der Linderung tödlicher Krankheiten (unabhängig vom Alter des Patienten) beschäftigt.
Ältere Menschen haben überwiegend Krankheiten aus dem Bereich der Inneren Medizin (z.B. Organerkrankungen), der Orthopädie (z.B. Gelenkerkrankungen), der Psychiatrie (z.B. Depressionen) oder der Neurologie (z.B. Demenz). Ein Geriater wird überwiegend dann tätig, wenn ein Patient Erkrankungen aus mehreren dieser Bereiche hat und der jeweilige Facharzt mit der Betreuung und Behandlung des Patienten nicht weiter kommt oder überfordert ist.
Ein Geriater führt – je nach seiner Facharztausbildung - verschiedene Untersuchungen des Patienten durch, nachdem er zuvor ausführlich mit ihm und/oder den Angehörigen gesprochen hat. Je nach Art der Beschwerden des Patienten misst der Arzt Puls und Blutdruck, hört das Herz ab, tastet die Organe ab und prüft die Reflexe. Auch eine Ultraschalluntersuchung der Organe, ein EKG (Messung der Herzströme), ein EEG (Messung der Hirnströme) oder eine Röntgenaufnahme können nötig sein.
Der Geriater informiert den alten Patienten und die Angehörigen über Hilfsmittel wie z.B. einen Gehstock oder einen Rollstuhl, über Inkontinenzartikel wie z.B. Windeln oder einen Urinbeutel usw.
Mit Hilfe diverser Fragebögen kann der Geriater auch den Zustand des Patienten besser einschätzen. Er fragt dabei nach allgemeinen Dingen wie Sehen und Hören, aber auch nach der Ernährung und dem Befinden des Patienten. Bei einem differenzierten Test wird der so genannte Barthel-Index bestimmt. Der Wert dieses Tests gibt Aufschluss über die Fähigkeiten, die ein alter Patient im Alltag noch besitzt. Die höchste Punktzahl ist dabei 100 (kann sich selbstständig anziehen und pflegen), die niedrigste 0 (kann sich nicht selbstständig anziehen, waschen etc.). Zusätzlich erstellt der Geriater auch vorgefertigte Tests zur Beurteilung von Gedächtnis und Mobilität oder zur Beurteilung der geistigen Leistungsfähigkeit.
Der Geriater kann bei einem entsprechenden Krankheitsbild auch eine spezielle geriatrische Frührehabilitation einleiten und begleiten. Dazu ist eine enge Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden notwendig. Die meisten Patienten, die eine derartige Behandlung erhalten, sind über siebzig Jahre alt.
Der Geriater kann als selbstständiger Arzt in der eigenen Praxis tätig sein oder in einer großen Arztpraxis, einem Krankenhaus oder einer (geriatrischen) Rehabilitationsklinik als angestellter Arzt arbeiten.
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