18. Mai 2010
Gastroenterologen beschäftigen sich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Bereiches. Sie können als selbstständige oder angestellte Ärzte arbeiten.
Ein Gastroenterologe ist ein Facharzt für Innere Medizin mit dem Schwerpunktgebiet Gastroenterologie.
Der Gastroenterologe ist der Facharzt für den Verdauungstrakt. Dazu gehört zum einen die Diagnostik von Erkrankungen in diesem Bereich, zum anderen auch die Behandlung von Erkrankungen im Bereich von Magen oder Darm. Ein Gastroenterologe betreibt auch Vorsorge und kann so Krankheiten in diesem Bereich vorbeugen und ggf. sofort erkennen.
Erkrankungen, die in den Fachbereich des Gastroenterologen fallen, sind z.B. Geschwüre im Bereich des Magens oder Zwölffingerdarmes, Krebserkrankungen im Verdauungstrakt oder Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie.
Hat ein Patient Beschwerden, so spricht der Gastroenterologe eingehend mit dem Patienten. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt misst den Blutdruck und tastet die Organe des Patienten mit den Händen durch die Bauchdecke ab. Je nachdem, welche Beschwerden der Patient genau hat, wird oftmals auch eine Endoskopie im Rahmen der Diagnostik eingesetzt. Dazu zählen z.B. die Magen- und Darmspiegelung. Bei beiden Endoskopien führt der Gastroenterologe einen langen dünnen Schlauch in den Mund bzw. in den Enddarm ein und schiebt ihn vorsichtig durch den Körper des Patienten. Während dieser Untersuchung kann der Arzt Tumore oder sonstige Veränderungen und Entzündungen im Bereich von Magen, Darm und der angrenzenden Organe erkennen. Oftmals entnimmt der Arzt während dieser Untersuchungen auch eine Gewebeprobe, die anschließend im Labor z.B. auf Krebszellen untersucht wird. Die Probe gewinnt der Arzt mit Hilfe einer dünnen Zange, die über das Endoskop eingeführt wird.
Auch eine Ultraschalluntersuchung wird im Rahmen der Diagnostik durchgeführt. Der Gastroenterologe kann sich hier die Organe des Patienten wie z.B. Magen, Darm, Leber oder Bauchspeicheldrüse auf dem Monitor ansehen und deren Größe ausmessen.
Während der Endoskopien kann oftmals auch direkt eine Behandlung erfolgen. Blutungen im Magen-Darm-Bereich können häufig bereits durch einen endoskopischen Eingriff gestillt werden. Auch kleine Tumore kann der Gastroenterologe direkt entfernen.
Zur Therapie einer Erkrankung ist nicht immer ein Eingriff notwendig. In vielen Fällen helfen auch Medikamente, um die Beschwerden zu bessern oder zu heilen.
Ist eine ambulante Behandlung nicht ausreichend, so überweist der niedergelassene Gastroenterologe den Patienten zur Operation und/oder zur stationären Behandlung an ein Krankenhaus. Nach der dortigen Behandlung erfolgt die Weiterbehandlung wieder beim niedergelassenen Gastroenterologen.
Ein Gastroenterologe betreibt jedoch nicht nur die Diagnostik und Therapie von Magen-Darm-Erkrankungen sondern auch die Prävention. So wird z.B. eine Darmkrebsvorsorge durchgeführt. Je nach Alter des Patienten erhält dieser ein "Stuhlbriefchen", den so genannten Hämoccult. Durch diesen Test kann "okkultes" (=unsichtbares) Blut im Stuhlgang sichtbar gemacht werden. Auch eine Darmspiegelung (Coloskopie) kann im Rahmen der Darmkrebsvorsorge durchgeführt werden.
Der Gastroenterologe behandelt sowohl Erwachsene als auch Kinder. Viele Gastroenterologen haben sich auch auf die Behandlung von kleinen Kindern spezialisiert.
Ein Facharzt für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Gastroenterologie kann sowohl selbstständig tätig als auch angestellt sein. Selbstständige Gastroenterologen arbeiten in Facharztpraxen entweder alleine oder zusammen mit anderen Ärzten. In sehr großen Praxen kann der Gastroenterologe auch als angestellter Arzt arbeiten. Auch in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken können Gastroenterologen als angestellte Ärzte tätig sein.
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