Immer mehr Ärzte IGeLn

Paradisi-Redaktion
Von Paradisi-Redaktion
5. August 2005

Fast jedem vierten Patienten wurden im Jahr 2004 vom Arzt Leistungen angeboten, welche die Krankenkasse nicht bezahlen. Das berichtet die Gesundheitszeitschrift Apotheken Umschau unter Berufung auf eine Patienten-Befragung durch das Wissenschaftliche Institut der AOK. Drei Jahre vorher boten Ärzte nicht einmal jedem Zehnten (8,9 Prozent) die privat zu zahlenden Dienste an.

Mittlerweile zählen 330 Angebote zur Liste der "Individuellen Gesundheits-Leistungen", abgekürzt IgeL, mit der Ärzte ihre geschrumpften Kassen-Einnahmen kompensieren können. Dazu gehören Vorsorgeuntersuchungen, kosmetische Behandlungen, reise- und sportmedizinische Leistungen, Umweltmedizin, alternative Heilverfahren und Serviceleistungen.

Die fleißigsten IgeL-Anbieter sind Frauen- und Augenärzte. Kritiker halten etliche Angebote allerdings für unsinnig und unseriös. Bundesärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe sieht bei einigen Kollegen ein fehlendes Unrechtsbewusstsein. Noch sind Patienten aber auf sich allein gestellt, den Nutzen der Angebote zu beurteilen. Eine Art medizinischer Ehrenkodex dazu wollen Mediziner in den kommenden Monaten erarbeiten.